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Cliffs of Moher

Auf zu den Cliffs of Moher. Nach den Ring-Jägern werden wir nun offenbar zu Cliff-Jägern. Das Wetter ist scheusslich, aber es soll in Doolin besser sein als hier in der Nähe von Limerick, wo wir losfahren, also beschliessen wir, dass wir das Visitor Center und die Aussichtspunkte dort, schon bei der Anreise am Vormittag machen und die Wanderung am Nachmittag, da will es noch besser, nämlich sonnig und wunderbar herrlich werden.

DOOLIN

Ein Satz mit X, das war wohl nix. Je näher wir dem Visitor Center und den Cliffs kommen, desto übler wird das Wetter und die Sicht ist gleich Null! Ne, da warten wir lieber ab. Wir gehen direkt zum Campingplatz und richten uns erst mal ein. Zwei Stunden später – zack – schön. Also los.

 

Der geplante Wanderweg von Doolin bis nach Liscannor ist grösstenteils aufgrund Sicherheitsgründen, Wartungsarbeiten und sonstigen Gründen geschlossen. Das war unser eigentlicher Plan, das Visitor Center und die Aussichtpunkte dort wären schön in der Mitte und auch der Rückweg mit einem Shuttle Bus wäre gesichert gewesen. Aber wie war das mit den Plänen? «Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt».

 

Der Weg von Liscannor bis zum Visitor Center ist komplett gesperrt und von Doolin kommt man bis auf 500 Meter ans Visitor Center ran und muss dann nach 6.5 Kilometern umkehren. Die 500 Meter sind bestimmt Absicht, damit alle via Parkplatz und somit via Kasse ankommen müssen. Wir können uns fast nicht vorstellen, dass genau an diesen 500 Metern noch etwas zu gefährlich oder nicht fertig verbessert ist…

CLIFFS OF MOHER

Wir laufen los und das Wetter wird immer wie besser, genauso wie die Sicht auf die Klippen. Es startet mit einer Wanderautobahn, wird dann aber bald wilder und vor allem matschig – der Regen vom Vormittag lässt grüssen. Die Wanderautobahn kommt aber schon bald zurück und der frühere ursprüngliche Weg der Küste entlang ist nicht mehr zugänglich, das heisst auch die Sicht lässt auf dem grössten Teil der Wanderung (wo man die Klippen dann endlich sehen würde) zu wünschen übrig, da man entweder ziemlich weit weg von den Klippen läuft oder aber der Weg hinter kleinen Hügeln entlang führt, wo man nicht drüber sehen kann (und nicht drauf steigen darf). Unzählige Schilder weisen darauf hin, dass man den Pfad nicht verlassen soll. Würde man das immer beachten und nicht an einer Stelle doch den Weg verlassen (eine kleine Abzweigung hat kein Schild direkt vorne dran und von dort sieht man weiter hinten ein Fernrohr, was uns bestätigt, dass man hier wohl glubschen gehen darf) würde man eigentlich nichts zu sehen bekommen. Auch wir sind ein-, zweimal auf einen der Grashügel gestiegen, weil sich dort oben ein Pfad abgezeichnet hat – aber an diesen Stellen waren es dann immer noch einige Meter bis zu den Cliffs. Aber immerhin hat man von dort oben etwas gesehen.

 

Das ist halt der Preis des Massentourismus. Etwas das früher einfach Natur pur und Genuss war, muss heute massentauglich und vor allem volltrottelsicher gemacht werden. Instagram und weiteren Medien sei Dank, muss alles so abgesichert werden, dass Dumm und Dümmer beim Übertreffen der aktuellen Fotos an den besten Hotspots nicht alle abstürzen. Wäre ja auch keine gute Werbung für den Tourismus.

 

Wir geniessen das bisschen, was wir sehen und vor allem das gute Wetter trotzdem. Lustig sind die vielen kleinen Wasserfälle, welche der Wind umdreht, weshalb sie nach oben «fliessen» und wir immer wieder einen Gutsch Wasser abbekommen. Nach 13 Kilometern und 3.5 Stunden sind wir wieder zurück und machen uns direkt auf den Weg zum Visitorcenter, da wir davon ausgehen, dass die Besten Aussichten wahrscheinlich die kostenpflichtigen sind.

Cliffs of Moher Experience

Wir haben unsere Tickets online gekauft, es ist schon fast 17Uhr als wir ankommen. 8 Euro pro Person zahlt man zwischen 8:00 und 10:59 oder 16:00 und 19:00. 12 Euro zwischen 11:00 und 16:00, sofern in diesen Zeiträumen Tickets verfügbar sind (heute für den Slot zwischen 11:00 und 13:59 hatte es keine mehr). 15 Euro pro Person, wenn du einfach hinfährst und vor Ort beim Parkplatz bezahlst egal um welche Zeit. Spannende Preispolitik. Wir fragen uns wie es wohl jeweils funktioniert, wenn der Küstenweg ganz geöffnet hat und man direkt hinlaufen kann.

 

Das Besucherzentrum befindet sich direkt im Felsen und inkludiert eine Ausstellung mit vielen Informationen und Bildern, ein paar Shops (die alle geschlossen sind) und ein 4 Minuten langes 4D Video (mit Wind und Regeneffekt, welche wir nicht mitbekommen). Laut Beni ist es ist leider nicht so gut gemacht, da sei jedes Game besser. Joli fands kuhl, trotz fehlendem Wind und Regen (hat es ja auch so genug) hat aber auch keine Ahnung von der heutigen Qualität der Games.

 

Dann spazieren wir mit vielen weiteren Touristen zu den Aussichtspunkten rauf. Die Enttäuschung ist gross. Nebst der Entfernung zum Klippenrand und dem vielen breiten Grasflächen vor der Nase hat man hinter die Grasflächen auch noch Brusthohe Mauern gebaut. Wenn man nicht am richtigen Ort, im richtigen Winkel steht und die Möglichkeit bekommt sich an den anderen Touristen vorbeizudrücken, sieht man noch weniger als auf der Wanderung am Nachmittag. Vielleicht sind wir auch schon etwas verwöhnt wer weiss, die Klippen sind unbestritten beindruckend aber das Gesamterlebnis ist es leider nicht. Um es in Jolis Worten ausdrücken; solche Orte wurden, aufgrund der Massen die sie besuchen, ihrer Magie beraubt.

SÜSSES NICHTS TUN

Heute hat Beni frei, das hat er gestern beschlossen. Joli wollte zuerst mit dem Velo losziehen, aber das Wetter ist früher als angekündigt gruselig und so belassen wir es heute beim Wäsche waschen (ja auf dem Camping – aber der hier kann was!) und arbeiten an der Homepage und den Fotos. Beni gönnt sich sogar ein Mittagsschläfchen.

EDEL ESSEN - ELENDE NACHT

Gegen 15Uhr gehen wir dann ins Pub und Würfeln ein paar Runden, bevor es ins Fischrestaurant geht, wo wir (zum Glück) reserviert haben. Hier kommt alles fangfrisch direkt von den Cliffs auf den Tisch. Gestern haben wir den Muscheln und dem Fisch noch von den Klippen beim Planschen zugeschaut, heute waren sie schon auf unseren Teller. Es gibt Jakobsmuscheln, Fischsuppe, Venusmuscheln, Fisch und Kartoffelgratin. Klasse statt Masse, ist etwas teurer aber macht halt auch Spass beim Essen.

 

Benis Nacht wird dann aber elend, was mit leichten Kopfschmerzen beginnt endet mit einem kreidebleichen Gesicht und einer gertenschlanken Figur am Morgen. Da wir bekanntermassen unsere Mahlzeiten immer teilen kann es nicht am Essen gelegen haben da Joli keine Probleme hat (zum Glück, man stelle sich das Desaster mit zwei unpässlichen Zombiewesen im Camper vor!). Wir tippen auf eine Migräne, da diese starken Anfälle bei Beni zwar erst seit ein paar Jahren und zum Glück sehr selten auftauchen, aber dann jeweils umso heftiger sind. Nach einer kurzen Recherche verhärtet sich der Verdacht, denn Meeresfrüchte, vor allem Schalentiere, können ein starker Auslöser von Migräne sein und davon hatten wir gestern die volle Ladung. Da wir beide erst gegen 4Uhr morgens zu Ruhe gekommen sind, wird es fast 10Uhr bis wir aufstehen (also für einmal zusammen mit den meisten anderen auf dem Campingplatz – krass sind die alle spät dran!)

Wie man in Irland einen Regenschirm benutzt

Schritt 1:

wenn du ihn öffnen kannst, hast du schon halb gewonnen (kein Regen ohne Wind).

Schritt 2:

zwischen die Beine klemmen (da der Regen selten von oben, sondern in der Regel von der Seite kommt, bringt er dir über dem Kopf nichts, zumal du dort hoffentlich eine Regenjacke und eine Kapuze hast).

Schritt 3:

gegen den Wind ausrichten (so fängst du den Seitwärtsregen an der richtigen Stelle ab und der Wind ist zudem ein weiterer Grund wieso dir der Schirm über dem Kopf nichts nützt -> fliegt davon!).

Schritt 4:

 

viel Glück (wirst du brauchen)!

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Kommentare: 2
  • #1

    renate (Dienstag, 07 April 2026 15:16)

    ja auf den cliffs of moher het mutti ou scho em wind trotzet,smile.55 jahr här u isch absolut turi-frei gsi ,denn.

  • #2

    Benjoli (Sonntag, 12 April 2026 11:45)

    Ja Cliffs of Moher si vo aune Cliffs wit hinge ir Rangliste aber haut eifach äuä o da viu zu übertouristisch.