Die Wetterprognosen sind wieder «herrlich». Der Plan war bis Achill Sound zu fahren und danach am nächsten Tag die Inseltour zu machen (80 Kilometer entweder mit dem Velo oder dem Camper). Aber wir haben da so eine Homepage entdeckt, wo wir uns immer wieder Infos oder Idee holen und dort steht; «Was macht man in Mayo wenn das Wetter schlecht ist? Den Atlantic Drive nach Achill Island.». Na dann. Also doch heute.
Bevor wir aber für unsere heutige Tagestour los düsen, haben wir nach kurzer Überlegung entschieden, sicherheitshalber auch nochmals vollzutanken, zumal an dieser Tankstelle, wo diese Entscheidung fällt, gerade niemand ansteht – das nutzen wir aus. Also einbiegen und tanken, so der Plan. Als wir dann vor der Zapfsäule stehen, stellen wir fest, dass das hier nicht funktionieren wird. Alle Säulen sind mit handgeschrieben A4 Zetteln versehen und mit «Out of Diesel» beschriftet – zu spääät! Das erklärt auch, wieso niemand ansteht. Waren wir doch vielleicht etwas zu locker drauf bezüglich dem Tanken? Etwa 30 Minuten später folgt die nächste Mini-Tankstelle in einem abgelegeneren Dorf (und erst noch mit 5 Rappen tieferen Preisen) und hier stehen zwar wieder ein paar Autos Schlange, aber es gibt noch Diesel. Na, dann ab in die Warteschlange und auffüllen, so sind zumindest die nächsten 1000 Kilometer gesichert – das nicht mehr weiterfahren können wäre ja noch eines aber die Heizung! Diesel-Heizung! Bei diesen Temperaturen muss die laufen!
Also weiter geht’s, der Diesel will ja auch wieder verbrannt werden. Aber auch wir werden von den Strassenblockaden nicht verschont. Selbst die Schafe scheinen ihre Bauern zu unterstützen *g*! Zuerst geht es der Küste entlang und dann über die Brücke (jööö) auf die Insel Achill. Wir cruisen durch die wunderbaren wilden Landschaften, vorbei an diversen Aussichtspunkten mit schöner Weitsicht auf das Meer und die Klippen. Von daher ist dieser Weg optimal für schlechteres Wetter, es ist niemand unterwegs, man kann bei den Aussichtpunkten so parkieren, dass man aus dem Auto raus staunen und fotografieren kann. Es ist wie ein Natur-Kinofilm, an einem Aussichtspunkt stehen wir fast eine halbe Stunde und geniessen aus dem Auto heraus die Show der Elemente (auf Polasteps kann man das in den Videos sehr gut hören – wir haben zwar kein Popcorn aber Wasabi-Erdnüsse *knusper* *knusper*). Der Wind ist so stark, das wir nicht aussteigen wollen, ja fast auch nicht können. Das Meer schiebt die Wassermassen in gewaltigen Wellen gegen die Klippen und gleichzeitig bläst der Wind das Wasser gleich wieder aufs Meer hinaus, die Wellen werden sobald sie brechen, praktisch vom Winde verweht und je nach Winkel kommen sie gar nicht richtig rein, sondern es verbläst sie vorher. Ein Naturschauspiel wie wir es so noch nie gesehen haben, faszinierend. Und man glaubt es kaum, aber der Wind scheint heute sogar stärker als das Wasser. Die Wellen und das Wasser werden teilweise dermassen zurück geblasen, dass diese kaum noch die Klippen erreichen, verrückt.
Einen kurzen Abstecher machen wir auf den Hausberg der Insel. Es geht steil hinauf. Die Strasse ist 3 Kilometer lang und wirklich steil wie die Sau, es reicht gerade um im zweiten Gang hochzufahren. Von oben geniessen wir die Weitsicht, bevor wir und dann schön langsam den Berg wieder runterbremsen.
Beim ein oder anderen Aussichtpunkt steigt Joli auch heute aus. An einem kann sie dann jedoch nicht mehr einsteigen. Der Wind ist so heftig, dass er die Türen auf ihrer Seite dermassen zudrückt, dass sie nicht mehr reinkommt (blöd, denn man ist ja nur kurz im Pulli ausgestiegen für ein Foto und friert gaaar nicht «a Ranzä»!). Beni muss um parkieren, damit sich die Tür öffnen lässt. Dummerweise ist die Seitentüre jetzt aber weder offen noch ganz geschlossen und es dauert ein paar Meter, bis wir eine Ecke finden, wo sie sich öffnen und wieder gut schliessen lässt. Auch die armen Schafe verbarrikadieren sich hinter den Steinwällen am Strassenrand, nur die ganz verfressenen (könnte ein Joli-Schaf sein, meint Beni) trotzen dem Wind und fressen seelenruhig weiter. Sehr aktiv sind wir heute somit nicht, es reicht gerade noch zum Einkaufen im kleinen Ort, wo wir aufpassen müssen, dass es uns nicht mitsamt dem vollen Einkaufswagen wegbläst. Es ist aber auch sehr anstrengend sich bei diesem Wind draussen zu bewegen. Der Tag ist geprägt von viel Wind und Regen und ein einigen sehr faszinierenden Ausblicken.







































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