· 

The Gobbins Path

Neben dem Giants Causeway wahrscheinlich eine der meistgenannten Attraktionen in Nordirland, auch da wollen wir hin. Es gibt nur geführte Touren (alle 30 Minuten startet eine), welche man im Voraus buchen muss (kostet 25 Pfund pro Person). Bereits jetzt, im Frühling sind schon diverse Tageszeiten und Tage ausgebucht. Wir buchen natürlich die erste Tour, morgens um 10Uhr (da sind wir als frühe Vögel ja meistens schon zum ersten Mal wieder müde – aber die meisten Attraktionen öffnen nicht früher…) und treffen dann auch um 9:30 am Besucherzentrum ein. Treffpunkt ist spätestens 9:45 da um 10Uhr der Bus in Richtung Klippen losfahren soll. Somit bleibt noch kurz Zeit, allen Turnschuhwanderern ein paar anständige Wanderschuhe zu vermieten (Pflicht), die Rucksäcke (Verboten) im Schliessfach zu verstauen und alle nochmals aufs Klo zu schicken, denn wir sind erst in 3 Stunden wieder zurück. Dann sollte ein kurzer Sicherheitsvortrag folgen, aber wie eigentlich immer wenn der Mensch im Rudel unterwegs ist, fehlen noch Teilnehmer (7 von 14), auf welche die pünktlichen Menschen wie wir (sowie sämtliche Touren nach uns…!!!) warten müssen. Wir nennen jetzt keine Nationen, es kann sich ja jeder mal verspäten, aber Beni ist trotzdem «un peu énervé» darüber, dass einige Leute wohl zu lange «Siesta» gemacht haben und uns warten lassen… (wenn ihr wisst, was wir meinen).

 

Viel zu spät sind wir komplett und lauschen den Sicherheitsvorkehrungen, na ja zumindest ein Teil der Gruppe, die meisten verstehen kein Englisch (zum Beispiel die 7 die zu spät gekommen sind). Der Guide macht noch eine Bemerkung, ob jemand Spanisch oder Französisch spricht, aber in dem Moment haben wir wohl gerade nicht aufgepasst… Bei aller Nächstenliebe (oder auch nicht) soweit kommts noch dass wir eine Tour buchen und dann 3h lang übersetzen – eh nö!

 

Unser Guide Brian, 60 Jahre alt, hat die Tour bereits 852 Mal geführt (in 6 Jahren - im Jahr 7 (2025) hatte der Pfad 1 Jahr lang geschlossen, wegen Felsstürzen). Sein Ziel 1000x will er bis 63 erreichen. In Rente ist er zwar schon, er macht das, um sich fit zu halten und das er morgens aus dem Bett kommt. Das er dabei fit bleibt glauben wir spätestens nach der Tour aber zum Glück haben wir die KI-Zusammenfassung auch erst nachher gelesen – die behauptet nämlich die Tour brauche ein hohes Fitness-Level, denn sie entspreche einem Auf- und Abstieg von 50 Stockwerken. Ja genau! Muahaha, sehen wir etwa aus, als hätten wir ein solches Fitness Level?

 

Doch auch Brian scheint bei der Erklärung zum Ablauf auch nicht zu spassen. Die Tour wird für euren Körper ein strenges Training sein, ihr werdet 35 Minuten einen steilen Weg über rutschigen Schotter an die Küste runter, und später wieder rauf, meistern müssen (25% Steigung), ihr werdet viele Treppen steigen, über hohe Brücken mit tiefem Abgrund balancieren, euch durch eine finstere Schlucht zwängen und durch Wasser waten, das wird nicht nur Spass sein.

 

Okey Dokey wir sind gespannt, wir sind sicher nicht die jüngsten und fittesten Teilnehmer aber machen auch nicht den «schlimmsten» Eindruck hier. Also los, alle raus und rein in den kleinen Bus, welcher uns in 5 Minuten an die nähe der Klippen fährt. Wir steigen aus und laufen los, es geht abwärts über Schotter, ja es ist steil, aber problemlos zu laufen (und so rutschig ist dieser Schotter jetzt auch nicht - «lauft mal den Villarica in Chile rauf und runter, dann reden wir wieder!» meint Joli) und nach 15 Minuten sind wir auch schon an der Küste unten.

Es kommt, wie es kommen muss; Joli erkämpft sich den Platz direkt hinter dem Guide. Der Weg entlang der Klippen über die «extrem engen» Pfade und die «enorm hohen» Brücken und durch die «achso enge» Schlucht, mit einem 2 Meter Abschnitt, bei welchem man etwa 2cm im Wasser steht, macht trotz der aus unserer Sicht masslosen Übertreibungen Spass. Auch der Zwang zu Wanderschuhen, welche aufgrund des unebenen Weges Pflicht sind, finden wir gar übertrieben. Aber wir gehen, davon aus, dass diese Leute schon ihre Gründe haben, so zu übertreiben. An einigen Stellen machen wir kurz Pause und Brian erzählt uns die Geschichte zum Pfad, der Entstehung, den mehrmaligen Zerstörungen von Teilen des Pfades und dem Wiederaufbau (dank 8,5 Millionen der EU). Einen Teil des alten Pfades, kann man hie und da noch erkennen. Nach guten 1.5 gemütlichen Stunden haben wir das Ende des Pfades erreicht (ca. 5 Kilometer), wo man manchmal Puffins sehen kann – ausser heute – also drehen wir um. Unsere französische Mittouristin und ihre Kolleginnen, welche laut ihrer Aussage kein Englisch verstehen, sich aber schon die ganze Tour lang ganz nach vorne drängen wollen (macht ja auch Sinn, dann hören die die was Verstehen nix und die, die nix verstehen, hören alles) hat es geschafft, sie hat uns überholt. Gratulation. Uns gefällts auch ganz hinten, Hauptsache wir können fotografieren und geniessen, ohne die ganze Zeit die Dumpfbacken vor der Linse zu haben. In den 30 Minuten Rückweg kreuzen wir etliche nachfolgende Gruppen und sind einmal mehr froh, das wir die erste Tour genommen haben, so hat Brian auf der berühmten Brücke mit dem Bogen von allen Paaren ein Foto machen können und wir konnten den Pfad menschenleer sehen und fotografieren. Das können die Touren nach uns nun nicht mehr. Dann auch schon wieder am Startpunkt des Weges. Nun noch den 20 Minuten langen extrem steilen Schotterweg (*zwinker*) hoch und wir haben es geschafft. Das gerade jetzt die Sonne rauskommt (die war am Morgen da, während der ganzen Tour weg und kommt jetzt für den Aufstieg zurück, wie nett) war ja klar ne. Unser Fazit zur Tour; war spannend, schön, kann man machen muss man aber nicht, cheers.

LARNE

Jetzt geht es auf zum letzten Schlafplatz bevor wir Morgen die Fähre besteigen, wir nutzen die Zeit und die Waschmaschine bei der Tankstelle gegenüber, um nochmals zu waschen und gehen dann auf einen letzten Absacker auf dieser Insel in ein Pub mit einem wunderbaren Biergarten, wo wir noch etwas die Sonne geniessen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    renate (Freitag, 08 Mai 2026 10:45)

    öppe so wid aareschlucht ! zwinkersmilie!