Einmal im Leben auf Pferde wetten, auch das geht in Irland. Am 31. März ist Renntag und wir sind sowieso in der Nähe von Limerick und des Limerick Racecourse. Also nichts wie hin. Unser Stellplatz für zwei Nächte, die Crokers Farm ist, sagen wir mal, etwas speziell. Die Einfahrt führt über Land vorbei an alten rostigen Scheunen, Schrottgärten und in einen Wald hinein. Es ist ein Mix zwischen, Schrebergarten, Schrottplatz, Kricketplatz und keine Ahnung was sonst noch. Die Stellplätze hier hinten sind aber recht hübsch angelegt, mit kleinen Picknickbänken, Blumen und dem einen oder anderen Dauercamper. Als wir dann aber die Duschen sehen, ist fertig mit hübsch. Hier treffen wir gleich auf einen Holländer, neben uns wahrscheinlich der einzige Tourist auf dem Platz. Er empfiehlt sogleich einfach nichts anzufassen, da alles steht vor Dreck und meint, dass die hinterste Dusche zwar am dreckigsten sei, aber das Wasser am besten funktioniere. Besten Dank für den Tipp, es ist schon eher übel, wie es hier aussieht aber wir haben auch schon schlimmeres durchgemacht.
I BET YOU WIN
Mit dem Auto oder mit dem Velo das ist bei uns die Frage. Wir entscheiden uns etliche Male um und nehmen zu guter Letzt ganz spontan dann doch die Velos. Türöffnung ist nachmittags um 14Uhr und das erste Rennen heute startet um 16.10Uhr. Wir brauchen für die knapp 12Km etwa 30Minuten mit dem Radel. Etwa 14.40Uhr treffen wie am Haupteingang ein und sind wahrscheinlich die ersten Besucher überhaupt, welche je mit dem Velo hier ankommen. Entsprechend weiss der jugendliche Platzeinweiser erst gar nicht wohin er uns einweisen soll. Auch sein erfahrener Kollege schaut sich selbst etwas fragend um und meint dann, dass sie eigentlich keine Fahrradparkplätze hätten aber wir sollen doch unsere Velo dort drüben an der Mauer abstellen.
Wir haben unsere Tickets vor 3 Tagen online mit Earlybird (der frühe Vogel jajaaaa) Rabatt gekauft. So ein Rennbesuch kostet etwa gleich viel wie ein Kinobesuch in der Schweiz. Als wir auf das Gelände kommen, kaufen wir uns als erstes eine Racecard (ein Programm). In diesem Prospekt sind alle wichtigen Infos zu den Rennen und zu den Teilnehmern aufgeführt.
Dann sehen wir uns die Haupttribüne an, welche noch menschenleer ist. So knapp eine Stunde vor dem ersten Rennen ist hier noch überall komplett tote Hose. Wir gehen in das Gebäude und schauen uns die Räumlichkeiten an. Es gibt viele Bildschirme mit Resultaten und Livewetten zu Pferderennen und anderen Sportarten. Wir wollen unser Wettglück heute auch herausfordern, haben aber keine Ahnung wie wir vorgehen müssen. Also beschäftigen wir erstmal die junge Frau am Tresen eines Wettbüros. Nach einer kurzen Erklärung füllen wie unsere Notizzettel mit den Wetteinsätzen aus. Es braucht lediglich die Angabe zum Ort: Limerick, Uhrzeit des Rennens: 4.10, die Wette: Nr 6 Gewinnt (oder wird 1-3) und den Wetteinsatz. Das ist alles. Die ausgefüllten Zettel gibt man wieder ab und bezahlt den Einsatz. Zurück erhält man eine Quittung mit Kopie der ausgefüllten Zettel. Jetzt heisst es Daumen drücken.
Wir befinden uns sozusagen im Keller des Gebäudes und ausser uns sind nur zwei weitere Besucher hier, die Bar mit den lecker Bierchen scheint aber geschlossen zu sein. Wir machen uns also auf den Weg nach draussen, wo so langsam weitere Besucher eintreffen und im gleichen Gebäude in den 1. Stock verschwinden. Da wollen wir auch hin und siehe da, hier gibt es Bier und weitere Wettbüros sowie etwas wie ein Selbstbedienungsrestaurant. Wir holen erstmal lecker Bierchen, setzen uns an einen Tisch und beobachten das Treiben und die Besucher um uns. Da es keinen Dresscode gibt sieht man entsprechend alles, von der hochgetakelten, eleganten Lady bis zum Vater mit Kindern, alle in den Trainerhosen. Es ist alles vertreten.
Joli findet es übrigens schon in den Pubs immer sehr gediegen, dass egal welches Bier oder Cider du bestellst, du bekommst immer das korrekte Glas zum Inhalt. Hier wird alles in Plastikbechern ausgeschenkt. Aber hey! Unglaublich! Selbst die Plastikbecher stimmen mit dem bestellten Getränk überein. Manchmal sind es die kleinen Dinge die Freude machen.
Etwa 20 Minuten vor jedem Rennstart werden auf dem Platz vor dem Gebäude mit der Haupttribüne, auf einem Mini-Rundkurs die teilnehmenden Pferde spazieren geführt. Die Wettprofis schauen hier genau hin auf welches Pferd sie setzen wollen. Natürlich sind in jedem Rennen auch die Favoriten bekannt, für welche aber die Gewinnquoten entsprechend tiefer sind als für die Aussenseiter. Wir haben unsere Wetten anhand der Illustren Namen der Pferde oder des Aussehens der Jacken der Jockeys gemacht.
Nach der Präsentation der Pferde läutet die Glocke und die Pferde machen sich auf den Weg auf die Rennbahn und die Besucher auf die Tribüne. Wir holen unsere Feldstecher raus (man ist ja vorbereitet) und beobachten den Start und das Rennen, welches in der Regel über +/- 2 Runden dauert. Es macht Spass das Rennen durch die Feldstecher zu verfolgen, lediglich direkt vor der Tribüne erkennt man die Pferde und deren Nummern auch ohne. Natürlich hält einem der Speaker auf dem laufenden über die Platzierungen während des Rennens.
Wir sind bei 6 von 8 Rennen dabei, haben insgesamt 12 Wetten platziert und nicht einmal etwas gewonnen, tja ausser Spesen, nix gewesen. Unsere Favoriten gehören vereinzelt auch sonst zu den Favoriten, doch diese Patzen allesamt. Zweimal geben unsere Pferde noch während dem Rennen aufgrund des grossen Rückstands auf und im letzten Rennen fällt bei unserem Favorit sogar noch der Jockey vom Pferd, das gibts doch nicht (das Pferd gewinnt dann zwar aber eben - ohne Reiter wirst du zweiter). Wir hatten trotzdem unseren Spass und das Bier zwischen den Rennen war ja auch lecker. Beim heutigen Event war die Tribüne nahezu menschenleer, im Sommer ist dann aber wahrscheinlich einiges mehr los hier.
Zusammenfassung der Rennen / eine kurze Statistik:
Race 1: J: Nr. 6 / Tipp: 1-3 Rang / Resultat: Zweitletzter
B: Nr. 8 / WIN / Resultat: 2nd
Race 2: J + B: Nr. 7 / Tipp: 1-3 & WIN / Resultat: Zweitletzter
Race 3: J: Nr. 2 / Tipp: WIN / Resultat: 3rd (wäre man nur bei der Wette 1-3 geblieben, dann... – aber eben
«wäre, wäre Fahrradkette» (danke Lothar Matthäus für dieses doofe Sprichwort)
B: Nr. 6 / Tipp: WIN / Resultat: Last (wenn schon daneben, dann richtig)
Race 4: B: Nr. 3 / Tipp: WIN / Resultat: wiiiit hinge
J: Nr. 6 / Tipp: WIN / Resultat: 4th (3th wäre ärgerlich gewesen)
Race 5: Beide: Nr. 7 / Tipp WIN / Resultat: Pferd 1. & Jokey Last (meh gheit o nid mitts drin abe!!!)
Nr. 10 / Tipp 1-3 / Resultat: 9 oder 10 (von 12)
Nr. 12 / Tipp 1-3 / Resultat: 4th (knapp daneben ist auch vorbei)
FAZIT: vertraut uns nicht eure Pferderennen-Wetten an, wir haben weder Ahnung noch Glück!
































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renate (Montag, 06 April 2026 20:49)
ojemine,leider kamen bei mir keine rossbilder an ,seufz,nur mal den beni mit feldstecher war zu sehen (wahr ja auch sehr schön )