Inisheer (Inis Oírr)
Unsere Wahl fällt auf Inisheer, die kleinste der drei Inseln. Mit 3x3 Kilometern kann man diese gut zu Fuss ablaufen und verpasst nichts. Die Fähre ist eine reines, kleines Passagierschiffchen, (weshalb man auch die Velos nicht mitnehmen darf, resp. nur nicht elektrische und mit zusätzlichem Ticket), welches dann eine ganze Stunde lang auch ordentlich auf dem Meer rumschwankt. Denn wie so oft windet es stark. Der Sturm Dave, welcher Irland heftig getroffen und uns, in Benis Krankheitstagen, in Betty kräftig durchgeschüttelt hat, ist zwar vorbei, aber Wind hat es immer noch genug, auch wenn die Böen nicht mehr 100km/h sondern nur noch 50-60km/h erreichen. Beni hat sich ein wunderbares Plätzchen mit ordentlich Beinfreiheit ergattert. Es dauert aber nicht lange, setzt sich ein nasser, etwas müffelnder, übergrosser Mann neben Beni und fängt dann auch noch an zu singen, na wunderbar, wenn einem da nicht schlecht wird. Doch das Glück scheint Beni hold, keine 10 Minuten später setzt das erste Kind rechts vom Mann einen bunten, etwas übel riechenden Strahl über seine Kleidung bis auf den Boden. Zu viel für den Mann neben Beni, welcher sich entfernt, nicht aber für Beni selbst, er geniesst sichtlich wieder seinen Platz für sich allein. Und auch das Mädchen hat sich kurz danach ausgekotzt und weitere Passagiere haben sich dem Grauen zum Glück nicht angeschlossen.
Am Hafen angekommen warten bereits; ein heftiger Wind, ein paar Kutscher mit ihren Pferden auf die Besucher und auch die Velo-Vermieter sind an vorderster Front vertreten und machen ein gutes Geschäft (erklärt auch, wieso sie nicht wollen, das man die eigenen Velos mitnimmt). Wir gehen die paar Kilometer einfach zu Fuss. Auch das Café am Hafen und der Wegweiser zu einem Pub werden von uns erstmal ignoriert. Auf unserem Rundweg kommen wir an einem kleinen, hübschen See vorbei, der einzige Süsswassersee der Insel. Bei dem eher grauen Wetter (so gut wie gemeldet ist es leider nicht) sieht aber das Wasser ähnlich grau aus wie das Meer rund um die Insel. Wir spazieren durch ein Labyrinth von Steinmauern in Richtung eines Schiffwrack (The Plassey). Es ist richtig kuhl zwischen all den Steinmauern. Er liebt von Mensch und Hand aufgeschichtete Steinmauern, das sagt er jedenfalls immer, um Joli zu ärgern, wenn er wieder mal Steinkreise oder so anschauen muss. Et voilà. Steinmauern gibt’s hier im Überfluss! Input Beni: nein nicht um Joli zu ärgern, ihn fasziniert die ganze Arbeit dahinter wirklich, die Mauern sind teilweise Kilometerlang und haben unzählige Steine. Wer hat die geschleppt und aufeinander gestapelt?
Das Wrack
Das Schiff auf dem Weg von Liverpool nach Galway verirrte sich am 8. März 1960 auf die Klippen der Insel. Wir wagen uns zwar nicht hinein in den alten Rosthaufen aber bahnen uns einen Weg über die Steine rundherum. Etwas später (schon wieder im Camper) stellen wir fest, dass das Schiff schon ziemlich heftig weiter zerfallen ist, als noch auf den Fotos, der Blogs, welche wir gelesen haben. Einzelne rostige Teile bammeln im Wind hin und her. Wenn das Teil umfällt, biste flach! Wie lange es wohl noch hier liegt? Eigentlich haben wir ja Hunger doch der Mini-Souvenirshop vor dem Schiff (von dem Beni von weitem behauptet hat er verkaufe Hot Dogs!!! – dünnes Eis – Joli hat Hunger!) hat leider nichts zu Futtern zu bieten sondern verkauft Seife, Kerzen und Tücher – ja was man halt so braucht bei einer Wrack-Besichtigung.
DER LEUCHTTURM
Wir marschieren weiter. Dann folgt zu den Windböen ein kurzer Nieselpiesel-Regen oder ist es doch die Gischt? Man weiss es nicht genau. Aber sobald wir wieder zwischen den Mauern wandeln, wird es besser, da der Regen in Irland ja bekanntlich nicht von oben sondern von der Seite kommt und die Mauern sind brusthoch – perfekt! Den Leuchtturm mag Beni aber nicht aus nächster Nähe betrachten, er weiss ja wie ein Leuchtturm aussieht und sein Argument, dass es mehr Sinn macht einen Leuchtturm bei Nacht zu besuchen, weil er ja dann auch erst leuchtet, ist nicht von der Hand zu weisen… So bleibt Joli immerhin der Blick aus der Ferne. Als wir dann das Geräusch eines Pferdes hinter uns hören, staunen wir nicht schlecht, dass das arme Pferdchen dem Auto hinterher traben muss. 100 gegen 1 PS – wie unfair.
O'BRIENS CASTLE
Der Weg führt uns einmal hoch auf einen der Hügel der Insel, vorbei an Pferdchen zu einem sagen wir mal «Schloss» oder zu dem, was davon übrig ist.
DORF Inis Oírr
Immer noch hungrig peilen wir nun das Pub am Hafen an, in der Hoffnung (Joli), dass es hier auch etwas zu futtern gibt. Es gibt leider nur Bier und Cider da die Küche um 14.30 Uhr leider nicht (mehr) besetzt ist (Joli hat bei der Ankunft um 11:30 vorgeschlagen doch zuerst zu Essen, da danach sicher alles zu hat…). Etwas muddrig (Joli) trinken wir rasch unsere Getränke und gehen weiter auf Futtersuche. Da es vor dem Pub ein paar kuhle Tische und Bänke aus Stein hat machen wir dort halt und knabbern an unseren mitgebrachten Nüssli. Aber schon bald bekommen wir Gesellschaft von hungrigen Vögeln.
Ein Flugzeug fliegt über uns hinweg und landet tatsächlich am «Flughafen», welchen wir auf dem Weg zum Wrack gesehen haben. Sogleich beginnt Beni an, zu zetern, wieso er die Tortur mit Schiff auf sich nehmen musste, wenn es doch Flüge gibt?! Ja weil Joli weiss, dass er niemals in so eine kleine Schüssel von Flugzeug eingestiegen wäre… Blödes Gezeter, tztz!
Im einzigen, weiteren Pub auf der Insel (das nicht Proppen voll ist), ist die Küche zwar auch geschlossen, doch Joli bekommt immerhin eine Süsskartoffel-Karotten-Suppe. Welch ein Glück für alle Anwesenden hier und vor allem für Beni. Überpünktlich sind wir dann um 16Uhr wieder am Hafen um unsere Economy Plus Plätze beim Boarding wieder zu besetzen, was uns auch gelingt. Die Rückfahrt ist dann im Vergleich zur Hinfahrt sehr angenehm und ruhig. Zum Abendessen zu Hause gibt es nach dem Duschen, unseren schnell gemachten Klassiker, die Spaghetti Carbonara; «ä Guetä».






















































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renate (Sonntag, 12 April 2026 09:44)
die sind wirklich beeindruckend die steinhaufen.wünsche euch weiterhin gute reise und frohen mut !!!
Brigle Mum (Sonntag, 12 April 2026 16:20)
Wunderschöni Biuder�u Beni wieder fit?
Häbets guet! Muntsch �
Benjoli (Donnerstag, 23 April 2026 18:12)
Wunderschöni Inslä - da chas nume schöni Föteli gä. Jaja fit u gfrässig wie immer.