· 

Île de Ré

Auf geht's, bei perfektem Wetter düsen wir morgens um 9Uhr mit unseren Velos in Richtung der Insel Ré. Kurz noch ein Stopp bei einer Bäckerei und dann auf Richtung Brücke. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir die über drei kilometerlange Brücke, welche wir auf dem Velo einerseits gratis (Auto = 8 Euro) und andererseits mit eigener abgetrennter Velospur passieren können. Gegen 10Uhr erreichen wir das erste Dorf mit einem kleinen Leuchtturm im Hafen, wo wir unsere wohlverdiente Frühstückspause einlegen. 

BIERINDEX

Kurz vor Mittag erreichen wir dann den Hauptort Saint-Martin-de-Ré. Die Häuser in den Dörfern gefallen uns, sie kleben alle unmittelbar aneinander und schmiegen sich der Strasse entlang und unterscheiden sich, oft nur in der Farbe der Fensterläden und manchmal in der Höhe. Die Sonne scheint vom Himmel, es hat direkt am Wasser zwei, drei offene Restaurants mit gemütlichen Stühlen draussen - hier legen wir einen «Trinkstop» ein. Die Lust auf Bier vergeht Beni dann aber schlagartig beim Blick auf die Preisliste. Ein halber Liter Bier ab Zapfhahn kostet hier 10 Euro, eine Frechheit findet Beni und entscheidet sich für das kleinere 0.33 Liter Bierchen in der Flasche für 5.40 Euro, während Joli einen Kaffee schlürft und Beni dabei zuhört, wie er sich über die Wahnsinns-Bierpreise aufregt. Ja also der Bierindex ist seit Spanien schon um 50-60% gestiegen, aber das verhält sich bei allem so. Auch ein gewöhnlicher Kaffee ist doppelt so teuer und das Essen auch ca. 30%. Nach einer kurzen Pause mit intensivem «Mimimimi» geht’s auch schon weiter. Wir wollen zu den Salzfeldern, die sollen um die Ecke sein.

Da! Schon wieder aufgefordert: SAUF!

Und das auch noch wenn man mit dem Velo unterwegs ist.

Dabei lautet doch die Devise: «Don’t drink an drive, just sauf an lauf!»

SALZFELDER! ODER ETWA DOCH NICHT?

Wir düsen weiter vorbei an vielen kleinen, rechteckigen Wasserbecken. Gemäss Beni soll die Insel für die Salzproduktion bekannt sein, sieht aber leider überhaupt nicht danach aus, eher Fischzucht oder so. Die Becken sind voll mit Wasser und das Wasser ist teilweise ziemlich tief. Kein Hauch von Salz in Sicht und Joli lacht Beni schon aus, dass er da wohl etwas falsch interpretiert oder übersetzt hat – aber er hat das Ganze immerhin sehr überzeugend erzählt.

Wir entdecken dann auch vereinzelt die Häuser von Austernzuchten, also wohl wirklich nix mit Salz. Joli erklärt Beni bereits, wie der Text für die Homepage angepasst wird: Vor-Recherche Beni & Nach- resp. Korrektur-Recherche Beni – beides soll erwähnt werden. Plötzlich ein lauter Jubel von Beni; wir passieren ein Haus wo Fleur de Sel verkauft wird und mit Zeichnungen illustriert ist was Beni so schön beschrieben hat. Leider hat der Laden nicht geöffnet aber etwas weiter, direkt am Veloweg gibt es einen unbedienten Direktverkauf. Perfekt, Beni kauft gleich mal 200 Gramm Fleur de Sel für 3.50 Euro ein. Kurz darauf passieren wir dann Felder, welche wirklich aussehen, als könnte da Salz abgebaut werden und auch noch ein grosses Schild mit dem Titel Salzweg. Naaa gut, stimmt wohl, doch obwohl wir immer noch unsicher sind ob die ersten grossen Becken nicht etwas anderem dienen. 

Nach insgesamt, gemütlich gefahrenen, 2.5 Stunden erreichen wir das Ende der Insel, einmal mehr mit einem Leuchtturm. Dort soll sich eines von drei Restaurants befinden, welche geöffnet hat und wo Joli hofft Moules-Frites zu bekommen. Das Restaurant hat natürlich, wie alle anderen auch, geschlossen. Einzig eine kleine Crêperie hat geöffnet aber wir begnügen uns mit einem Bier und einem Krug Cider.

Kurz einmal um den Leuchtturm und dann ab auf den Rückweg. Wir machen uns auf den wunderbaren Velowegen auf den Heimweg, begegnen noch einem Arbeiter auf den Salzfeldern (wie auf der Zeichnung beim Haus) und sehen erneut überflutete Felder auf der anderen Seite der Insel. Vor allem die überfluteten Weinreben tun uns sehr weh und das viele Wasser erklärt vielleicht auch, wieso wir die Salzfelder nicht auf Anhieb als solche erkennen konnten, allenfalls hatten die auch viel mehr Wasser drin als üblich? Insgesamt radelten wir heute 82 Kilometer während 4 Stunden und 50 Minuten, also einmal rund um die Insel. Müde und mit den letzten Akkureserven und mit Arschschmerzen inklusive - bequemer Sattel hin oder her – kommen wir am frühen Abend wieder bei Betty Blue an.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Sabine (Samstag, 28 Februar 2026 20:06)

    Hallo zäme
    Ich wünsche euch eine tolle erlebnisreiche Reise! Danke für die witzigen, lehrreichen Texte. Wir sind gerade von Norwegen zurück gekommen und können euch sagen: die 10 Euro gezapft für 5 dl sind ein Klacks. Soviel kosten sie dort im Laden im Döschen - unbedient! Viel Spass weiterhin und liebe Grüsse
    Sabine (Cousine)

  • #2

    Benjoli (Samstag, 28 Februar 2026 20:16)

    Hey Sabine
    Jaaaa darauf sind wir vorbereitet - wir werden bis und mit Schottland resp. Nordengland einfach so häufig in Pubs gehen, dass wir das Bier in Skandinavien gar nicht mehr sehen können - soweit unser Plan �