Da der Campinglatz etwas ausserhalb der Stadt ist und der Bus von dort effektiv nur 4x täglich fährt (Joli hat als blöder Witz noch gesagt, der fahre sicher nur alle 3 Stunden…) laufen wir 15 Minuten zur nächsten Hauptstrasse wo doch immerhin alle 20 Minuten ein Bus vorbei kommt.
Dabei laufen wir an einem Fluss vorbei und staunen über das viele Wasser und die im Wasser stehenden Bäumen. Wir haben den Regen ja selber mitbekommen und auch von vielen gehört, dass es seit fast zwei Monaten durchgehend regnet aber über die Ufer getretene Flüsse und überflutete Felder begegnen uns erst jetzt weiter im Inland.
Mit dem Bus düsen wir also in die Stadt. Schon in Bilbao kostete dieser, wie auch hier, nur rund 1 Euro. Beni kann sich noch gut an seine Schulzeit erinnern, damals kostete der Bus in Thun auch noch 1 Franken, lang ist’s her (nostalgisch).
Wir haben, wie könnte es anders sein, Hunger und kehren beim Japaner ein, da dies das erste Restaurant nach der Endstation der Bushaltestelle ist und wir für das Mittagessen schon spät dran sind, da bereits 15:30Uhr ist. Danach kann unsere Sightseeing Tour durch Burgos starten.
BLUTWURST
Die Stadt wirkt wieder einmal wie ausgestorben, aber wir sind auch wieder in der Mittagpause unterwegs und alle Läden haben geschlossen. Eine regionale Spezialität ist hier die Blutwurst, welche sich Beni, trotz des gerade einverleibten Mittagessens, nicht entgehen lassen will. Aber eben nach dem Essen ist vor dem Essen und in einer Bar gönnt sich Beni dann noch ein Blutwurst-Pincho mit lecker Bierchen, bevor dann auch diese Bar schliesst.
EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN
Dann laufen wir los und spannen einmal mehr unsere Regenschirme auf, welche wir dann aber auch einmal mehr eher nach dem Wind als nach dem Regen ausrichten müssen. Wir verlassen die jetzt auch ausgestorbene Gasse mit den Bars und Restaurant und wenden uns den alten Gebäuden zu. Dabei kommen wir zu einer kleinen Allee oder einem kleinen Park – schwierig zu sagen. Aber was wir sagen können, ist «Oje – was ist den hier passiert?!»
Wer kennt sie nicht, die wunderschönen Gartenarbeiten von Edward mit den Scherenhänden (für die es wirklich nicht kennen – unten ein paar ergänzende Bilder aus dem Film (Internetquelle) im Vergleich zu unserer Realität). Auch hier im Burgos durfte sich ein Gärtner beweisen. Es sieht jedoch einfach nur richtig «Schei***» aus meint Beni und uns tun die Bäume und Sträucher leid, welche so übel zugerichtet worden sind.
SANTA MARIA
Dafür besticht die Architektur einmal mehr mit Klasse und Schönheit. Direkt hinter dem mittelalterlichen sehr schönen Torbogen finden wir ein richtig hübsches, im Gothic-Stil gebautes UNESCO Weltkulturerbe; die Kathedrale von Santa Maria. Da kann Santiago vom Komposthaufen mit seiner Kathedrale einpacken. Uns gefällt die Hütte zumindest von aussen sehr gut, um das Innere zu sehen werden für zwei Personen 22 Euro fällig; zu viel für unseren Geschmack und oft sind diese Bauten von aussen um einiges beeindruckender als von innen (bisher haben wir weltweit eine Ausnahme gesehen - die Sagrada Familia in Barcelona). Wir schlendern lieber noch um das Gebäude herum und betrachten die verschachtelte Konstruktion von allen Seiten. Das kuhle am Dauerregen ist, dass es auf unseren Fotos sehr wenig andere Leute hat und die Plätze, mit den Steinplatten immer so hübsch glänzen.
Um das ganze Ausmass der Kathedrale noch von oben zu sehen, steigen wir die vielen Treppen in Richtung Schloss hoch. Leider sind auch hier, wie in der Stadt die Türen verschlossen, aber immerhin den Blick auf die Stadt können wir geniessen bevor wir uns wieder an den Abstieg machen. Wobei wir feststellen, dass Burgos nicht wie von Beni vermutet logischerweise über eine Burg verfügt sondern eher «Burglos» ist, dass Schloss ist, nämlich nicht mehr wirklich vorhanden und irgendwie als Stahlkonstruktion nachgebaut. Und die in die übriggebliebenen Mauern eingebauten Totenköpfe sind irgendwie auch gruselig – naja sieht auf den ersten Blick zumindest so aus.
Beim Runterlaufen nehmen wir eine andere Gasse, denn Beni läuft nicht gerne den gleichen Weg zweimal (er nennt das liebevoll «der Weg war umsonst» - so nennt er es übrigens auch, wenn Joli sich wieder mal verirrt um man gefühlte 5x die Richtung ändern muss). Auf diesem neuen Rückweg entdecken wir eine Rolltreppe. Beni ist so empört, dass er diese erst bei Runterlaufen entdeckt, dass er runterläuft und demonstrativ nochmals hochfährt…
WIR KÖNNEN AUCH KAFFEE
Wer denkt wir sind immer nur am Saufen, an der Plaza geniessen wir noch einen Kaffee und schauen kurz einer, auf einer kleinen Bühne laufenden, Kindershow zu. Heute ist nämlich Kindercarneval. Nicht das wir ein lecker Bierchen nicht in Betracht gezogen hätten, denn auf einem anderen Platz haben wir eine grosse Bar gesehen, wo schon lautstark Musik aus den Boxen dröhnte. Als wir gefragt haben, meinte die Dame, dass sie etwa um 18Uhr, oder viertelnach oder 18:30 aufmachen und es Schokolade und Kartoffeln gebe zum Konzert, es aber noch nicht sicher sei, ob die Bar geöffnet habe. Als wir auf dem anderen Platz, dann festgestellt haben, dass Kindercarneval ist haben wir das erst so richtig verstanden – naja bis auf die Kombi von Schokolade und Kartoffeln. Aber man muss nicht immer alles verstehen.
Es wird kalt und dunkel und wir machen uns auf den Heimweg, aber natürlich nicht ohne dabei beiden Busnummern nachzuwinken, welche uns direkt vor der Nase wegfahren.

















































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