Von einem grossen Parkplatz mit Busanbindung fahren wir in die Stadt. Vor den riesigen Stadtmauern treten wir dann nach kurzer Fahrt aus dem Bus. Da wollen wir gleich als erstes rauf und einmal rundherum laufen, um uns einen Überblick zu verschaffen. Wir waren schon auf vielen Stadtmauern, welche im Vergleich mit hier auch nicht immer gratis waren, aber diese hier sind wirklich sehr gross. Insgesamt 1.7 Kilometer laufen wir einmal um die Stadt herum, respektive um die Altstadt. Irgendwie schauen wir uns überall immer nur die Altstadt an. Gleich zu Beginn entdecken wir unterhalb der Mauer am Strand ein Schwimmbad mit Sprungturm. Beni nennt es sofort ein Gezeitenschwimmbad, was sich später am Tag noch als richtig herausstellen wird wird. Das Schwimmbad sieht ziemlich cool aus, gebaut wurde es im Jahr 1936 für die ersten Touristen, welche die Stadt besucht haben, damit man eben auch baden kann wenn Ebbe ist und nicht so weit raus laufen muss, nur damit einem das Wasser dann doch nur bis zum Po kommt.
Grand-Bé
Gleich hinter dem Schwimmbad sieht man etwas weiter weg mehrere Inseln teilweise mit Festungen drauf. Mehrere Menschen pilgern übern den Strand dorthin, was laut Warnschildern bei Ebbe durchaus erlaubt ist, wenn die Flut einsetzt und man noch dort ist, soll man aber zuwarten bis die Ebbe wieder einsetzt. Easy sind ja nur rund 6 Stunden. Egal, da wollen wir auch hin, noch hat die Ebbe den tiefsten Punkt nicht erreicht, wir sind also safe. Nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir das - aktuell nicht mehr – Inselchen, welches einen fantastischen Blick auf Saint Malon und dessen Mauern bietet.
Hier erhalten wir dann beim Lauschen eines deutschen Tourguides und dessen Gruppe die Infos zu Mauerlänge und Schwimmbadbau. Die Insel direkt dahinter mit der Festung ist leider nach wie vor eine Insel und aktuell noch mit nassen Füssen verbunden, wenn wir diese jetzt besuchen wollten – zumal sie wahrscheinlich auch noch gar nicht geöffnet hat unter diesen Umständen.
Riesenwellen
Eigentlich sind wir ja hier, weil Saint Malo für seine riesigen, sich an der Stadtmauer brechenden Wellen bekannt ist. Bei dem Vorgeschmack, den wir in Spanien und Frankreich schon bekommen haben, haben wir uns riesig darauf gefreut. Aber meistens kommt es anders und dann auch noch anders als geplant. Heiter Sonnenschein, keine Wolke am Himmel, Windstill und Ebbe – da kannst du die Wellen lange suchen. Nix da.
Naja, wir finden es auch so beeindruckend wie viel Meer die Ebbe innert 6 Stunden einfach so freilegt und sind schon auf die Flut (Höchstpunkt 20:45) gespannt. Wer weiss, vielleicht kommt dann eine Welle vorbei gesaust?
So viele Eindrücke machen Hunger und heute gibts indisches Essen, da wir einerseits schon wieder spät dran sind und dieser bis 14:30 offen hat und er andererseits direkt vor unserer Nase liegt. Wir lieben es und freuen uns schon sehr auf Grossbritannien, da gibt es mitunter die besten indischen Restaurants in Europa. Wir warten zwar fast eine Stunde aber das kleine Restaurant ist voll, der arme Mann alleine im Service, in der Küche und an der Kasse. Immerhin sehen wir direkt in die Küche und sehen, dass er alles frisch zubereitet.
Zum heutigen Dessert hat sich Beni schon eine Bretonische Spezialität ausgesucht, das Kouign-amann. Butter und Zucker vereint in einem Gebäck, welches sich aussen knusprig und innen fluffig weich präsentiert, ziemlich lecker.
Beni ist heute in Kauflaune, also rein in den Gewürzladen von Olivier Roellinger. Ein anscheinend bekannter Mann für seine Gewürzmischungen (und Gourmetküche) aus Gewürzen die er selbst in der der ganzen Welt zusammensucht. Wie er dann bei der Menge im Laden noch zum Kochen kommt. Bezweifelt Joli dann doch eher. Wir kaufen hier vietnamesische Pfefferkörner und ein Fleischgewürz mit Erdnussgeschmack.
«Moules Frites» da war doch was…?! Hier gibt es sie nun wieder, die Moules Frites, tja Pech gehabt wir haben schon gefuttert. Das wird noch zu einer Hassliebe für Joli. Bei bestem T-Shirt Wetter laufen wir den Quai entlang hinaus zum Leuchtturm, wo links und rechts jetzt nicht mehr der Hafen mit Wasser ist (wie noch 2 Stunden vorher) sondern nur noch Sand. Nach dem kleinen Verdauungsspaziergang biegen wir wieder in die Gassen ein, um sogleich spontan einen Abstecher in einen Irisch Pup zumachen. Wir wollen Irland langsam einläuten, in wenigen Tagen geht es auf die Fähre, welche wir schon lange gebucht haben.
Sunset; zum ersten? Zweiten? Oder doch schon dritten?
Da es für unserer Verhältnisse schon spät ist bleiben wir auch gleich zum Sonnenuntergang. Bei der Suche nach dem besten Platz hoch oben auf der Mauer, kommen wir auch wieder am Gezeitenschwimmbad vorbei oder an dem, was davon noch zu sehen ist. Lediglich der Sprungturm ragt noch aus dem Meer (aber auch nicht mehr lange), der restliche Pool ist bereits wieder gefüllt mit frischem Meerwasser – frisches Wasser im Pool; bereit für die nächste Ebbe – einfacher geht’s nicht. Die Insel Bé ist jetzt auch wieder eine Insel und der Hafen hat wieder Wasser. Zagg – so schnell geht’s. Krass!
«Der Sonnenuntergang begeistert Gross und Klein, auch das Jolilein, nur das Benilein, findet es zu übertrieben fein. Darum macht er dem Jolilein, derweilen ein kleines Zöpfilein.»
Saint-Malo du gefällst uns, auch ohne Wellen!























































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