I want to ride my Bicycle
Ein halbwegs schöner Tag steht an, weshalb wir ein erstes Mal unsere Velos vom Camper lösen, um der Küste entlang in Richtung Santander aufzubrechen.
Es gibt zwar einen gut markierten Veloweg, wir wissen es jedoch immer wieder besser und entscheiden uns für die kleineren Strässchen, teilweise nicht mehr geteert, welche uns in Richtung Küste führen (kurz wir vertrauen Google Maps). Leider finden wir uns so immer wieder in Sackgassen wieder, welche uns zur Umkehr zwingen oder unsere Zwischenstopps nur über sehr umständliche Umwege möglich machen. Selbst als wir bei Google Maps vom Fahrrad- auf den Automodus, wechseln führt und das Navi querfeldein…
Playa MAruca
Nach etwa 15 Minuten machen wir einen ersten Fotostopp an einem Küstenabschnitt, an welchem die Wellen, aufgrund des teilweise doch starken Windes, brechend an die Küste klatschen. Es ist eindrücklich mit welcher Kraft das Wasser hier auf Land trifft.
Der nächste Stopp führt uns wieder in Sackgassen und auf Feldwege. In einer dieser Sackgassen fragen wir einen netten Herrn nach dem Weg. Mit dem Mountainbike wäre der Weg, den unser Navi angibt, durchaus machbar aber mit unseren City-E-Bikes empfiehlt er uns die geteerten Strassen.
pantéon del inglés
Auf der Touristenkarte vom Campingplatz, ist eine grosse Kathedrale aufgezeichnet, die wollen wir sehen. Querfeldein erreichen wir schliesslich eine kleine Kapelle, welche in Wirklichkeit gerade mal so gross ist, dass darin eine 80x200cm Matratze Platz findet. Wir wissen das so genau, da sich besagte Matratze auch wirklich darin befindet, nur der Bewohner scheint gerade nicht zu Hause zu sein. Es ist windig am Meer und wir fahren zurück Richtung Strasse.
faro del cabo mayor
Nächster Stopp; der Leuchtturm. Da von weitem deutlich spektakulärer, sind wir ziemlich schnell wieder on the road und da auch noch nicht Zeit für Olympia ist, lassen wir auch das Café hier noch aussenvor.
peninsula de la magdalena
Noch ein kleiner Stopp an einem Aussichtspunkt und dann pünktlich gegen 11:20Uhr kommen wir auf der Peninsula de La Magdalena, etwas ausserhalb von Santander und direkt an der Küste, an. Perfekt, um in einem Café ein gemütliches Plätzchen an der Sonne zu beziehen und bei lecker Bierchen und einem Stück Tortilla die goldene Schweizer Ski Abfahrt an der Olympia zu geniessen.
Im Anschluss lassen wir unsere Velos noch etwas stehen und spazieren durch den Park zum Palast der besagten Magdalena. Getrieben durch unseren starken Harndrang (das dieses Bier auch immer so schnell wieder raus will...), steuern wir zielstrebig den Eingang des Palastes an, an welchem wir uns am unbesetzten Eingangstresen (ist wohl gratis juhu) an einer geführten Gruppe vorbeizwängend, Zutritt ins Innere verschaffen. Die Toiletten finden wir ziemlich zügig im Untergeschoss, von wo aus wir uns mit dem Lift bis ins Dachgeschoss begeben. Oben angekommen wirkt das Haus auf uns sehr dunkel und verlassen, kein Wunder ausser uns ist da auch wirklich niemand. Das gleiche Bild bietet sich uns im 2. und im 1. Stock wieder, alles verlassen und teilweise dunkel, die Türen geschlossen (aber zu unserem Glück nicht verschlossen – neugierig wie wir sind). Selbst die Gruppe von vorhin ist verschwunden und die beiden Damen die ebenfalls noch auf der Toilette waren. Uns kommt langsam der Verdacht, dass vielleicht mittlerweile geschlossen wurde und wir hier vielleicht festsitzen.
Erst beim Ausgang bemerken wir, dass der Palast über die Mittagszeit geschlossen ist und es eigentlich pro Person 6.50 Euro Eintritt kosten würde. Upsi! Wir amüsieren uns köstlich, dass wir ungewollt einen zwar teilweise dunklen, aber immerhin menschenleeren und gratis Rundgang durch den Palast hinter uns haben.
Santander CEntro
Mit dem Velo düsen wir den kurzen Weg nach Santander und parkieren diese in der Nähe des Hafens, um ein wenig durch die Altstadt zu schlendern. Joli will die ersten Treppen rauf die sie sieht um «sich einen Überblick zu verschaffen». Aha! Immerhin entdeckt sie so die Fussgängerzone und dort kommen wir per Zufall an der Markthalle vorbei was uns, nach betreten dieser aufgrund der heiteren Stimmung auch sehr gut gefällt. «Guck, das Paradies!» meint Beni und strahlt wie ein Marienkäfer! Wir mischen uns unter die Einheimischen, welche bereits Bier, Wein und Pintxos in rauen Mengen konsumieren, was natürlich auch uns nicht missfällt. Die Spezialität aus Santander ist angeblich «Rabas» - in Mehl frittierte Tintenfischstücke, welche uns hier zu teuer sind, wir aber in einer weiteren Bar finden. Dort läuft es «wids Bissiwätter». Wahnsinn, die Leute und die Teller, die da an uns vorbeiflitzen, während wir einen der letzten Plätze an der Bar ergattert haben. Wir verputzen die Tintenfischis und befinden diese für lecker - also Beni. Jolis Geschmackssinn glänzt immer noch mit Abwesenheit. Auf dem Rückweg fahren wir noch durch einen historischen Tunnel (Wieso und weshalb? Keine Ahnung!), der grün ist und tropft und Beni somit nicht sehr erfreut.
neptuns blähungen
Den Abend verbringen wir im Camper mit der weiteren Detailplanung der nächsten Tage sowie dem Arbeiten an Homepage und Polarsteps.
Die Nacht ist dann sehr unruhig. Es windet so heftig, dass wir das Gefühl haben es fegt uns die Matratze unter dem Hintern weg. Der Regen peitscht gegen unsere Betty Blue und es hört sich an, als ob die ganze Zeit jemand mit Plastiksäcken neben unseren Ohren rumspielt. Da hilft auch, das durch den Wind verursachte Schaukeln nicht beim Einschlafen.
























































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