Nach den Wahnsinns-Steinen düsen wir noch auf die Halb-Insel Quiberon. Hier finden wir mal wieder einen geöffneten Campingplatz (einen der ersten in Frankreich) und das erst noch direkt am Meer, wunderschön. Noch am gleichen Abend buchen wir für den morgigen Geburtstag von Joli, auf die Idee von Beni hin, einen Spa- und Wellnessbesuch. Denn der Vormittag soll wettertechnisch ins Wasser fallen.
HAPPY BIRTHDAY
Das es den ganzen Vormittag wieder mal durchgehend regnen will, hat es schon in der Nacht lautstark bewiesen – der Regen hat sich da wohl bereits aufwärmt für den grossen Auftritt am Morgen. Daher haben wir uns gestern in einem Spa gleich um die Ecke einen Wellnesseintritt gebucht. Nach Rücksprache per Mail haben wir von 9 - 13Uhr Zeit zum Entspannen. Nach einem kleinen Morgenessen stehen wir also pünktlich um 9Uhr an der Rezeption, während es draussen in Strömen giesst.
Zu unserem Ärger dürfen wir das Spa erst um 10Uhr betreten, weil offenbar vorher niemand dort ist der den Bereich überwacht und obwohl wir die Mail mit Bestätigung der Zeit vorzeigen und es auch auf der Homepage ganz anders steht, geht da gar nix. Es sei noch nicht offen. Die Franzosen stehen bisher (im Vergleich zu den Spaniern) noch nicht gerade sehr hoch in unserer Gunst und das hier macht es auch nicht besser.
Zähneknirschend statt entspannt setzen wir uns an die Hotelbar und warten. Kurz darauf läuft ein Paar in Bademantel an uns vorbei Richtung Spa. Auf unsere Nachfrage hin, heisst es Hotelgäste dürfen ab 9Uhr rein. Nach weiteren 15 Minuten haben wir genug gewartet, wir wollen unser Geld zurück oder rein. Nach Rücksprache mit dem Manager erhalten wir dann unser Geld zurück (also er will es im Verlaufe des Tages veranlassen). Auf unsere Bemerkung über diverse falsche Aussagen der Mitarbeiter erhalten wir dann noch die Erklärung, dass Hotelgäste ohne Überwachung das Spa ab 9Uhr nutzen dürfen und deshalb schon ab 9Uhr reindürfen und externe Gäste aber nicht. Ist ja auch völlig logisch. Vermutlich können die Hotelgäste im Gegensatz zu externen Gästen nicht absaufen oder in den Pool pinkeln. Naja was solls, wir nehmen noch den Gratis-Entschuldigungs-Kaffee und gehen wieder. Somit ist der Vormittag nicht nur wettertechnisch ins Wasser gefallen.
Beni regt sich auf, da arbeitest du schon nur 35 Stunden die Woche und dann noch in dieser miesen Qualität, na hoffentlich treten wir dieser EU niemals bei. Er ärgert sich seit wir in Frankreich sind über die 35 Stunden Woche und macht täglich Sprüche, wenn wir mal wieder irgendwo sind, wo sonst keiner ist aber eigentlich einer sein sollte.
Dann gehen wir halt spontan einkaufen. Joli darf sich zur Feier des Tages das Einkaufskörbli füllen, der Laden ist ein Paradies und das Körbli viel zu schnell voll. Jetzt ist doch schon 11Uhr und wir gehen wieder zurück auf den Campingplatz, denn ab Mittag soll das Wetter besser werden.
Beni wird für Joli heute ein Camper-Menue trés magnifique zaubern. Es gibt einen Kartoffelgratin mit Schweinefiletmedaillon im Speckmantel.
Aber das Wetter hält was es verspricht, und daher holen wir zuerst (zum allerersten Mal) unsere Campingstühle und den Tisch hervor und wollen bei Trank und Spiel etwas die Sonne geniessen. So der Plan, wir sitzen draussen, die Sonne macht nicht wirklich mit, dauernd lassen uns die Wolken und der Wind wieder bibbern. Der Champagnerkorken fliegt zwar in elegantem Bogen und lautem Plopp an den Strand (Beni hat ihn natürlich wieder geholt) aber der Champagner ist ungeniessbar.
Alles in allem ist der Tag nicht gerade so wie wir uns das vorgestellt haben, aber wir machen das Beste draus. Den Champagner schenken wir grosszügig dem Busch neben uns und nach ein paar lecker Bierchen und ein paar Runden Rummikub, macht sich Beni in der Küche an die Arbeit für die Zubereitung des heutigen Festmahls. Gerade zur rechten Zeit, denn draussen windet es seit ein paar Minuten wie blöd und der Regen kommt wieder einmal quer angepeitscht.
Das Essen jedoch ist ein Gedicht und der Tag somit gerettet. Essen gut alles gut.




















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