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San Juan de Gaztelugatxe

Guten Morgen Bilbao. Es ist immer noch dunkel. Am Anfang dachten wir noch, dass wir einfach unwahrscheinlich früh aufstehen, aber schon bald ist uns aufgefallen, dass es hier erst so gegen 08:30 hell wird. Krass!

San Juan de Gaztelugatxe. Seit Tagen wiederholt Beni das Wort Gaztelugatxe und spricht es 100% falsch aus. Aber wie man es aussprucht wissen wir immer noch nicht genau. Aber da Beni deswegen schon einen Sprung in der Platte hat und der Ort anscheinend mittlerweile wegen der Serie Games of Thrones (da können wir jedoch nicht mitreden) auch sehr bekannt ist, statten wir ihm einen Besuch ab. Wir sind früh dran, getreu auch unseren guten Erfahrungen mit dem Motto «der frühe Vogel fängt den Wurm».

 

Der grosse Parkplatz ist noch auto- und menschenleer, als wir gegen 09:30Uhr ankommen. Wir ziehen uns ein erstes Mal unsere Wanderschuhe an da der Weg zwar kurz (1.2 Kilometer) aber steil (230 Höhenmeter) ist. Kurz nach dem Start werden wir schon von einem arbeitswütigen Laubbläser verfolgt. Also die morgendliche Ruhe muss schon mal mit einem schnelleren Tempo erkämpft werden. Als wir starten, liegt die Insel mit der Kapelle noch im Schatten. Der Anblick der Steintreppen, welche über die Klippen hoch zum alten Kloster führen, ist schon ziemlich hübsch, der Weg zum Laufen dann eher etwas weniger sexy. Zuerst unzählige schlüpfrige Treppenstufen runter und dann auf der anderen Seite wieder rauf. UND DAS AUF LEEREN MAGEN! Oben angekommen, verlassen die ersten beiden Besucher gerade die Anhöhe und wir sind Mutter-Seelen-Alleine an einem Ort, wo man in der Hochsaison sonst ein Ticket mit einer definierten Eintrittszeit weit im Voraus lösen muss. Hinter uns machen sich Señor Laubbläser (zum Glück ohne denselben) mit seinem Kollegen auch an den Aufstieg. Kurz etwas Müll zusammensammeln und dann sind die beiden auch wieder weg und wir wieder allein. Erstaunlicherweise war der Aufstieg gar nicht so schlimm wie wir erwartet hatten, warten wir mal den Rückweg ab – dort ist der Aufstieg dann um einiges länger.

Die Aussicht hier oben ist ebenfalls schön und nach einer kurzen Trinkpause und einem Manderindli (Beni ist etwas enttäuscht, dass Joli nicht heimlich noch mehr Essen eingepackt hat – obwohl er der war der gesagt hat «Es braucht nichts, weder Essen noch Trinken – dann sind wir noch im Fettverbrennungsmodus» - jajaaaa u itz e Lätsch mache, wüus ke Fuetter het…).

 

Nach einem kurzen Blick nach unten, fallen uns die vielen kleinen Punkte auf, welche langsam hochgekrochen kommen, also machen wir uns auf den Rückweg. Nun kreuzen wir auch den Weg etlicher, anderer Touristen, welche sich offenbar mit Vorliebe in Trainerhosen und viel Parfüm aus dem Haus gesellen. Wir sind der Meinung, wer morgens das Haus nur in Trainerhosen verlässt, hat sich bereits aufgegeben, aber wahrscheinlich haben wir auch einfach keine Ahnung der aktuellen Mode. Aber Jedem das Seine. (P.s. kurz nach dem Erfassen dieses Textes sehen wir ein Bild auf FB, welche erahnen lässt, dass wir mir unserer Trainerhosenmeinung nicht alleine sind…) 

Kurz bevor wir wieder ganz oben sind, machen wir noch einen Abstecher zum Aussichtspunkt wo Beni meint: «Wir haben jetzt, noch ein kühles Mate gäu?». Ja logisch – kein normaler Mensch geht ganz ohne Proviant zum Haus respektive zum Camper raus – schon gar nicht Joli! Auch dieser Aufstieg ist nicht ganz so schlimm wie erwartet und wir kommen fit und munter wieder bei Betty Blue an.

 

Naja die Hütte auf dem Inselchen sieht bei Game of Thrones (die letzten zwei Bilder – kopiert aus dem Internet) etwas eindrücklicher aus und Drachen haben wir auch keine gesehen, aber immerhin die Treppe erkennt man.

Da die Stellplätze in der Umgebung nicht so ansprechend sind und wir nicht schon wieder zurück nach Bilbao möchten (wir haben dort erst am Sonntag wieder einen «Termin») gehen wir weiter Richtung Westen.

STELLPLATZ DES GRAUENS

Etwas östlich, kurz vor Santander, etwas ausserhalb eines kleinen Dorfes, dafür direkt neben einem riesigen Gefängnis, wo die Insassen einen hervorragenden Blick aufs Meer geniessen, steuern wir einen von uns auserwählten Stellplatz an.

 

Leider müssen die hübschen Bilder aus der Park4Night-App schon Jahrzehnte alt sein. Die Realität sieht im Vergleich eher «abgefuckt» aus. Es sieht alles sehr ausgestorben aus. Die Duschen sind zwar geöffnet aber nicht das höchste der Gefühle, die Gebäude rundherum sind kurz davor in sich zusammenzufallen und das Wetter lässt alles noch trostloser aussehen. Deshalb haben wir den Ort sogleich wieder verlassen. 

VIRGEN DEL MAR

30 Minuten später, etwas ausserhalb von Santander finden wir einen kleinen, hübschen und vor allem geöffneten Campingplatz am Meer. Campingplätze gäbe es eigentlich genügend, zurzeit ist jedoch nur etwa einer von zehn Plätzen geöffnet.

 

Als Joli relativ lange nicht von der Rezeption zurück kommt, geht Beni mal nachschauen. Vertieft in eine Gespräch mit dem ecuadorianischen Rezeptionisten wird Beni von diesem herzlich begrüsst und er entschuldigt sich, dass wir uns etwas im Gespräch über Ecuador verloren haben. Die Beste Aussage von ihm war ja: «Ja man versteht die Spanier schon aber sie reden halt schon ganz anders und benutzen komische Wörter».

 

Da der Nachmittag noch jung ist, gehen wir noch an den Strand Virgen del Mar. Überraschenderweise hat es dort sogar zwei Bars, welche sogar beide geöffnet haben. Einziges Problem: Joli hat das Portemonnaie ausgepackt und Beni das Natel mit dem Not-50ger auch im Camper gelassen. Kurz gedealt: Joli holt das Geld, Beni muss dafür danach Staubsaugen UND Kochen - und dann gibt es doch noch ein lecker Bierchen an der Sonne.

 

Während Beni dran ist eine Lasagne zu kochen, schnuppert Joli bereits mit grosser Vorfreude – es riecht nämlich herrlich. Doch dann wie mit einen On/Off Schalter sind plötzlich sämtliche Geschmacksnerven ausgeschaltet. Um ganz sicher zu gehen, nimmt Joli zwei grosse Prisen Schnupftabak – nichts! Während Beni schmatz und seine Lasagne in den höchstens Tönen lobt, sitzt Joli traurig vor dem Teller und hat ausser einem Tabakflash nix davon. Schande aber auch! 

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