Wir sind unterwegs nach Kilkee, die dortige Küstenwanderung wurde uns wärmstens empfohlen. Auf dem Weg, waschen und trocknen wir in Tralee noch unsere Wäsche und machen einen Einkauf. Wir gingen zuerst in den Spar neben den Waschmaschinen, der entpuppte sich aber als sehr klein. Da wir noch PET zurückgegeben haben, hatten wir aber einen Bon zum Einlösen, also sind wir durch die Alkoholabteilung gelaufen. Der Mitarbeiter macht uns gleich darauf aufmerksam, dass Alkohol erst in 1 Stunde und 40 Minuten verkauft werden darf. Öh, okey, dann halt was anderes. Beni entdeckt eine Fläschchen Desinfektionsmittel kurz vor der Kasse, also kaufen wir einfach das. Der Blick des Kassierers unbezahlbar – dachte wohl wenn wir keinen Alkohol bekommen, saufen wir Desinfektionsmittel. Haha!
Als alles erledigt ist, fahren wir los. Wir fahren jedoch nicht den grossen Umweg der Küste entlang über Limerick, sondern wir gönnen uns die Abkürzung mit der Fähre von Tarbert nach Kilrush, welche nur etwa 20 Minuten dauert dafür halt 30 Euro kostet. Auf die Frage, ob man aussteigen darf, antwortet der freundliche Mann; «Klar, wenn sie nass werden wollen…». Verstehe einer die Touristen, denkt er sich wohl. Naja, einen kurzen Rundgang macht Joli trotzdem, aber es ist schon sehr ungemütlich und nass und die Sicht ist auch für die Katz.
In Kilkee parkieren wir auf dem grossen Parkplatz am Strand wo wir übernachten wollen und am nächsten Morgen (vor dem nächsten Regen) den Cliffewalk starten wollen. Von hier aus sind es nur 15 Minuten zu Fuss zum Start des Cliffwalks.
Ein Blick nach draussen zeigt uns aber, dass das Wetter heute wohl besser ist als Morgen früh (und so kuschlig ist dieser Parkplatz nun auch nicht). Also laufen wir los. Der Parkplatz beim Restaurant, welches gleichzeitig sowas wie das Besucherzentrum markiert ist aufgrund der Höhenbeschränkung keine Option für uns. Macht nichts, der kurze Spaziergang dorthin bietet bereits die ersten Aussichten auf das wilde Meer vor der Küste. Auch kommen wir an einem Mini-Strandbad vorbei, welches direkt von Strasse über eine Treppe hinunter erreichbar ist und zu zwei Sprungtürme hat.
Das Besucherzentrum-Restaurant lassen wir gleich links liegen, denn wir wollen das Wetter nutzen und die Klippen sehen. Hier beginnt die Wanderautobahn, heute nicht aufgrund der vielen Menschen so genannt, nein es ist ein etwa 2 Meter breites asphaltiertes Strässchen, von welchem sich man vielerorts besser nicht zu weit entfernt, es herrscht Absturzgefahr.
Der Weg beginnt gemütlich, der noch eher flachen Küste entlang. Zuerst denken wir, dass es wieder regnet aber der Wind peitsch uns die Gischt ins Gesicht und wir werden ähnlich nass wie beim üblichen Nieselregen und dazu noch gut gewürzt! Nach einer Weile führt eine Treppe hinunter auf einen offenen Felsen direkt vor dem Meer. In der Mitte des Felsens hat die Wasserkraft von unten her ein riesiges Loch in den Fels gefressen, durch welches je nach Grösse der Wellen, welche weiter unten toben, Wasser hinaufsprüht.
Der Weg wird dann stetig steiler und das Meer vor der Küste rauer. Nach einer Kurve blicken wir dann auf ein Naturschauspiel der Extraklasse. Das Meer, wild und brachial, welches auf die riesige Küste und mehrere Felsen davor kracht. Wahnsinn. Dazu geht ein so starker Wind, welcher die Gischt viele, viele Meter hoch über die Klippen, bis zu uns rauf peitscht und uns vollzischt.
Die Gebotene ist wieder mal spektakulär und wir sind begeistert. Wir verbringen auf dem nur knapp 6 Kilometer langen Weg fast 2 Stunden und geniessen das Schauspiel. Der Kilkee Walk ist der Geheimtipp, gratis, nicht so viele Leute und wunderschön, danke für den Tipp liebä Kuslä!
Etwas weiter südlich gibt es übrigens noch einen kleinen Aussichtspunkt, wo man die Klippen noch von der anderen Seite her betrachten kann.
Da wir den Walk jetzt schon gemacht haben und nicht unbedingt auf dem Parkplatz übernachten wollen, fahren wir noch etwas weiter zu einem Parkplatz am Shannon respektive dessen Ästuar (ein Ästuar ist die trichterförmige Mündung eines Flusses in das Meer (Süsswasser und Meerwasser gemischt)). So sind wir schon einen grossen Schritt weiter gekommen in die Richtung, die wir Morgen einschlagen wollen.





































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