· 

Ring of Beara

Der Ring of Beara, noch eine Halbinsel oder der dritte Finger (den zweiten «Sheeps Head» haben wir mit dem Besuch in Bantry nur angestupst). Da wir zuerst nicht sicher waren, ob wir die Route mit Betty machen können, haben wir mehrere Tage eingeplant und wollten die Strecke von beiden Seiten bis jeweils in den Zipfel mit dem Velo machen, aber es scheint gut möglich zu sein mit unserem Kastenwagen. Bei der ein oder anderen Abzweigung, wo es in einen weiteren Zipfel des Zipfels geht, ist zwar auf dem braunen Ring of Beara Schild ein rot weisser Kreis, aber man erkennt nicht was verboten ist. Tja…

Bantry

«Morgenstund hat Gold im Mund» oder in unserem Fall doch lieber ein gutes Frühstück. Wir sind früh auf, füllen vor der Abfahrt noch unseren Wassertank und kehren nach einer Stunde Fahrt in ein Café in Bantry ein. Hier gönnen wir uns eine Runde Kaffee und teilen ein Full Irish Breakfast. Im selben Ort gehen wir auch noch einkaufen, auch unsere Futter- und Getränkevorräte müssen aufgefüllt werden. Dann starten wir gestärkt mit dem Ring of Beara. 

Garinish Island

Der erste Zwischenstopp ist in Glengarriff. Von hier aus nehmen wir das, für 16 Euro und 15 Minuten Fahrt, doch eher teure Fährschifflein auf die Garinish Island. Eine Garteninsel.

 

Auf dem Weg zur Insel kommen wir sogleich auch am Tageshighlight vorbei. Auf einigen, kleinen aus dem Wasser ragenden Felsen, chillt hier eine ganze Robbenkolonie. Die putzigen Tierchen haben es sich alle auf den Felsen gemütlich gemacht. Auf dem Hinweg lässt der Kapitän das Boot schön langsam und ohne Motor vorbeitreiben. Perfekt für ein paar tolle Fotos. Die Köpfchen und Schwänzchen in der Höh sehen die Robben aus wie «Hörndli». So wenig wie möglich soll auf dem kalten nassen Fels aufliegen, wie es scheint. Die Wellen des Bootes (auf dem Rückweg), machen den Tieren, welche sich flache, wassernahe Felsen ausgesucht haben entsprechend einen Strich durch die Rechnung und spülen sie praktisch runter. Oje!

Die kleine Insel selbst ist unter anderem mit einem italienischem Garten, einem kleinen Tempel, einem Herrenhaus und im Frühling und Sommer sicherlich mit vielen Blumen ausgestattet. Aktuell ist da noch nicht viel los. Die Insel kaufte ursprünglich mal ein reicher Geschäftsmann, welcher daraus ein kleines Gartenparadies gestaltete, bevor dieses Jahre später an den irischen Staat übergegangen ist. Auch hier gibt es eine lustige Kurz- Geschichte. Eine ältere Frau, Beni nennt sie schon nach kurzer Zeit die «Grummel Hummel», verfolgt uns von Beginn an und kreuzt unsere Wege auf dem ganzen Gelände als hätte sie es darauf abgesehen Joli die Fotos zu crashen. Dabei macht die «Grummel Hummel» durchgehend ein völlig muddriges Gesicht (wie sieben Tage Regenwetter – dabei war es bis gestern doch so schön!), es scheint ihr hier keinen Spass zu machen, so jedenfalls unser Eindruck. Im Grossen ganzen ein durchschnittlicher, aber lustiger Ausflug von insgesamt 1.5 Stunden für sagenhafte 42 Euro. Vielleicht warten wir mit den Gärten doch besser noch etwas zu, bis auch wirklich etwas blüht. 

Glengarriff

Beide sind wir, warum auch immer, mega müde, als wir wieder im Hafen ankommen. Während Beni entschliesst auf Betty aufzupassen macht Joli noch den Rundweg im Hafen von Glengarriff inkl. einer kleinen Insel. Wer kennt die Peter Pan Schiffli im Europapark? Etwa so kommt man sich auf diesem Rundweg vor. Es geht im Kreis und dabei in einer schon fast nervenaufreibenden Regelmässigkeit «rauf und nieder, immer wieder!». Da ist man auf jeden Fall wieder wach, wenn auch nicht zwingend fitter als vorher.

Caha Pass & Adrigole

Das Wetter klart etwas auf und es ist noch zu früh um auf den Campingplatz zu gehen, daher fahren wir von Glengarriff noch auf den Caha Pass kehren nach den Tunneln um und gehen danach nach Adrigole. Auf der Barea Halbinsel wollen wir zwei bis drei Tage autark verbringen können. Es gibt dort nicht viele Übernachtungsmöglichkeiten und Abseits der Saison schon gar keine mit Entsorgung von Grauwasser (Abwasser) und Schwarzwasser (Gagi & Bisi). Deshalb haben wir uns den einzigen, geöffneten Camping in der Nähe ausgesucht an welchem das noch geht. Der Platz ist schön angelegt und wir geniessen nachmittags noch etwas die Sonne an unserem Picknicktisch während unseren Bettwäsche in der Waschmaschine vor sich hinwäscht.

 

Man merke sich: nie mehr auf einem Camping waschen und schon gar nicht Bettwäsche. A: es mieft nach dem Waschen deutlich mehr als vorher (das die Geräte nicht sehr gepflegt werden haben wir schon einige Mal festgestellt – was uns heute geritten hat, dass wir es trotzdem gewagt haben, wissen die Götter!) und B: trocknen geht ewig in den kleinen «Haushalttrocknern». Für eine Waschmaschine mit Bettwäsche und etwas Kleidern 2.5 Stunden trocknen in drei Tranchen. So viel zu «chum mir maches doch hurti wemer so früeh ufm Camping si – haha!»

Healy Pass

Wir sind früh dran morgens und steuern als erstes die um die Ecke liegende Healey Passstrasse an. Die paar Kilometer hoch auf den Pass schaffen wir in weniger als 30 Minuten. Die Ausblicke unterwegs sind sehr schön und wir teilen die Strasse lediglich mit ein paar Schafen, sonst ist hier niemand unterwegs. Allerdings handelt es sich hier offenbar um sogenannte Smarties-Schafe. Alle haben eine andere Farbe. Beim Rauffahren sind sie gelb angesprayt, beim Runterfahren entdecken wir blaue und noch etwas später Blaurote. Wir fragen uns wie die Farbe bei der Verarbeitung der Wolle wieder rausgeht, denn bei dem vielen Regen muss sie ja sicher Wasserfest sein, solange die Wolle am Schaf ist… oben angekommen kehren wir um und düsen wieder runter – huuuuiiiii - jetzt geht es weiter mit dem Ring of Beara.

Castletownbere

Gegen 11Uhr erreichen wir dann das kleine, farbige Hafenstädtchen Castletownbere. Hier gehen wir nach etwas Bummeln erst einmal Frühstücken.

 

Die Strassenverhältnisse sind extrem unterschiedlich. Mal ist die Strasse breit und neu, dann folgen wieder löchrige Abschnitte, in denen nur noch eine Spur vorhanden ist und mit praktisch keinen Ausweichmöglichkeiten. Beni hat seinen Spass beim Fahren, ihm gefällts. Auch die Landschaft ist sehr hübsch anzusehen, von Klippen zu Stränden über Wälder und Wiesen ist alles dabei und auch hier sind wir praktisch durchgehend vollkommen allein unterwegs.

Lambs Head

Irgendwann dann erreichen wir die hintere Spitze der Landzunge und den Ort Lambs Head. Von hier aus führt die einzige Seilbahn, welche in Irland existiert, auf die Insel Dursey. Wir haben geplant mit der Seilbahn rüberzufahren und auf der Insel eine Wanderung zu machen, sind jedoch unsicher ob wir das wirklich machen sollen oder ob wir weiterfahren und den Ring of Beara zu Ende machen sollen – denn Morgen soll das Wetter übel bis grauenvoll werden. Die Entscheidung wird uns abgenommen, die Schilder, welche schon einige Kilometer im Voraus auf Wartungsarbeiten der Seilbahn hinweisen und sich mindestens 10x wiederholen, sind unübersehbar. Wir ignorieren diese und fahren trotzdem hin. Einen Blick drauf werfen kann ja nicht schaden. Leider ist sie dann wirklich wegen zu geschlossen, also nix mit wandern. Ein lustiger Anblick ist das Seilbähnchen dennoch und die spektakulären Aussichten auf dem Weg nach Lambs Head sind den Weg hierhin auch wert. Einzig die alte Kabine, die in einem Garten noch ausgestellt ist und tatsächlich bis 2023 noch in Betrieb war, ist etwas gruselig.

Allihies

Nun haben wir Zeit gespart und im Hinblick darauf, dass das Wetter morgen gar nicht mit spielt beschliessen wir den Ring of Barea heute soweit wir kommen zu befahren, anstatt die geplanten 2-3 Nächte hier im Regen rumzustehen.

 

Auf dem weiteren Weg kommen wir in Allihies einem kleinen, superhübschen und knallbunten Dorf vorbei. Jedes Haus ist sehr schön gepflegt und in einer anderen Farbe oder gar mit einem Wandgemälde bemalt. Wir begegnen auch immer wieder dem Bücherei-Lastwagen, welcher von Schule zu Schule fährt.

Eyeries

Auf dem Weg nach Eyeries biegen wir erneut ab und hier entdecken wir den braunen Wegweiser «Ring of Beara» mit dem zusätzlich aufgemalten Fahrverbotsschild, nur das eben nicht erkennbar ist, was oder wer genau nicht durchfahren darf. Wir vermuten Camper – aber das sind wir ja nicht. Wir haben auch gelesen, dass es Strecken gibt, wo man über 2.8 oder 3.5 Tonnen nicht durch darf, aber auch das lässt sich nicht entziffern.

 

Bisher waren die Strassen ohne Probleme befahrbar und breit genug. Jetzt wird es etwas enger, kurviger und definitiv einspurig. Aber sensationell schön! WOW!

 

Auch Eyeries ist ein kunterbuntes Dorf und es ist wirklich erstaunlich wie sauber und gepflegt hier alles ist. Wir entdecken auch immer wieder Menschen welche mit Abfallgreiffzangen und Säcken unterwegs sind und Müll einsammeln.

HAg of Beara

Der Hag of Beara ist ein Stein. Die Legende besagt, dass die Hag of Beara (Muttergöttin und Schöpferin der Landschaft) zu Stein wurde und heute als verwitterter Felsbrocken bei Kilcatherine auf der Beara-Halbinsel auf die Rückkehr ihres Mannes, den Meeresgott Manannán mac Lir, wartet. Die Christliche Version (und Infotafel vor Ort) sagt, dass sie versteinert wurde, als sie versuchte, das Gebetbuch eines christlichen Missionars (Naomh Caitairiin) zu stehlen, den sie als Bedrohung für ihre Macht sah. Auf jeden Fall legen dort die Menschen allerlei Dinge hin, von Muscheln, über Schmuck und sonstigen kleinen Dingen liegen viele Dinge auf und um den Stein herum.

Kilcatherine

Wir fahren auch den Zipfel Kilcatherine ab. Joli liest gerade eine Triologie, welche auf der Beara Halbinsel spielt, und die Personen leben in dieser Gegend. Mal schauen, wie sich die Vorstellungen aus dem Roman mit der Wirklichkeit decken. Die Kirche, welche im Roman beschrieben wird (vor allem der Kopf) war laut Infotafel auf jeden Fall schon zum Zeitpunkt der Romanhandlung eine Ruine aber gemäss den Daten auf den Grabsteinen des Friedhofs finden dort offenbar immer noch Beerdigungen statt.

 

Auch wenn es schwierig ist die genauen Orte zu finden, ist es doch interessant das zu Hause der Romanfiguren live zu erleben.

Kilmakelloge

Die Strassen werden enger, die Landschaft rauer und auch wenn uns auf dem ganzen Weg nur zwei Autos gekreuzt haben, nehmen wir die nächste Abzweigung mit unleserlichem zusätzlichen Verbot nicht sondern fahren etwas direkter einen weiteren Aussichtspunkt an. Mittlerweile hat der angekündigte Regen eingesetzt und die Sicht wird zunehmend schlechter.

Caha Pass - Druids View

Unser heutiger Schlafplatz befindet sich auf der halben Strecke zum Caha Pass. Dieses Mal kommen wir von der anderen Seite. Wir haben den Platz auf Britstop gefunden und hoffen in dem Pub noch ein Bier zu bekommen. Es ist allerdings ein Visitor Center, wo man einen Laden vorfindet, ein aktuell noch geschlossenes Café und auch, eine leider ebenfalls noch geschlossene Farm besichtigen kann, wie sie vor 200 Jahren in Betrieb war. Wir dürfen trotzdem gratis auf dem Parkplatz von Molly Gallivans Besucherzentrum übernachten, vielen Dank.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0