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Killarney Nationalpark

Wir sind ziemlich zügig unterwegs, sowohl den Ring of Beara wie auch die Ringe of Kerry & Skellig haben wir viel schneller absolviert als gedacht. Das Wetter hat uns das Velofahren nicht gerade schmackhaft gemacht resp. wir wollten das gute Wetter einfach nutzen und die Strassen waren dann doch irgendwie viel schneller abgefahren als geplant.

 

Da es am Morgen, wie gemeldet, geregnet hat und die Cliffs of Kerry völlig verhangen waren, haben wir die gestern verschobene Wanderung auch heute nicht gemacht sondern, sind der restlichen Teil des Ring of Kerry noch fertig gefahren. Dabei haben wir noch den ein oder anderen Aussichtspunkt angesteuert, wenn es denn zu dem Zeitpunkt, wo wir daran vorbei gefahren sind, überhaupt etwas zu sehen gab. Nach einem kurzen Stopp in Killorglin und dem Besuch der berühmten Ziege steuern wir Killarney an, einerseits Start und Endpunkt des Ring of Kerry, andererseits ein Nationalpark. 

ROSS CAstle & City Center

So sind wir zwei Nächte früher in Killarney als geplant, auf dem bislang, mit 45 Euro pro Nacht, mit Abstand teuersten Campingplatz, angekommen. Nachmittags machen wir eine erste kleine Velorunde im Nationalpark zum Ross Castle (…Pferdeschloss…) und dessen näheren Umgebung und besuchen dann noch kurz das Stadtzentrum, um dem Wetter, dass doch noch besser geworden ist, unsere Ehre zu erweisen und darauf anzustossen. Für Joli, die sowieso schon Mühe mit links und rechts hat, ist das Velofahren auf der falschen Seite eine Herausforderung, vor allem bei Kreuzungen und noch mehr nach zwei Gläsern Cider. Selbst das Navi weiss nicht mehr, wo lang. Dann heisst es nur noch «wo bin ich, wer bin ich und wo will ich hin?!». Für morgen ist eine Tages-Velo-Tour geplant, wir wollen den Dunloe Gap fahren und sind froh, haben wir heute bereits rausgefunden, dass wir Morgen mehr anziehen müssen (und maximal ein Cider trinken dürfen).

GUTEN MORGEN HERR UND FRAU OTTER

Wir sitzen gemütlich in unserer Betty beim Frühstück, als wir auf einmal von weitem ein Tier über den Platz hüpfen sehen. Zuerst denken wir an eine komische Katze, dann dachten wir es ist ein Wiesel und als es dann schon auf 20 Meter an uns herangekommen ist, sind wir aufgrund der Grösse bei einem Marder. Erst als das Tier 5 Meter von uns entfernt, umherschleicht erkennen wir es dann als Otter, welcher beim Klicken von Jolis Kamera erschrickt und über die Hecke in Richtung Fluss davonflitzt. 

DUNLOE GAP LOOP

Es ist kalt und wir ziehen uns warm an, für unsere Velotour. Vor uns liegen etwa 60 Kilometer Fahrt, welche uns über einen Pass führen. Der Pass selbst ist nicht so lang aber der ganze Rundweg von und nach Killarney mit Abstechern hat es in sich. Der Dunloe Gap ist eine Touristenattraktion, welche man entweder mit dem Auto, Velo, Kutsche, teilweise dem Boot oder auch zu Fuss machen kann. Die Tourenanbieter bieten alle erdenklichen Transportkombinationen an. Wir haben das Boot verworfen (als Beni die Fotos mit den Schwimmwesten gesehen hat) und machen alles mit dem Velo.

MUCKROSS ABBEY

Wir fahren durch den grossen Nationalpark, entlang des grossen Sees dem Lough Lean direkt vor der Stadt. Aktuell fahren wir noch einen Teil des Ring of Kerry, also den Teil zwischen Killarney und Kenmare, welchen wir mit Betty nicht gemacht haben. Also schauen wir uns auch noch ein paar Punkte vom Ring of Kerry an. Als erstes besuchen wir die Muckross Abbey. Eine Ruine, welche sogar Beni gefällt. In der Mitte des Gemäuers thront ein grosser wunderschöner Baum in den Himmel hinauf und auch sonst lässt sich das Gebäude oder was davon noch übrig ist sehen.

TORC WASSERFALL

Weiter geht es zum Wasserfall, hier wimmelt es bereits nur so von Touristen, welche mit dem Auto auf dem Ring of Kerry unterwegs sind. Macht nichts, der kurze Waldspaziergang zum Wasserfall ist dennoch sehr schön. Der Wald präsentiert sich wunderbar in sattem, hellen grün, grüner, am grünsten und der Boden und die Bäume sind über und über mit Moos überwachsen, sehr hübsch.

LORD BRANDONS LODGE

Noch ein paar Kilometer aber bereits vor dem nächsten Punkt auf dem Ring of Kerry, verlassen wir die Strasse und unser Navi führt uns über den «Veloweg» mitten durch den Nationalpark. Der Kiesweg entlang des Upper Lakes ist wunderschön aber wird zunehmend kleiner und enger und irgendwann stellen wir fest, dass wir auf dem Wanderweg sind. Einzig zwei Wanderer kommen uns einmal entgegen, wenn das nur bis zum Ende gut geht. Wir haben Glück und nach einer Weile, durch wunderschöne Wälder und Moore (dort kommt man besser nicht vom Weg ab) erreichen wir Lord Brandons Lodge. Hier legen die Boote an, mit welchen Touristen von der Stadt über die drei Seen daher kommen. Wir sind alleine hier, das Café ist offen und wir geniessen Kaffee und Kuchen. Zudem bestätigt uns die Dame, das wir schon richtig gefahren sind. Fahrrad und Wanderwege sind hier oft zusammen.

DUNLOE GAP

Kurz nach dem Café fahren wir durch das Black Valley, welches Joli vom Ring of Kerry her eigentlich noch besuchen wollte. Glück gehabt, dass wir es jetzt doch noch sehen. Sooo schwarz ist es allerdings nicht, aber schön durchaus. Nun beginnt die Passstrasse. Ein Schild warnt uns vor, was uns alles auf der Strasse entgegenkommen kann und mit was für Steigungen / Gefällen wir rechnen müssen. Ein schmale wunderbar asphaltierte Strasse führt hoch auf den Pass. Mit unseren E-Bikes völlig easy zu fahren, mit normalen Bikes hätten wir aber keine Chance, das müssen wir zugeben.

 

Wir raten übrigens auch davon ab die Strasse mit dem Camper (auch nicht mit einem Kastenwagen) zu befahren, es ist zu eng zum Kreuzen, mit zu wenigen brauchbaren Ausweichstellen und dabei kommen dir immer wieder Kutschen, Velos, Autos, Wanderer und Schafe entgegen. Kein Vergnügen, für niemanden. Vor Ort empfehlen sie nicht einmal, die Strecke mit dem Auto zu machen, obwohl das schon geht. Aber lasst die Strecke doch den Velos und Wandernden. Ein bisschen Bewegung schadet nicht und es gibt viele Möglichkeiten wie man nur den Pass alleine laufen kann (ca. 7 Kilometer), indem man sich mit verschiedenen Transportmitteln, an diversen Orten abladen lassen kann. Wir fanden die Idee mit der Kutsche noch ganz nostalgisch.

 

Wir geniessen die Velotour und die sagenhaften Ausblicke trotz dem wechselhaften Wetter. Mal ein bisschen Sonne, ab und zu etwas Regen und kalter Wind, das Übliche halt. 

Nach der Passhöhe, auf der nicht weniger schönen Abfahrt, erreichen wir dann auf der linken Seite ein Pub und auf der rechten Seite der Strasse ein Café. Wir landen standesgemäss im Pub und bestellen Bier. Nach dem Blick auf die Karte essen wir auch gleich zu Mittag. Es gibt einen Lammbraten mit Kartoffelstock und Lachsbrötchen, danach noch ein «kleines» Dessert, wunderbare Sache. Eine knappe Stunde später machen wir uns auf, den restlichen Weg bis Killarney zurückzulegen, welcher noch etwa 45 Minuten dauert.

Die Destillerie, welche wir entdecken, hat leider geschlossen und da bereits Feierabendverkehr herrscht beschliessen wir die etwas längere Strecke durch den Nationalpark zu nehmen. Auf halbem Weg kommen wir an einem Golfplatz vorbei. Joli meint schon von weitem «Schau, hoffentlich schiessen die Golfer die armen Kühe auf dem Platz dort nicht ab». Erst als wir den «armen Kühen» näher kommen sehen wir das es keine Kühe sondern haufenweise Rehe sind. Wir sind fasziniert, das hier auf dem Golfplatz, in aller Ruhe, gruppenweise wilde Bambis am Gras knabbern, aber hei so spart man sich den Rasenmäher. Gestern und heute Morgen haben wir kein einziges Reh gesehen, aber jetzt gegen 16Uhr sind sie in Riesengruppen unterwegs. Etwas weiter schaut Joli rechts zu einer weiteren grossen Gruppe Rehe, während sie die Gruppe links, welche gerade den Veloweg quert, dabei fast überfährt. Wir wussten, dass es im Nationalpark Rehe hat, so viele Verkehrsschilder und auch Statue deuten darauf hin aber so viele zu sehen überrascht uns dann doch. Etwas später kommen wir durchgefroren wieder zu Hause an und geniessen den restlichen Abend. Wir hatten einen wahrlich grossartigen Tag.

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