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Mourne Mountains

TOLLYMORE FORREST PARK

Es ist 08:30Uhr, Beni der Frühaufsteher (wach seit 5Uhr) hat die Sandwiches und den Rucksack für den Frühstücks-Spaziergang schon längst gepackt und wir marschieren los. Wir entscheiden uns den Rivertrail mit einem Stück des Mountaintrail zu kombinieren. Wanderwege verstehen und bewandern, das können wir ja sehr gut. Es ist noch angenehm frisch im Wald aber das erste Stück vom Weg ist dann auch gleich das schönste. Der durchgehende Kiesweg führt durch den Wald, entlang eines kleinen Flusses, vorbei an vielen kleineren Wasserfällen. Ziemlich hübsche Kombination aus verwunschenem, vermoostem Wald mit dem Fluss und der herrlichen Stille und Morgenstimmung. Der Umweg über den Mountaintrail war eher nicht nötig, der einzige Aussichtspunkt, weshalb wir den Umweg genommen haben, ist nicht so der Hammer. Man sieht zwar auf die umliegenden Berge und die Mourne Wall, welche sich in einem Kreis um und über die sieben höchsten Gipfel der Mournes windet, aber die halshohe Mauer davor lädt leider nicht dazu ein wie geplant hier unsere Sandwiches zu verputzen. Die mampfen wir dann auf dem Rückweg, schon fast am Ende der Wanderung, an den Wasserfällen. P.s. vorher haben wir uns noch kurz verlaufen - Traditionen soll man beibehalten - und haben fast den Wechsel vom Mountain- zurück auf den Rivertrail verpasst.

Es ist Mittag, die Sonne scheint und wir wollen unseren Plan (weiterzufahren und noch eine Bergwanderung zu einem See zu machen) spontan noch ändern (war ja klar ne). Nach Abklärung mit dem Campingplatz dürfen wir noch eine Nacht bleiben. So geniessen wir nochmals das süsse Nichtstun bei herrlichem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen, wir holen sogar... Achtung Trommelwirbel... Trrrrrr... die Sonnencreme raus und benutzen diese auch noch, dazu gibts Eiscreme und Iced Moccha vom nahegelegenen Imbisswagen, cheers! Das Einzige, was die Ruhe etwas stört, sind die lauten Sirenen, dir wir den ganzen Nachmittag hören. Was wohl los ist? Vielleicht brennt es? Dort hinten aus dem Wald kommt Rauch... Wobei rund um uns ist überall Rauch, die Tagesgäste grillen, was das Zeug hält, und stellen ihre Einweggrills sogar auf dem Parkplatz auf. Wird wohl auch BBQ-Rauch sein dort hinten. Während wir in Irland nie (Polizei)sirenen gehört haben, haben uns diese schon in Londonderry begrüsst und seither oft begleitet, ist wohl normal hier.

Etwas später in der Nacht erwacht sozusagen der gesamte Campingplatz gleichzeitig. Ein lauter Knall, hörte sich an wie eine Explosion, reisst alle aus dem Schlaf. Joli fragt schläfrig, was das war, Beni will einfach nur weiter schlafen - gesagt getan. Wir finden am nächsten Tag nicht raus, was das war, aber es war richtig laut (die Autobombe in Belfast kann es kaum gewesen sein...).

HIGH MOUNTAIN SCENIC DRIVE

Unsere geplante Wanderung (die von gestern) in den Mourne Mountains löst sich dann leider in Rauch auf. Wir fahren durch die Gegend dem High Mountain Scenic Drive entlang in Richtung Wanderparkplatz und bemerken als erstes die dunstige Luft (Nebel?) und den Dunst am Himmel (schon wieder Saharastaub?). Aber über uns ist der Himmel blau nur um uns wird es immer dunkler und intensiver. An einer Stelle sehen wir dann hinter einem Berg die Rauchwolken aufsteigen, da brennt es wohl ziemlich übel. Laut BBC sind vor und hinter unserem Camping gestern zwei Flächenfeuer ausgebrochen, die zwar unter Kontrolle aber noch nicht gelöscht sind. Über 50 Feuerwehrleute sind alleine bei dem einem Ort am Löschen. Die Luft ist rauchig, mal weniger, mal mehr. Wir fahren den Drive weiter, machen ein zwei Fotostopps (wo man etwas sieht) und kommen dann an unserem Parkplatz an. Der Wanderparkplatz ist um 10Uhr bereits voll und die Leute Wandern in die Berge. Die Luft ist rauchig, stickig, die Sicht unklar und wir finden das keine gute Idee, zum mal wir die Stelle der Feuer nicht genau kennen und es als nicht sonderlich gesund einstufen im Rauch eines Flächenbrandes zu wandern (spassig ist es ja auch nicht, wenn man nix sieht) also Wanderung gecancelt.

 

Joli hat in Irland mal gefragt was nach den Stürmen in Spanien, Überflutungen in Frankreich, erneuten Stürmen und Treibstoffmangel in Irland wohl als nächstes kommen wird... Ét voilà: Feuer. Unser Timing ist der Wahnsinn. Schottland mit was erwartest du uns? Wie wärs mit einer Hitzewelle? 

MOURNE PARK – BLUE(BELLY)BELL TRAIL

Wir fahren der üblen Luft davon über die Mourne Coastal Route in Richtung des Mourne Parks. Dann gehen wir halt Blumen gucken. In dieser Gegend merkt man nichts vom Rauch, als wir auf dem Parkplatz einbiegen, hier scheint wieder die Sonne. Also machen wir den langen Spaziergang durch den Wald, entlang eines Flusses (once again) und vorbei an Teppichen von hunderten von Bluebells (laut Beni Bellybells – daher neu BlueBellyBells genannt). Wunderschön, kommt aber nicht an die gestrige Wanderung ran. 

Danach wissen wir nicht so recht, was wir mit dem restlichen Tag noch anfangen sollen. Joli will zurück in die Berge, Beni will weiter nach Belfast, Joli hat auch noch Hunger, aber Beni nicht. Wir suchen einen Camping nahe einem Dorf (Pub-Time) aber noch in der Nähe der Berge. Die Dame an der Reception geht Joli aber so auf den Senkel (und Check-In wäre erst in zwei Stunden), dass wir weiter fahren. Zurück in rauchigem Gebiet, hat der Camping dort geschlossen, also weiter zu einem Pub wo man laut BritStop übernachten darf. Zum Glück heitert Joli die Mini-Parade die uns entgegenkommt etwas auf. 

 

Das Restaurant und das Essen sind gut, der mögliche Schlafplatz davor überzeugt uns nicht und da wir mittlerweile näher am Belfast als an den Mourne Mountains sind, fahren wir doch noch weiter in die Hauptstadt. 

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