Nach dem kurzen Abstecher zum unteren Glendalough See düsen wir also los in Richtung Kilkenny. Wir haben viel Zeit und fahren nicht über die Autobahn, sondern wir nehmen die Nebenstrassen durch Täler und Hügel. Genau genommen durchfahren wir das Glenmalure Valley. Das Wetter zeigt sich typisch irisch. Wind, Regen, Sonne und Schnee wechseln sich ab, die Temperaturanzeige zeigt weiterhin hartnäckig drei Grad an. Beni erklärt Betty liebe voll, dass das weisse Zeug da draussen nur Schnee und ungefährlich sei und sie sich wegen dem orange leuchtenden Schneeflöckli auf dem Display keine Sorgen zu machen braucht. Auch die anderen weissen Dinger auf der Strasse, die wir später antreffen sind so typisch irisch wie das Wetter und entschleunigen die Fahrt nochmals beträchtlich. Da es also immer noch kein Wanderwetter ist, beschliessen wir etwas vorzuziehen, was wir eigentlich für einen der Vormittage in Kilkenny geplant hatten; die Dunmore Höhle.
Dunmore Cave
Für je 5 Euro Eintrittspreis gibt es hier ausschliesslich geführte Touren. Als wir ankommen, sind ausser uns einige weitere Menschen anwesend, die sind aber gerade von der Tour zurück. Wir bezahlen unseren Eintritt und erhalten die Info das in knapp 25 Minuten die nächste Tour startet.
Etwas überraschend sind wir auf einmal mit dem Herrn am Empfang ganz alleine im Gebäude. Wir haben Glück, ausser uns ist keiner mehr da und auch keiner mehr gekommen und so werden wir nach einem 10 Minuten Infovideo zur Höhle und deren Entstehungsgeschichte von unserem Guide abgeholt. Statt mit einer Gruppe von bis zu maximal 50 Personen dürfen wir die Höhle nur zu zweit besuchen, das macht Spass. Unsere Guidine (neues Wort Beni) ist sehr motiviert und erklärt uns in aller Ruhe was es alles zu sehen gibt. Nachdem die Frage geklärt ist, ob wir uns mehr für Geologie oder History interessieren, erfahren wir viele spannende Geschichten zu dieser Höhle, einige belegt, einige vermutet, andere alte Mythen. Offenbar ist die Höhle schon von hunderten von Jahren in einem Buch erwähnt und als einer der drei dunkelsten Orte in Irland beschrieben worden. Wikinger haben sie als Kühlschrank benutzt, man vermutet auch, dass sie als Grabstätte gedient hat und eine verurteilte Hexe soll sogar durch einen Geheimgang vom Dorf durch die Höhle entkommen sein. Ganz zu schweigen vom Urvolk, dass damals den Kelten Platz gemacht hat und sich ins Unterreich zurückgezogen hat und seither dort lebt. Durch viele, viele Treppen steigen wir hinab in die verschiedenen Kammern der Höhle.
Ziemlich cool und so noch in keiner der vielen schon besuchten Höhlen (Slowenien, Vietnam, Schweiz, Griechenland, Ecuador, Kuba, usw.) gesehen, sind die vielen Mini-Stalaktiten, welche innen hohl sind und deswegen nur sehr klein bleiben und dann aufgrund ihres Gewicht abbrechen. Aber das Highlight ist sicher die rund 30 Sekunden in totaler Dunkelheit als das Licht gelöscht wird.
Eine sagenhafte Stille und die totale Finsternis legen sich auf uns, welche nur vereinzelt durch das Plätschern einer herunterfallenden Tropfens unterbrochen wird. Dank unserer bescheidenen Gruppengrösse legen wir mehr Stopps ein als normalerweise und bekommen viele Infos. Zum Glück hat die Dame auch den einfacheren Dialekt als ihr Kollege am Empfang, welchen wir kaum verstehen konnten, vorhin. Wir kommen immer mehr ins Gespräch mit unserer Guidine. Als sie von uns erfährt das wir noch etwas länger in Irland sein werden, sprudelt sie nur so von Tipps was und wo wir noch unbedingt hin sollten. Einiges davon hatten wir schon auf dem Radar anderes ist nun noch neu dazugekommen.
Da wir den Campingplatz erst ab Morgen gebucht haben sind wir anhand unserer App noch auf der Suche nach einem Schlafplätzchen. Der eine Parkplatz ist aber, wegen einem Verbotsschild für Fahrzeuge über 3 Tonnen, aus beiden Richtungen nicht erreichbar und der andere gehört zu einem Park, der Öffnungszeiten hat und wo das Tor abends geschlossen wird. Da haben wohl einige «Camper Kollegen», die diese Plätze als erlaubt markiert haben die Regeln einmal mehr sehr grosszügig ausgelegt. Wir fahren also doch schon zum Camping und haben Glück. Jemand hat abgesagt und Dan belegt den Platz am ersten Wochenende sowieso nie zur Gänze. Wunderbar. Also sind wir Morgen schon am Start, wenn das viertägige St. Patricks Day Festival und das Kilkenny Trad Fest starten.
























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