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Der Westen

Lumio - Trail Capu d'Occi

Guten Morgen Sonnenschein wir gehen heute wieder einmal wandern. Morgens um 9 Uhr parkieren wir bereits an einem kleinen Platz im Dorf Lumio. Unser heutiges Morgenziel ist die Wanderung zu einem verlassenen Dorf, in welchem noch ein paar kleine Häuser stehen sollen. Bereits nach etwa 40 Minuten auf dem Capu d'Occi Trail erreichen wir, nach einem steilen Aufstieg, das Dorf. Der Kirche, war ja klar, konnte der Zahn der Zeit am wenigsten anhaben, ansonsten fehlt ein wenig das Mystische und Gespenstische, wie zum Beispiel damals in der Geisterstadt in Chuchuiamata (Chile).


Wir entscheiden uns spontan auch noch den verlängerten Rundweg auf den Gipfel zu nehmen. Der Anstieg ist stetig aber easy machbar, der Weg auch einfach zu finden, was sich aber dann auf dem Rückweg als nicht mehr ganz so einfach herausstellen soll. Auf dem Gipfel angekommen geniessen wir die Aus- und Weitsicht über die Insel. Nach 20 Minuten Pause machen wir uns auf den Abstieg, welcher sich nicht ganz so einfach gestaltet wie der Aufstieg. Ziemlich steil und mitten durchs Macchia-Gebüsch, vorbei an Dornen und kratzwütigen Ästen kämpfen wir uns den Weg nach unten. Beni hat seine wahre Freude daran (Achtung Sarkasmus) und zieht sich auch zahlreiche Kampfspuren zu, wobei Joli gänzlich verschont bleibt (Joli würde das so nicht bestätigen, aber da Beni den Text geschrieben hat lassen wir das jetzt mal so stehen…). Nach etwas mehr als 3 Stunden unterwegs sind wir wieder am Parkplatz angelangt und kaufen noch etwas Schinken und Trockenfleisch an einem mobilen Metzgereistand. 

Das Fangotal

Weiter geht es durch die Berge via Galéria ins Fangotal. Hier steht für den Nachmittag ein Flussbad auf dem Plan. Auf einem eigentlich kostenpflichtigen Parkplatz können wir den Camper gratis abstellen, da hier ausserhalb der Saison das Kassenhäuschen zu unserem Glück unbesetzt ist. Wir starten den Spaziergang dem Fluss in hinein ins Tal entlang. Der Fluss und die Felsen bieten einen traumhaften Anblick, an dem man gerne entlang läuft. Es sind nur wenige andere Touristen zugegen, weshalb wir bereits nach einer halbe Stunde einen Platz am Fluss für uns allein finden. Rein in die Badehose und ab ins kalte Nass. Anfangs sehr kalt aber dann relativ angenehm hangeln wir uns an den Felsen entlang zuerst etwas flussaufwärts, um uns dann wieder flussabwärts treiben zu lassen. Das wiederholen wir noch zweimal bevor wir uns auf die warmen, glatten Felsen am Fluss legen um uns aufwärmen und die Krämpfe in den Beinen loszuwerden. Danach machen wir uns auf den Rückweg. Wir düsen heute noch weiter nach Porto, von wo aus wir morgen eine Bootstour machen wollen.

nach Porto

Oh mein Gott, was für ein zusammengewurstelter Flecken von einem Campingplatz. Im Steilhang auf mehreren Ebenen sind sowas wie Miniplätze hintereinander angelegt. Also in etwa gross genug für ein «normales» Auto, nicht aber für einen 6 Meter langen Camper. Und kreuzen ist sehr schwierig. Irgendwie wursteln wir uns auf einen der letzten freien Plätze, fühlen uns aber alles andere als wohl hier. Erst recht nicht mehr als Beni beim Duschen gleich die erste Zecke entfernt und wir dann beim genauen Hinsehen auch am Camper, die eine oder andere Zecke entdecken. Na gut, ist ja nur für eine Nacht.

Calanques de Piana & Réserve Naturelle de Scandola

Morgens in der Früh stehen wir auf und machen uns nach einem Kaffee auf den ca. 30 minütigen Weg an den Hafen. Wir haben gestern im Internet noch eine Bootstour gebucht und sind mal gespannt, ob alles klappt. Am Hafen angekommen verweist uns unser Anbieter zu einem Boot eines anderen Anbieters, was uns schon etwas Spanisch vorkommt. Skeptisch, aber pünktlich betreten wir das Boot. Unser Kapitän ist ne coole Socke, das Boot mit 12 Personen alles andere als überfüllt, soweit alles tiptop. Die Tour dauert mit 3 Stunden auf dem Wasser lange, bietet aber dermassen viel Abwechslung das die Zeit schnell rum ist. Zuerst geht es nach links zu den Calanques de Piana und dann einmal quer über die Bucht auf die andere Seite zum Réserve Naturelle de Scandola. Von Seeadlern, über deren bis zu 2.5 Meter hohen Nestern, über die in allen Farben und Gesteinsarten verschiedenen Felsformationen und Höhlen, in welche wir oder hindurchfahren, ist alles dabei. Man kommt aus dem Staunen nicht raus und die Infos, welche unser Kapitän erzählt, sind sogar für uns, die einzigen eher schlecht Französisch sprechenden Gäste an Board halbwegs verständlich. Er nimmt sich sogar die Mühe und versucht sich teilweise auf Englisch. 


DER PLAN DER KEINER IST

Wir wollen noch weiter und fahren durch eine sehr schöne Gegend. Für den Abend haben wir uns einen Campingplatz ausgesucht, welcher, wie könnte es auch anders sein, noch geschlossen hat. Somit fällt auch die geplante Wanderung für morgen Vormittag aus, denn ansonsten ist weit und breit kein Camping in der Nähe zu finden. Die Stimmung ist etwas angespannt, der Umweg war nicht gerade kurz und jetzt kurzerhand einen anderen Schlafplatz suchen und einen neuen Tagesplan schmieden nervt... Aber wir raufen uns zusammen und haben Glück und finden einen coolen Campingplatz fast am Meer und geniessen doch noch einen gemütlichen Grillabend.

Randonnée Capo di Muro -DAS ZIEL IST DAS ZIEL

Und nicht immer der Weg...
Eine «Panorama»-Wanderung, bei welcher wir uns über eine Stunde durch hohe, Macchia-Büsche kämpfen und genau gar nicht sehen können, bis dann endlich die Küste ein erstes Mal sichtbar wird. Benis Geduld ist schon kurz vor einem kritischen Punkt doch nun offenbart sich uns ein wunderschöner Küstenabschnitt mit Steinen und Felsen in bizarren Formen, wie wir es in unseren Breitengraden nicht kennen. Ausser uns befinden sich nur eine Handvoll weitere Menschen auf dem Pfad, welchen wir aber jeweils nur kurz begegnen.
An einer kleinen geschützten Bucht wagen wir uns trotz des doch ordentlichen Wellengangs ins kalte, erfrischende Meerwasser. Nach einer Sandwichpause (wäge di Ässenszit) nehmen wir den Rückweg in Angriff. Immerhin zuerst auch noch etwas der Küste entlang und danach freuen wir uns, während dem doch eher mühsamen Aufstieg, schon auf das kleine, schmucke Restaurant, welches wir ganz zu Beginn der Wanderung schon entdeckt hatten. Mit lecker Bierchen und Glace gestärkt düsen wir los auf der Suche nach einem neuen Campingplatz für weitere zwei Nächte.

"STREET ART"-STREET

Der Morgen ist grau und trüb, weshalb wir alle Pläne in der näheren Umgebung direkt über den Haufen werfen und auf die Fahrt aufbrechen, die uns zwei Stunden weiter südlich zu einer tollen Wanderung führen soll - zum Cap Muro. Die Strasse dahin ist sehr speziell. Auf fast 12 Kilometern wurden sämtliche, also wirklich sämtliche, Risse repariert. Als wäre ein Graffitikünstler am Werk gewesen, weshalb wir der Strasse den Namen «Street Art»-Strasse gegeben haben.

Abbartello - WER SUCHET DER FINDET

Nicht zum ersten Mal stehen wir zuerst vor einem geschlossenem Camping, welcher eigentlich geöffnet haben sollte. Der zweite scheint irgendwie auch geschlossen zu sein – niemand da, das Tor zur Einfahrt ist jedoch offen, weshalb wir spasseshalber eine Runde auf dem Platz drehen. Leider hat dieser «Ausflug» unserer Betty beidseitig tiefe und lange Kratzer beschert. Die Äste hingen seeehr tief. Der dritte Platz ist dann ein Volltreffer, wir finden einen schönen Platz, zwar nicht direkt Meer aber neben einem grossen, schönen Baum umgeben von ein paar Steinblöcken, welche uns ein privates kleines Paradies bescheren. Gegen Abend spazieren wir ins Dorf, wir brauchen Bier im Kühlschrank und wollen noch etwas grillieren. Das eine Restaurant auf dem Rückweg bietet aber leckeres Futter, an weshalb wir Auswärts zu Abend essen und in einem weiteren schmucken Restaurant mit Tischen direkt am Wasser auch noch gleich für morgen Abend reservieren, hier wollen wir mal wieder ordentlich Tafeln gehen.

MORGENSCHWUMM

Herrlich ausgeschlafen wollen wir morgens nach dem Kaffee gleich mal eine Runde im Meer schwimmen gehen. Bereits um 9 Uhr spazieren wir die 10 Minuten an den Strand, um uns im frischen Wasser zu erquicken. Wir geniessen das wellenarme, herrlich klare und saubere Meer ganz für uns alleine. 

CAMPERLIFE

Der restliche Tag ist abwechslungsreich, von einem ausgiebigen Frühstück über einen weiteren Schwumm im Meer bis zum Camperstaubsaugen und Reiseplanung (inkl. lecker Bierchen) sowie Spiel und Spass ist alles dabei. Wir geniessen die Zeit, ohne den Drang etwas tun zu müssen sehr.

TAFELN AM MEER

Am Abend gehen wir im reservierten Restaurant tafeln. Wir haben einen Platz in der vordersten Reihe ergattert und sind gespannt, was das Restaurant bietet. Die Preise sind etwas höher als sonst und die Karte bietet nur eine kleine Auswahl. Wir lassen uns auch den frischen Fisch präsentieren wobei Beni jedoch rasch abwinkt, denn der sieht einfach nicht frisch aus. Ein Merkmal dafür sind die gräulichen, eingefallenen Augen, diese müssen glänzend und prall mit schwarzen Pupillen nach aussen stehen – meint Mr. Beni Google. Die Vorspeisen sind klein, aber ok, die Hauptgänge, Schweinefilet und Ente, ebenfalls. Wobei wir beim Fleisch eine komische Konsistenz / Kompaktheit bemerken. Getrieben von unserer Neugierde haben wir bei Google ein neues Wort entdeckt, das Separatorenfleisch, was nichts anderes als gepresstes Fleisch ist. So sah es auch aus und fühlte sich auch so an beim Essen. Wir wissen also nicht genau was wir letzten Endes gegessen haben, geschmacklich war es jedenfalls gut. Die Portionen waren halt einfach etwas klein (vor allem im Vergleich zum Preis), weshalb kurz die Überlegung aufkam, statt Dessert noch eine kleine Carbonara im Camper zu kochen… Oder halt zum Dessert eine Käseplatte bestellen, da gibt es in der Regel noch Brot dazu hiiihii. Wir nehmen dann doch noch zwei Desserts, welche auch gut aber nicht überragend sind und geniessen die eindunkelnde Nacht und das rauschende Meer zu unseren Füssen.

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