Es ist Sonntagabend und im Gegensatz zur Durchfahrt vor ein paar Tagen herrscht heute nur wenig Verkehr in der Stadt. Wir parkieren teuer, aber gut gelegen im modernen Hafenviertel, direkt neben dem Titanic Museum, welches wir uns morgen ansehen wollen. In der Abendsonne machen wir noch einen gemütlichen Spaziergang durch das gut belebte und moderne Hafenviertel. Hier gibt es stillgelegte Museums-Schiffe, eine Destillerie, Filmstudios und eine gemütliche Flaniermeile mit einem Caféwagen. Später buchen wir noch unsere Tickets fürs Museum morgen früh, den Gobbins Path für übermorgen und auch gleich die Fähre nach Schottland für Mittwoch.
TITANIC EXPERIENCE
Wir haben Montagmorgen 8Uhr und sind gerade beim Frühstück als unser Parkplatz, auf dem wir für 24 Stunden bezahlt haben, sich so langsam beginnt zu füllen. Erst schauen wir noch dabei zu wie ein Auto nach dem anderen in unserer Nähe parkiert, dann wird es bei uns aber plötzlich hektisch, es kommen immer mehr und die Parkplätze sind doch eher auf normalgrosse Autos als auf 6 Meter oder längere Camper ausgelegt. Jetzt aber husch husch um parkieren bevor wir zu parkiert sind. Wir kommen grade noch so aus unserem Parkplatz raus, der etwas grössere Campingkollege zwei Parkplätze neben uns (schläft noch) dürfte dann seinen Tag sicher nochmals (war gestern schon vor uns da) hier verbringen, der kommt jetzt nicht mehr raus. Wir greifen etwas vor, aber dem ist so. Als wir am Abend zurückkommen, sind wir froh haben wir noch auf einen Parkplatz, an welchem man uns nicht zu parkieren kann gewechselt. Denn der Campingkollege versucht gerade seinen Koloss aus seinem Parkplatz zu zwängen und ist chancenlos. Der muss wohl warten bis alle Feierabend haben und Weg sind.
Nun zurück zum Morgen. Pünktlich 8:50Uhr sind wir dann, trotz des beinahe Parkplatzdesasters, bei der Titanic Experience. Los gehts. Das Museum wurde im März 2012 eröffnet und zeigt die Geschichte, der Werft, deren Arbeiter, der Titanic und ihren Schwesterschiffen, welche in Belfast gebaut wurden. Gleich vorneweg, es ist der Hammer, muss man gesehen haben (und das gesagt von Museums-Banausen, soll was heissen). Es ist sehr modern, interaktiv, dramatisch, und gibt Informationen auf Touchscreens, in Audioräumen, Videoräumen, mit Projektionen und an riesigen 3D Modellen, an die Besucher weiter. Am Anfang denkst du noch – naaaa ja, die Geschichte von Belfast… Hmmm… Viel Text auf Englisch (es gäbe Deutsche Audioguides), eher langweilig… Aber dann bleibst du das erste Mal beim Morseapparat hängen wo du selbst versuchen kannst ein SOS abzusetzen. Respektive früher war es noch CQD («Come Quick, Danger»). Das Museum zieht dich je länger, je mehr in seinen Bann. Beni meint «es hat noch ein «Bähndli» und ist schon enttäuscht, als wir in den Lift einsteigen, der uns sozusagen in der nachgebauten Werft nach oben fährt. Aber das ist es nicht. Es kommt. Gleich. Hinter der nächsten Ecke. Das Highlight ist somit sicher die Fahrt bei welcher wir glücklicherweise gerade die einzigen vor Ort sind (man kann dort bis zu 30 Minuten anstehen (oder sie überspringen). In so etwas wie Gondeln à maximal 6 Personen steigen wir zu zweit ein. Die Fahrt führt gemächlich durch eine Werft, bei der man dabei zusieht, wie ein Schiff gebaut wird. Es dauert etwa 5 Minuten und erstreckt sich über die gesamten 4 Stockwerke des Museums, richtig cool gemacht. So cool, dass wir gleich ein weiteres Mal «anstehen» und die Fahrt nochmals machen. Als wir jetzt aussteigen, hat es doch schon einige Leute, die warten – wieder mal Glück gehabt.
Die gesamte Titanic Geschichte, von welchen durch den Film einzelne Details oder Geschichten bereits bekannt sind, wird hier ausführlich aufgegriffen. Es gibt sogar einen Nachbau einer Suite und einen Videoraum, wo man einmal durch die Stockwerke des Schiffes «wandert». Wir nehmen uns Zeit und verbringen etwas über 2 Stunden hier (für uns ultimativ lange in einem Museum). Die einzelnen Geschichten von Überlebenden und auch Verstorbenen sind ergreifend, der letzte Funkkontakt der Titanic, welchen man nachlesen kann, verursacht Gänsehaut und zu erfahren, dass der Mann am Funk des Schiffes, welches die Titanic «rechtzeitig» hätte erreichen können, am Schlafen war und deshalb den Notruf nicht gehört hat, lässt dich schaudern. Auch die grosse Liste mit allen Namen der Passagiere und die einzeln eingeblendeten Zahlen und Fakten; zum Beispiel, das im Rettungsboot 1 nur 12 statt 65 Personen sassen oder nur 50% aller Kinder gerettet wurden, machen einem traurig. Immerhin kann man auch nachlesen, was für Lehren man für die künftige Schiffsfahrt aufgrund dieses Unglück gezogen hat.
Bevor wir dann allzu melancholisch werden ab der interessanten, aber doch sehr tragischen Geschichte der Titanic, gehen wir noch die SS Nomadic anschauen. Sie ist das letzte noch existierende Schiff der White Star Line und diente als Tender-Schiff (Begleitschiff) für die Titanic, heisst sie hat Passagiere und Gepäck zur Titanic befördert, da diese zu gross für den Hafen war.
Cathedral Quarter
Ab ins Zentrum, wir wollen uns auch noch kurz die Stadt ansehen. Respektive einen kleinen Teil davon, denn die einzelnen Sehenswürdigkeiten, die man sich hier normalerweise so ansieht, sind zu Fuss relativ weit voneinander entfernt.
Zu Fuss entlang dem Hafenviertel sind wir in knapp 20 Minuten im Zentrum. Dabei sind wir doch eher positiv überrascht ab Belfast.
Insbesondere Beni hat sich die Stadt ziemlich «abgefuckt» vorgestellt, die Vorurteile lassen grüssen. Aber nein, hier trifft modernes auf altes, es ist sehr sauber, gibt viel Platz für Fussgänger
und Velofahrer. Wir schlendern etwas herum und natürlich besuchen wir auch zwei coole Pubs hier, zum Beispiel das Duke of York. Ein richtig cooler Laden es gibt viel zu sehen, die Einrichtung und
Dekoration sind cool. Nach einem späten Mittagessen im Wagamamas (Joli war dort dauernd Essen, als sie in London gearbeitet hat und die Kette gib es fast
nirgends), schlendern wir zurück und kehren noch mal in einem Pub ein. Das kleine Highlight ist dann der Hund, der bellend vor dem Imbissstand umher rennt und sich dann setzt und wahrscheinlich
etwas bestellen möchte. Leider wird er ignoriert. Armes Kerlchen.
Es geht wieder bis nach Whitehead auf den Parkplatz, auf welchem wir vor ein paar Tagen bereits kurz für eine Pause waren, um hier die Nacht zu verbringen. Von hier aus sind wir morgen in 10 Minuten am Gobbin Path.
Uuuuuund wir können hier endlich einmal einen Leuchtturm in Action sehen! Tadaaaaaa er leuchtet. Wahnsinn. Beni freuts zwar, aber dann doch nicht so sehr, dass er die kuschlig warme Betty deswegen nochmals verlassen würde.




































































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