Die Fahrt zum nächsten Halt zieht sich mit 3.5 Stunden relativ lange hin. Im Allgemeinen lässt sich sagen das die Spanier eigentlich über «gute» Strassen verfügen. Aber es gibt hin und wieder mal Autobahnabschnitte mit vielen grossen Löchern im Boden (kein Vergleich mit Südamerika, dort fährt man auf der Autobahn mit teilweise 30km/h à la Slalom) und heute haben wir wohl einen grossen solchen Abschnitt erwischt. Aber immerhin fällt uns positiv auf, dass wir heute zum ersten Mal auf den Autobahnbrücken nicht durch den starken Seitenwind von unserer Spur verdrängt werden. Dafür ist die Brücke beunruhigend uneben und holprig. Und plötzlich wird es auch ziemlich kalt im Auto und wir entdecken den ersten Schnee auf den Hügeln vor uns. Brrr! Und in der Ferne entdecken wir dann zu allem Überfluss auch noch Schneeberge.
Als wir jetzt aufgrund einer Sperrung von der Autobahn müssen, stellen wir fest, dass unser Navi trotzdem die Strecke via Xinzo genommen hat, und somit schauen wir dort kurz vorbei… Das muss ein Zeichen sein. Also ausser einer Grossbaustelle durch die ganze Stadt und ein paar verirrten Plastikbechern, ist die Stadt völlig tot. Wir können uns nicht vorstellen, dass hier gestern eine grosse Carneval Party getobt hat, welche sich heute wiederholen soll – man sieht gar nix. Klar, es ist auch erst Mittag aber irgendwie haben wir das Gefühl, dass wir doch besser als geplant weiter fahren sollten, was wir dann auch tun.
Kurz danach verlassen wir die Autobahn endgültig, um auf einer 22 kilometerlangen Landstrasse weiterzufahren. Die Löcher sind kleiner, dafür zahlreicher und das Fahrvergnügen bleibt somit das gleiche. In den 22 Kilometern begegnen uns gerade mal drei Autos, ein Fahrrad und zwei Personen. Wo fahren wir wohl hin?!
CARNEVAL
Wir wollen heute auch dabei sein beim spanischen Carneval und machen uns gegen 15Uhr auf in die Stadt. Schliesslich soll vor allem der Carneval in La Bañeza von nationalem touristischem Interesse sein.
Nichts, aber auch gar nichts deutet hier auf ein bevorstehendes Fest hin. Auf dem Weg kreuzen wir zwar vereinzelt verkleidete Fasnächtler und auf der Plaza finden wir dann doch die ersten Hinweise. Ein verkleideter Turm, einen Carneval Schriftzug und zwei Bierstände und einer davon hat sogar geöffnet. Aber vor dem grossen Besäufnis, eh der Party, verputzen wir sicherheitshalber noch zwei Hamburger, bevor wir uns dann mutig ins kalte Bier stürzen – nicht gerade Bierwetter aber Glühwein haben sie hier nicht. Ein paar Bars und Biere später spazieren wir den vereinzelten Partytigern hinterher in Richtung einer Kreuzung, wo wir uns mit einer Handvoll weiterer Menschen ein Platz ausgesucht haben, um die, in Kürze startende, Parade zu sehen. Beni regt sich fürchterlich auf, dass die Damen visavis die ganze Zeit etwas am Knabbern sind und er nichts hat (aber vorhin ein riesen Theater, weil er keinen Burger wollte zum «bödele»). Auch die Tatsache, dass es vermutlich irgendwelche Sonnenblumenkerne sind (der Haufen vor den Damen wir immer grösser) mag ihn nicht zu beruhigen. 41 Minuten später und nicht mehr so allein kommt der Umzug dann endlich bei uns vorbei.
Der Umzug ist bunt, unkoordiniert, schrill, nicht sehr laut aber für gross und klein und alle haben Spass dabei. Im Vergleich mit einer Schweizer Fasnacht respektive Guggenmusik, irgendwie eher etwas für das ganze Volk als «nur» für gut organisierte Guggen. Mal kommt eine Gruppe mit Familien, dann eine mit Omas und sogar eine Gruppe mit Menschen mit Beeinträchtigung kommt vorbei. Die Musikgruppen sind nicht wirklich verkleidet und nebst der Musik schreit, eh singt, auch noch immer einer in ein Megafon und die Verkleidungen sind kreativ aber lange nicht so hochwertig wie bei unseren Guggen – übrigens auch die Musik nicht. Viele haben auch einen Wagen mit Boxen dabei. Bei uns wirkt im Vergleich alles völlig professionell, organsiert und perfekt, wobei man hier eher weniger darauf achtet. Immer wieder kommen einige verkleidete Personen angerannt und wir erkennen, dass diese zu Gruppen gehören, die bereits mehrere Meter weiter vorne sind. Manchmal kommen sogar ein paar der Musiker hinterhergerannt und haben dann das ein oder andere Getränk dabei.
Der Umzug dauert ca. 1.5 Stunden und nach einer Weile haben wir kalt und durst und folgen der Parade bis wir fluchtartig, rechts in eine Bar eindringen und Bier bestellen. Am Ende der Parade sind wir wieder auf dem grossen Platz, wo wir die Bierstände entdeckt haben. Wir fragen, wo denn Orquesta Máxima Show stattfinde, und die Dame meint «Chicos, no tengo idea…». Beni meint nur «Wieso nennen die mich immer Chico, ich heisse Beni und Chico war der Hund von meinem Grosi!» Aha. Na dann.
Im Anschluss strömen wir dann doch noch mit der «Masse» zur «Orquesta Máxima Show». Wir erwarten ein Konzert mit allen Musizierenden, stehen aber stattdessen von einer grossen Bühne, wo eine paar halbnackte Frauen rumhüpfen und ein paar Typen dazu singen. Nicht ganz was wir erwartet haben, aber wir können auch hier zu Bier und Musik noch ein wenig die Hüften schwingen. Es ist richtig kalt geworden und irgendwie ist auch nicht wirklich viel los, also machen wir uns gegen 21Uhr auf den relativ langen Rückweg machen.
Zu Hause gibts es noch ein kleines «Bettmümpfeli» eine Portion Chääshörndli um dem morgigen Kater etwas entgegenzuwirken. Leider ist es nicht wie üblich Carbonara – denn die Späckwürfeli sind alle. Aber die Chääshörndli mit ordentlich M-Budget Raclette Käse sind auch sehr lecker.











































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