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Kilkenny

St. Patrick's Festival & Kilkenny Tradfest

Wir bleiben 5 Nächte von Freitag bis Mittwoch in Kilkenny und wollen tief in die Festlichkeiten zum St. Patricks Day eintauchen. In der Kleinstadt Kilkenny wird das irische Volksfest mit verschiedenen Darbietungen (Feuershow, Foodmeile, Rummelplatz, Gratiskonzerte, Umzüge) ganze 4 Tage lang gefeiert.  

DAY I

WAT DENN LOOUS HIE?

Frühmorgens, um 07 Uhr scheint hier bereits die Sonne, der Zeitverschiebung (1 Stunde) sei Dank. Aber viel verstörender sind der blaue Himmel und das gelbe Ding da oben am Himmel und natürlich der Bodenfrost. Gegen Mittag spazieren wir dick eingepackt (Handschuhe, Kappe) die 25 Minuten vom Camping in die Stadt. Es ist bitterkalt und bewölkt, dennoch laufen hier vereinzelt Iren in kurzen Hosen und Pullis umher, die sind richtig abgehärtet. Nun gut, wenn die Sonne hinter den Wolken zum Vorschein kommt, wird es jeweils auch gleich schlagartig warm. 

MILLIONÄRE

Als erstes gelangen wir zum Schloss Kilkenny, welches wir aber nur kurz von aussen betrachten, das Innere folgt an einem anderen Tag noch. Wir schlendern über den kleinen Food Markt mit dem Riesenrad und dem Kinderkarussell und anschliessend durch die Strassen der Stadt. In einem Souvenirshop werden wir vom Verkäufer angesprochen, er will wissen, woher wir sind. Aha aus der Schweiz da, wo alle Millionäre herkommen, meint der freundliche Mann. Er hat jedenfalls seine Freude und gibt uns gleich noch ein paar Sehenswürdigkeiten und Restauranttipps mit auf den Weg. 

DAS OVALE EI

Nach einem gemütlichen Mittagessen im Kyteler’s Inn, einem der ältesten Pubs (seit 1263), von Kilkenny’s unzähligen Pub's (Kilkenny ist bekannt für seine vielen Pub's), ziehen wir weiter in eine andere Location. An der Camping Rezeption wurden wir gestern noch darauf hingewiesen, um 14Uhr in irgendeinem Pub zu sein, da noch das Six Nation's Rugby Spiel Irland gegen Schottland auf dem Programm steht und man dies Mal erlebt haben sollte.

 

Pünktlich sind wir dann in der Paris Texas Bar und ergattern die letzten Plätze mit Sicht auf den Bildschirm. Bei lecker Bierchen schauen wir uns das gesamte Spiel in zwei verschiedenen Pub's an, in der Halbzeitpause haben wir noch kurz die Adresse gewechselt, damit wir schon mal das Pumphouse ebenfalls kennen lernen, da dort einige Konzerte stattfinden sollen (Joli hat sämtliche Pubs mit Gratiskonzerten auf Google Maps in weiser Voraussicht markiert).

 

Sobald Irland punktet, wird es richtig laut im Pub. Da kommt Stimmung auf. Spannend war es auf jeden Fall, während dem Spiel haben wir auf Google die Regeln etwas studiert und so macht es dann auch Spass zuzuschauen. Die Iren haben das Spiel dann auch gewonnen, entsprechend gut war auch die Stimmung. Sogar Joli findet, dass dies um einiges weniger langweilig ist als Fussball.

DÜDELIDÜDELIDÜÜ

Nach dem Spiel ziehen wir weiter ins nächste Pub (D. Bollards - es gibt ja so viele) und gönnen uns zur Abwechslung mal einen Irish Coffee, auch sehr lecker.

 

Für 17Uhr haben wir uns das erste Livekonzert ausgesucht, heute findet es im Barrel Yard satt, dem Biergarten der Smithwick Brauerei. Wir sind frühzeitig da und haben beste Plätze direkt vor der Band und unter den Wärmestrahler ergattern können. Bei lecker Bierchen geniessen wir die Irish Folk Musik der Band «Abbeyfolk» und das Leben.

 

Weiter geht es im Matt the Millers, mit Konzert, Bier und Irish Coffee. Danach will Joli noch die «Keltic Kats» im Langtons hören gehen. Das Langtons ist dann eher eine schickimicki Locations, die Herren in Anzügen, die Damen in Glitzerfummeln und die keltischen Kätzchen sind zwei ältere Herren. 

Also machen wir uns auf den Heimweg, dabei kommen wir noch am Tynan’s vorbei, wo die Leute schon zur Tür raus auf die Strasse quellen. Dort muss es gut sein. Rein dort – irgendwie. Wir quetschen uns bis ganz nach hinten, zwitschern ein letztes Bier, singen zu Beni’s «Sweet Caroline» kräftig mit und quetschen uns dann wieder raus. Spätestens jetzt sind wir voll und das Portemonnaie (fast) leer, weshalb wir mit einem Taxi statt zu Fuss zurück auf den Campingplatz düsen. Noch kurz eiskalt duschen (Warmwasser gibt es nachts anscheinend nicht) und Spaghetti Carbonara kochen und dann ab in die Heia, es ist schliesslich schon nach 22Uhr.

DAY II

THE DAY AFTER YESTERDAY

Tag zwei der Festlichkeiten ist sehr kurz erzählt. Beni hat sich für heute leider krank gemeldet und bleibt zu Hause. Oder anders gesagt, er ist völlig verkatert. Mit nun schon 40 Jahren auf dem Zähler war der gestrige Tag (6x Bier, 2x Irish Coffee, 1x Whiskey Sour) wohl schon etwas zu streng. Joli noch nicht ganz 40 ist viel besser drauf und spaziert nachmittags nochmals kurz in die Stadt. Obwohl es alle 30 Minuten anfängt zu regnen und stürmische Windböen um Betty fegen wagt sie es kurz nach Mittag raus. Es soll noch ein Wikingerdorf aufgebaut worden sein heute. Dem Canal-Way entlang führt ein schöner Weg in die Stadt und das Glück ist Joli hold, es fängt erst in der Stadt an zu regnen und dass auch nur kurz. Das Wikingerdorf dagegen ist dann eher ein Witz. Zwei Zelte und ca. 10 Menschen als Wikinger verkleidet – naja. Vor 30 Minuten hat ein Konzert im Sullivan’s begonnen, mal schauen wie das ist. Aber dort angekommen ist die 14Uhr Band entweder schon am wieder zusammenräumen oder noch am Aufbauen, was unwahrscheinlich ist da um 17Uhr schon die nächste Band kommt. Na dann, ab nach Hause und schauen, wie es dem Patienten geht.

DAY III

The Castel & The Tower

Gesund und munter starten wir mit einem kleinen Frühstück zu Hause in den Tag. Für heute Abend haben wir Tickets für die Fire & Drumshow, welche in diesem Jahr zum ersten Mal anstelle eines Feuerwerks stattfinden wird. Nachmittags spazieren wir erneut in die Stadt, um uns das Schloss von Kilkenny anzuschauen. Es ist nicht sehr speziell oder sagen wir mal, gemessen an all der Schlössern, die wir weltweit bereits besucht haben, landet es auf jeden Fall nicht in den Top10. Beni findet nicht so recht Gefallen daran, ausser, als er die uralten Waffen sieht, bringt er ein begeistertes «du die hei hie ächti Pischere» über die Lippen.

 

Joli will noch auf den Round Tower bei der Kathedrale, da Dan ihr gesagt hat, das zwar noch viele davon stehen und zu sehen sind, man aber nur bei wenigen (wie hier) noch rauf darf. Der Turm schliesst zwar erst in zwei Stunden aber offenbar, hat die Dame bereits so viele Tickets verkauft, dass es heute nicht mehr reicht. Morgen ab 11:30 meint sie, sei erneut geöffnet.

 

Da der Inder, wo wir fürs Abendessen reserviert haben, auch erst um 17Uhr öffnet gehen wir erneut ins Pumphouse und geniessen ein Livekonzert und ein paar lecker Bierchen. Als wir ankommen, ist das Pub noch fast leer und wir ergattern noch ein Plätzchen mit Sicht auf die Musiker. Kurz darauf ist es «pump»-voll. Nach dem Indisch essen gehen wir auch schon in die nächste Bar mit Livemusik; Sullivan’s Taproom. Dort spielt eine junge Band und macht so richtig Stimmung. 

FIRESTARTER

Gegen 19Uhr marschieren wir dann zum Nowlen Park, dem hiesigen Fussballstadion. Ein kleines, schmuckes Fussballstadion mit Platz für bis zu 27’000 (18’000 Sitzplätze) Fans. Die Haupttribüne vor der kleinen Bühne auf dem Rasen ist gut gefüllt als die Show beginnt. In verschiedenen Darbietungen wird, begleitet durch Trommeln, eine Feuershow präsentiert, welche sich sehen lassen kann. Uns jedenfalls gefällt es sehr gut. Die überall bekannten Feuerwerke hat man dann auch mal gesehen, von da her eine heisse Alternative. 

Danach landen wir, natürlich wieder, in einem Pub, diesmal für die älteren Semester, dem Kilford Arms Hotel. Es gibt gemütliche Sitzplätze und genügend Platz. Die Livemusik ist sehr gemütlich und chillig, die beiden Herren der Band dürften dann auch schon um die 70 Jahre alt sein, die Dame etwas jünger und mit einer schönen Stimme. Auf jeden Fall kommt man nebst guter Musik auch noch den Genuss von unzähligen Witzen. Wir ziehen den Altersdurchschnitt vom Publikum um mindestens 20 Jahre herunter und ziehen daher weiter.

 

Schon am ersten Abend haben wir zwei, drei Pubs entdeckt wo Beni meinte; «Äh guck, das ist eher für die Jungen…». Heute ist es noch viel krasser. Schon am Nachmittag haben wir die «Mädchen» mit Mini-Jupes (haarscharf über der Arschbacke) und bauchfreien Tops rumlaufen sehen, während wir einmal mehr fast erfroren sind. Krass wie die Girls hier aufgetakelt sind. Auf dem nach Hause Weg wollen wir mindestens noch ein letztes Pub besuchen, auch wenn wir nach dem Kilfords in diesem wohl der Altersdurchschnitt deutlich anheben.

 

Wir haben eines entdeckt wo wir durch das Fenster ein Paar in unserem Alter gesehen haben – probieren wir es hier. Wir stehen kurz am Eingang an, da ziemlich viel los ist. Vor uns ein junges Paar. Sie offenbar mindestens 21 Jahre Alt und er offenbar noch nicht ganz. Schon beim Anstehen bemerken wir die Nervosität des Jungen, welcher in seiner Hand neben seiner Identitätskarte auch einen gefalteten 5 Euro Schein hält. Der wird doch nicht...?! Doch tut er! Und es scheint auch zu funktionieren. Wir lachen uns schlapp. Der Türsteher steckt das Bestechungsgeld ein, währenddem er den Ausweis und den Jungen etwa 20 Sekunden lang streng mustert, bevor dieser meint «schau mich doch bitte nicht so an, du machst mir Angst» und er dann aber eintreten darf. Auch wir dürfen rein und müssen überraschenderweise keinen Ausweis zeigen… Das ist uns jetzt auch schon lange nicht mehr passiert… *Ironie Ende*

 

Obwohl wir schon gut beieinander sind, fällt uns auf, das wir für dieses Pub zu alt sind. Einzig das andere Paar, dass wir von draussen schon gesehen haben (die sich aber offenbar nicht so wohl fühlen) und ein sehr alter Herr (der abgeht wines Zäpfli) sind wohl älter als wir. Hier im O’Lanacain trifft sich heute die lokale Jugend. Alle Jungs sehen aus wie Fliegenpilze (Pickel im Gesicht und alle mit der gleichen Pilzfrisur) und die Mädels mit den bauchfreien Tops und Minis, sehen aus wie für den Laufsteg zurecht gemacht. Wir trinken noch eine Runde, amüsieren uns köstlich und laufen dann beschwipst, aber glücklich nach Hause.

Day IIII

St. Patrick's Day

Nicht ganz so verkatert wie an Tag zwei, gehen wir morgens kurz duschen und sind gegen Mittag schon wieder in der Stadt, respektive um Punkt 11:30 beim Round Tower. Toll, dreimal nachgefragt gestern und drei Mal die Antwort 11:30 erhalten und jetzt steht hier an der Tür «Öffnet um 12Uhr»! «De blas mr doch id Schueh du blöde Turm!», dann gehen wir halt in einen Pub, die erste kleine Verpflegung zu uns nehmen, ein lecker Bierchen. Die Strassen sind bereits abgesperrt und die Security steht bereit. Um 13:30 geht es los mit der grossen St. Patrick’s Day Festival Parade. Wir haben im Internet gesehen, dass es in diesem Jahr erstmals eine Tribüne gibt und aufgrund von Beni gesetztem Alter haben wir uns zwei Sitzplätze gegönnt dort. Nur wo ist denn diese Tribüne, die müsste doch hier irgendwo stehen…?!?

 

Gefunden! Etwas ungläubig betrachten wir die «Grand Stand»-Tribüne, für welche wir doch immerhin 35Euro pro Person bezahlt haben. Das Teil bietet Platz für gerade maximal 48 Personen in drei Reihen. Das ist ja ziemlich klein ausgefallen, wir bezweifeln das es das bezahlte Geld auch wert ist. Naja, immerhin müssen wir nicht stundenlang vorher einen Platz am Strassenrand ergattern und verteidigen.

 

Eine Stunde bevor es losgeht, gehen wir noch ein Sandwich essen, bevor wir uns auf den Weg machen die besten Plätze zu ergattern *haha*. Die Parade ist nicht sonderlich spannend, auch hier kommen ausschliesslich die Vereine der Stadt und stellen sich vor. Da war die Fasnacht in Spanien besser, denn da waren die verschiedenen Vereine immerhin verkleidet und schon die war nicht so prickelnd. Nach 45 Minuten ist der Zauber auch schon durch. Joli meint, dass sei halt das Problem mit solchen Dingen, man sieht zwei, drei gute Fotos, die den Anschein erwecken, als wäre das etwas mega Kuhles und Sehenswertes, ohne zu ahnen, dass man damit schon die besten drei Fotos respektive Auftritte gesehen hat. Es geht auch euch jetzt so, wir haben ungefähr von 10% der Parade in Fotos festgehalten, die restlichen 90% waren aus unserer Sicht keine Fotos wert. Also lasst euch nicht durch uns animieren *haha*. Nein Spass bei Seite, es war nicht schlecht, aber wir haben etwas völlig anderes erwartet. 

Danach machen wir nochmals eine Pub Tour mit Live-Konzerten. Im Sullivan’s genehmigen wir uns je zwei, während wir überlegen, ob wir an unserem unbequemen Platz etwas zu Essen bestellen sollen oder nicht. Von den Musikern hören wir nichts, denn der Laden ist so voll, dass die Musik nicht bis zu uns durch dringt. Joli geht nur mal kurz nach vorne, um zu schauen ob da überhaupt jemand spielt. Gerade als wir beschliessen zu gehen, lädt uns jemand an den Tisch ein, denn wir schon lange im Auge haben, weil er einfach zu Hälfte leer war aber offenbar noch auf jemanden gewartet wurde, der nun doch nicht kam. Too late, wir machen uns auf ins D. Bollard wo wir das gute Irish Coffee hatten und wo man auch gut Essen kann und Musik spielt. Als wir eintreffen, ergattern wir gerade noch zwei Bier und Platz für 3 ½ Arschbacken auf einer Bank und dann ist der Laden rappelvoll und wir hören auch hier keine Musig mehr und haben lauter fremde Arschbacken vor der Linse.

 

Beni meint, wenn wir nicht bald etwas Essen, können Joli ihn nach Hause tragen. Also weiter; im Barrel Yard spielen sie auch, wir setzten uns durchfroren unter eine Wärmelampe bestellen etwas zu trinken und ein kleines Päckli Chips (mehr essbares haben die nicht). Beni meint immer noch er könne doch nicht von einem Pub ins nächste und immer nur einen Saufen. Also ab zum zweiten Inder in der Stadt und «Bödele» oder wohl eher «Dechele».

 

Zum Dessert gehen wir dann doch noch auf ein letztes Bier ins Syd Harkin’s Pub (ohne Musik - aber trotzdem mega voll), bevor wir heute etwas früher, aber ebenfalls total voll (nicht wegen des Alkohols sondern wegen der schieren Menge in unseren Bäuchen – wir platzen fast!) nach Hause gehen. Obwohl heute der eigentliche Feiertag ist, sind wir nach vier Tagen Fix und Foxi und überlassen den Platz in den Pubs den Iren, während wir nach Hause rollen.

HAPPY ST. PATRICK'S DAY!

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