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La Rioja

Sajazarra

Der Geburtsort von Zorro, seine Mutter hiess Zarra und beide kommen aus diesem Ort, einem mittelalterlichem Dorf in Spanien. Natürlich absoluter Blödsinn aber viel mehr gibt es zu diesem Dorf nicht zu sagen. Wir kommen dort «früh morgens» (09:45Uhr) nach knapp zwei Stunden Fahrt an und wollen (wieder) eines der schönsten Dörfer Spaniens anschauen und wenn möglich einen Kaffee trinken und eventuell ein kleines Frühstück zu uns nehmen.

 

Wir parkieren also am Ortseingang und laufen los. Das Dorf ist wunderschön mit seinen Steinhäusern, kleinen Gassen, dem Dorfplatz, der Kirche und dem Schloss. Die absolute Ruhe nur unterbrochen vom fröhlichen Vogelgezwitscher. Wunderbar. Aber das wars dann auch. Es ist ansonsten völlig ausgestorben. Wir spassen schon darüber, dass es sich um ein Geisterdorf handeln könnte. Gerade als wir das letzte Mal in eine Gasse blicken, bevor wir das Dorf über die Brücke wieder verlassen, entdecken wir eine alte Frau, welche im Morgenmantel um die Ecke geschlurft kommt. Aber diese eine Seele ist für uns rein optisch nun wirklich nicht der Beweis, dass es nicht doch ein Geisterdorf sein könnte…

HAro - Weinhauptstadt in der Rioja Alta

Willkommen in der selbsternannten Hauptstadt des Rioja (effektive Hauptstadt der Region Rioja ist nämlich Logroño). Schon auf der Fahrt nach Haro fahren wir durch die riesigen Weingebiete, das muss eine Pracht sein im Sommer. Leider sind aktuell nur die dunklen, knorrigen, braunen Bäumchen zu sehen, welche zu hunderten, den aktuell häufig überfluteten Boden, zieren. 

Waschweiber & Fresssäcke

In der Stadt angekommen kümmern wir uns jedoch zuerst einmal um unsere Wäsche. Nach knapp zweieinhalb Wochen ist ein erster Waschtag bitter nötig, da uns der Platz unter dem Bett langsam ausgeht. Hierfür gibt es in ganz Spanien überall Lavanderias (Waschsalons) mit modernen und grossen Maschinen, welche mit genügend Euros gefüttert einen tollen Job machen. Ein schweineteures «Vergnügen». Nachdem wir zuerst die beide Waschmaschinen mit je 8 Euros gefüttert haben mussten wir auch noch die beiden Trockner mit 11 Euro füttern, damit unsere ganze Wäsche nach drei Versuchen trocken rauskommt. Und dann auch noch alles selber zusammenfalten und in den Schrank räumen. Das kennen wir von der letzten Weltreise anders; in den Sack stopfen, abgeben und gewaschen, getrocknet, zusammengelegt (manchmal sogar gebügelt) für maximal 10 Franken am nächsten Tag wieder abholen. Hier haben wir leider nichts dergleichen gefunden (nicht einmal zu höheren Preisen).

 

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt und zum Aussichtspunkt (DER AB-SO-LU-TE WAHN-SINN meint Beni mit verdrehten Augen – jaaaa der war jetzt die Treppenstufen wirklich nicht wert…!) haben wir uns für heute ein spezielles Restaurant ausgesucht, welches ein Menu mit lokalen Spezialitäten und Wein anbietet. 

Beni bestellt einmal das Traditionelle Menu und Joli das Tages Menu, damit wir so viele unterschiedliche Dinge wie möglich probieren können. Wir sind bis jetzt (wo wir es für den Bericht ganz genau übersetzen) nicht ganz sicher was wir da alles gegessen haben (was einerseits der Sprache aber auch der Optik der Gerichte zuzuschreiben ist).

 

Zur Vorspeise gabs Spargeln aus Navarra & Blutwurst mit gebratenen Peperoni - soweit alles klar und sehr lecker. 

Der erster Gang war dann ein Gemüseeintopf (was aussah wie ein schlabbriges Irgendwas aus Fleisch war wohl die Artischocke) und Lamm-Innereien (Leber, Lunge, Herz) mit Ei (was erstaunlicherweise sehr viel besser war als der Gemüseeintopf – Joli musste einfach bis nach dem Essen verdrängen was Beni vorgelesen hat was alles drin ist).

Zum Hauptgang dann die Spezialität des Hauses - einmal Hammel (kastriertes männliches Schaf) und einmal Lamm, dazu etwas Salat (welcher von Beni komplett ignoriert wurde). Es war beides sehr gut aber extrem fettig. Und zum Dessert Whiskey Eis-Torte und Quarksorbet aus Schafskäse - mmmmmh!!!

 

Dazu Wasser, eine Flasche Wein pro Person, wie immer Brot und Kaffee. Für 100 Euro für beide eines der teureren Essen, die wir bisher hatten, aber im Vergleich zum Restaurant, welches wir einmal auf dem Weg zum nächsten Stopp aufgesucht haben und wo wir 75 für «nur» zwei Hauptgänge und zwei Gläser Wein bezahlt, haben schon fast wieder ein Schnäppchen, wenn man so will. Dafür haben wir es geschafft ein paar klassische Spezialitäten aus der Region zu probieren. Und zum krönenden Abschluss gibt es sogar noch ein paar Sonnenstrahlen im Camper – was für eine Seltenheit bisher.

Weiter durch das Rioja Gebiet

Wow, die Morgenstimmung, welche wir heute auf dem Weg durchs Rioja Gebiet geniessen, ist traumhaft. Sonne, Nebel, und KEIN Regen. Gerade im Sommer evtl. sogar auf dem Fahrrad muss die Rioja Gegend wirklich sehr schön sein. Uns gefallen auch die riesigen, wunderschönen und gepflegten Bodegas, der vereinzelt auch bei uns bekannten Weine, an welchen wir vorbeifahren. 

LAGUARDIA

Als erstes besuchen wir ein Dorf, das zwar auch ein Hauptort der Rioja Weinproduktion ist, jedoch eigentlich noch zur Region des Baskenlandes gehört, es ist die südlichste Spitze davon. Nichtsdestotrotz ist ein grosser Teil der Rioja Produktion in dieser Gegen angesiedelt.

 

Laguardia respektive das Zentrum davon, ist oval förmig oben auf einem Hügel angelegt und im Grossen und Ganzen in drei lange parallel verlaufende Strassen aufgeteilt. Somit ist es relativ schnell durchlaufen und wir machen noch halt in einem Kaffee. Dort machen wir aber schnell wieder Platz, denn es ist 11Uhr und die Arbeiter kommen alle in die wohlverdiente Kaffeepause, da wollen wir nicht die Sitzplätze blockieren. Die Bodegas, welche sich hier in der Stadt befinden (nicht gerade wenige) haben alle erst am Mittag geöffnet und da wir noch weiterfahren wollen, können wir sowieso nicht allzu tief ins Glas gucken, also lassen wir es sein und geniessen das schöne Wetter solange es anhält.

 

Die, aufgrund ihrer speziellen Architektur, bekannte Bodega ausserhalb von Laguardia sehen wir schon vom Parkplatz aus und entschliessen uns diese nicht zu besuchen. Uns haben die weniger abgespaceten Bodegas Ausgangs Haro und auf dem Weg hierhin besser gefallen.

Ausser Spesen nix gewesen - Clavijo & Ausejo

Wir haben gerade festgestellt, dass der Fluss Ebro, welchen wir vorhin in den Nachrichten gesehen haben, ja derjenige ist, an welchem wir aktuell unterwegs sind. Und ja, er ist sehr hoch und an vielen Orten stehen die Bäume im Wasser.

 

Mit dem Schloss von Clavijo etwas südlich von Logroño (Riojas Hautstadt) und Ausejo wollten wir zwei Orte besuchen wo man wunderbare Ausblicke auf die Ebenen von Zentral Rioja und Rioja Baja hat. Spannenderweise sind beide Autobahnausfahrten jeweils gesperrt (die vorher sind offen und die nachher auch aber genau die beiden nicht…). Da unser Navi das nicht gewusst hat, hätten wir für beide Orte auf der Autobahn einige Kilometer weiterfahren müssen, um danach alles wieder zurückzufahren. Bei Clavijo haben wir uns somit auf Ausejo vertröstet und bei Ausejo war der Nebel dann so stockdicht, dass wir es ganz sein liessen – so sieht man ja he nix!

BABY HAUPTVERTEILZENTRUM - Alfaro

Das Baby-Hauptverteilzentrum der Störche muss wohl in Alfaro stationiert sein. Auf der hiesigen Kirche gibt es unzählige Nester (früher bis zu 120 Stück) und entsprechend mindestens doppelt so viele Störche, welche sich auch klappernd bemerkbar machen. Bei dem Lärm bekommt das Wort Klapperstorch eine ganz neue Dimension und Bedeutung. Es ist beeindruckend so viele dieser eleganten Tiere von so nah und auf so kleinem Raum beobachten zu können. Die Nester sind gewaltig, haben teilweise einen Durchmesser von über zwei Metern und wiegen bis zu 500 Kilo. Einige mussten, daher bereits entfernt werden, da das Dach einsturzgefährdet war – kein Wunder bei rund 120 Nestern a je 500 Kilo, da kommen ein paar Tönnchen zusammen - und die Kirche ist natürlich Denkmal geschützt.

 

Somit wurden und werden rund 30 Storchenpaare, welche eine hohe Nesttreue haben und immer zum gleichen Nest zurück kommen, einfach umgesiedelt. Man hätte die Kirche auch einfach so stabilisieren können, dass das Dach hält, meint Joli, aber bei rund 50'000 denkmal- und historisch geschützten Kirchen und weiteren religiösen Stätten (allein in Spanien) ist es natürlich selbstverständlich, dass die Störche weichen müssen und nicht die Kirche angerührt wird (man darf sich Joli bei dieser Aussage gerne mit verdrehten Augen vorstellen, denn ihre Prioritäten liegen da natürlich ganz anders).

 

Storchenbabys sehen wir noch keine, aktuell ist noch der Nestausbau in vollen Gange und die Babyproduktion, wie man bei einigen Paaren unschwer erkennen kann.

 

Da in diesem Ort sonst absolut gar nichts los ist ausser dem Geklapper der Störche, gehen wir anders als geplant doch schon weiter zum nächsten Schlafplatz, welcher nicht weit von hier aber noch etwas mehr in der Nähe des Naturparks La Bardenas Reales liegt.

HÖHLENMENSCHEN - Arguedas

Unseren finalen Schlafplatz finden wir dann bei den Überresten ehemaliger Höhlenmenschen respektive deren Wohnungen. Bis in die 60er Jahre wohnten in Arguedas noch Menschen in ihren, in den Fels gehauenen, Wohnungen, welche sogar Hausnummer haben. Leider sind aktuell nur die Überreste von zwei Wohnungen begehbar, welche aber nicht möbliert sind. Die möblierten Wohnungen, welche zu diesem Besichtigungsweg gehören, sind leider aktuell abgeschlossen, allerdings können wir ein bisschen etwas erkennen, in dem wir das Natel im Fotomodus an die Scheibe drücken (im unteren Bereich sind die Scheiben jeweils abgedunkelt nur oben hat es teilweise kleine Gucklöcher – aber zu hoch und zu verspiegelt, um von blossem Auge etwas zu erkennen. Man kann natürlich noch etwas rumkrakseln, ausserhalb des markierten Weges, aber diese Wohnungen sind teilweise schon eingestürzt und scheinen nicht allzu sicher zu sein. In der Nacht ist das Ganze, dann noch in sieben oder acht, laufend wechselnden Farben beleuchtet.

 

Wir machen uns auf den Weg nach unten zu unserer Betty, um noch zu kochen und begegnen dabei noch der Dorf-Front. Selbstbewusst laufen die sieben Señoras quer über den Weg verteilt nebeneinander und machen absolut keinen Wank, um uns passieren zu lassen – wir weichen jeweils über die Rasenflächen aus, um vorbeizukommen. Reviermarkieren mal anders haha.

 

Übrigens, zum Nachtisch gab es die ersten Erdbeeren des Jahres. Aus Spanien! Jaaaaa, aber das ist in Ordnung, denn wir sind ja in Spanien.

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Kommentare: 2
  • #1

    Simon Gottsponer (Montag, 23 Februar 2026 12:48)

    Unglaublich, was ihr alles so schreibt und zusammentragt. Mega super gut. Weiter so und guten teusrn

  • #2

    Benjoli (Mittwoch, 25 Februar 2026 21:46)

    Dankeschön. Wir geben uns Mühe - mit der Homepage und dem Steuern �