BUDGET
Also dann, wie wir ja alle wissen kosten 1-2 Wochen Ferien schon einiges an Geld. Aber so richtig teuer auf den Tag gerechnet wird es dann erst bei einem verlängerten Wochenendtrip, am besten noch mit Flug und Hotel. Umgekehrt verhält es sich Gegenteilig, umso länger du bleibst, umso günstiger werden die Tage. Hört sich nicht wirklich logisch an ist aber so. Dementsprechend war Nordirland mit seinen 12 Tagen auch gleich das teuerste Land bisher. Dürfte auch ein wenig daran liegen das hier alles einen Ticken teurer als in Irland ist. Das fängt bei ein paar Rappen beim Diesel an und endet bei sogar mehr als 1 Franken für ein Bier. Schön wars trotzdem, auf kleinster Fläche hat das Land einiges zu bieten. Von mutterförmigen Steinformationen (Giants Causeway) über dramatisch, hohe Hängebrücken (*hihi* Carrick-a-Rede) zu gefährlichen und immens anstrengenden Klippenwanderungen (Gobbins Path), wunderschönen Nationalparks (Mourne Mountains) bis hin zur überraschend, modernen Grossstadt Belfast, ist für jeden etwas dabei.
VERPFLEGUNG 38%
Die Verpflegung, also Nahrungsaufnahme - sowohl festes wie auch flüssiges - schlägt auch in Nordirland mit 38% Anteil alle weiteren Ausgaben. Es gibt immer und überall genügend und auch gut zu futtern (also die Nahrungssuche entfällt weitestgehend). Wir waren immerhin 4x in Restaurants, was von den 38% über einen Drittel ausmacht. Im Supermarkt (33%) haben wir 6x eingekauft. Das flüssige Gold (lecker Bierchen & Cider) nimmt auch stolze 18% vom Verpflegungsbudget ein. Da wir uns weitestgehend im Camper mit Kaffee versorgen waren wir auch nur 3x in solchen Cafés (10%) und wenn, dann meist auch in Kombination mit Nahrungsaufnahme (wäge die dringendi Ässenszit).
TRANSPORT 25%
Hin und her macht Taschen leer, trifft nicht nur beim Aktienhandel zu, auch das hin und her, also der Transport von A nach B kostet Geld. Da wir bereits die Fähre nach Irland damals Frankreich als Abgangsland aufgedrückt haben, muss nun Nordirland die Fähre (68% des Transports) nach Schottland übernehmen. Ohne diese wäre der Transport für die paar Kilometer in Nordirland sehr günstig ausgefallen, denn wir haben nur 1x Diesel (32%) getankt. Wir sind hier auch lediglich 347 Kilometer in 13.25 Stunden gefahren (im Schnitt mit gemütlichen 36km/h).
Das Wetter wurde endlich besser und das Radel durfte, statt vor sich hinzurosten auch zwei Mal vom Träger gelöst und ausgeführt werden. Wir haben zwei Velotouren unternommen, dabei sind wir in etwas mehr als einer Stunde, 30 Kilometer die Causeway Coastal Road ab Bushmills gefahren sowie 4Kilometer während 2.5 Stunden um die Orte Torr Head, Fair Head und Ballycastle herum.
Wir sind auch wieder sehr viel gelaufen, um Sehenswürdigkeiten zu besichtigen oder dorthin zu gelangen aber so richtige längere «Wanderungen» waren es nur vier. Beim Fair Head sind wir ca. 1.-1.5 Stunden (rund 4 Kilometer) den Klippen entlang gelaufen, Glenariff Forestpark haben wir uns, während 3 Stunden innerhalb von 10 Kilometern unzählige Male verlaufen, in den Mourne Mountains ist es wegen den Feuern bei zwei Wanderungen im Tollymore Forestpark und im Mourne Park (à je ca. 7 Kilometer und 2 Stunden) geblieben und auf dem Gobbins Path haben wir die 5 Kilometer in 2.5 Stunden «gemeistert» (da der Rückweg nur 45 Minuten dauerte, wäre das auch schneller möglich gewesen, aber wir konnten dem Guide ja kaum davonlaufen).
SCHLAFPLATZ 22%
Für einen sicheren und ruhigen Schlafplatz geben wir nach wie vor gerne etwas Geld aus. 5x standen wir auf einem ruhigen Campingplatz (87%) und haben gut geschlafen. Aber Achtung, auch ein Campingplatz ist keine Garantie für eine ruhige Nacht, wenn dieser nahe an einer Hauptstrasse liegt. 3x (13%) haben wir auf Parkplätzen in Städten übernachtet, wobei es hier wiederum (Londonderry & Belfast) überraschend ruhig war in der Nacht.
SONSTIGES 15%
Dies und Das in unserer Kategorie Sonstiges kostet Geld und fällt immer mal wieder an. Wir waren touristisch sehr aktiv unterwegs. Die Eintrittspreise (65%) für Carrick-a-Rede, Gobbins Path und das Titanic Museum waren nicht gerade günstig aber hat sich gelohnt. Für Kleidung also das Wäsche waschen fallen 19% an. Also für zwei Trommeln und einmal Tumbler schlappe 37 Franken. Diverse Ausgaben (16%) entfallen auf die ordentliche Autowäsche von Betty Blue und den Kauf von WC Chemie - natürlich die biologisch, abbaubare Variante. Viele Campingplätze lassen dich schon gar keine Toiletten mehr entleeren wenn du die altbewährte Chemie verwendest.
KURIOSES
In Irland war es sehr still, in Nordirland sind uns dann die häufigen Polizeisirenen aufgefallen, liegt vielleicht auch an den Städten Londonderry und Belfast.
Schon am ersten Tag haben wir bei den Nordiren vermehrt das «Cheers» als Verabschiedung gehört, gefällt uns – ist aber very british. Dafür ist das «hey ya» als Begrüssung weniger präsent.
Nach dem extrem sauberen Irland, fällt einem natürlich der Abfall in Nordirland sofort auf. Es ist überhaupt nicht so, dass alles schlimm vermüllt wäre, da haben wir in Südamerika und Asien viel, viel Schlimmeres gesehen, aber man sieht es halt gleich.
Wie schon in Irland werden auch hier die Strassenränder, insbesondere innerhalb von Kleinstädten und Dörfern als Parkplätze genutzt. Also aus zwei wird so vielerorts eine Spur gemacht, entsprechend zirkelt man sich, dank den wenigen Lücken, gemütlich aneinander vorbei.
Die Nordiren sind in ihren Fahrzeugen dann schon eher etwas sportlicher unterwegs, drängeln zwar auch nicht, aber nutzen gerne jede sich bietende Möglichkeit dich zu überholen, obwohl du dich ganz verantwortungsbewusst an die Tempolimits hältst.
Den Fingergruss auf dem Land bekommen wir hier nicht mehr zu sehen und auch die irische Sprache ist komplett im Erscheinungsbild verschwunden. Wir sehen keine zweisprachigen Ortsschilder oder sonstige Übersetzungen mehr. Sehr schade.
Auch stellen wir fest, dass wir weniger Pubs finden und die ganze Architektur ist viel britischer und in der Regel sehr viel weniger bunt als noch in Irland.
Dafür gibt es in Nordirland kein Pfand mehr auf Flaschen und wir dürfen ganz viele 25 Cent Stücke in Form von Petflaschen wegwerfen.
Die roten Guiness-Flüsse gibt es aber auch hier noch, sowie die Restriktionen beim Alkoholverkauf, welchen man auch hier nur zu bestimmten Zeiten und in eigens dafür abgetrennten Teilen von grösseren Supermärkten kaufen kann. Und auch das Spiel Hurling scheint man hier zu kennen, was wir jedenfalls einer Wandmalerei bei einem Haus entnehmen.
Wie in Irland findet man hier auf dem Land oft Schilder die davor warnen, das Hunde die frei auf Privatbesitz rumlaufen und Schafe jagen, erschossen werden können. Ein sanfter Anreiz sich an die Leinenpflicht zu halten.
Obwohl es bei den Mourne Mountains nicht geholfen hat, haben die Nordiren eine spannende Methode, damit die Leute mit ihren Einweggrills nicht die Tische anzünden. Sie haben einfach einen kleinen metallenen Brandschutz montiert.
In vielen Städten haben wir in Nordirland «Amusements» gesehen, Spielhallen wo sich Gross und Klein um viel Geld erleichtern und dabei Spass haben kann. Das haben wir in Irland nie gesehen und auch McDonalds und weitere Ketten sind hier wieder in grossen Mengen vertreten.
An der Serie Game of Thrones kommst du in Nordirland übrigens unmöglich vorbei. Wir haben von den 10 Türen zwar nur zwei gesucht und gefunden, aber bei fast jeder zweiten Sehenswürdigkeit gibt es einen Hinweis auf die Serie oder einen Drehort und in Belfast hat man anstelle von schönen Holztüren bunte Glasfenster überall verteilt.
Übrigens hier noch eine Camper Weisheit von Beni zur Brotaufbewahrung. Man lege das Brot nicht über Nacht in die Schublade, denn dort hat es kalt und wenn es kalt hat, wird es weich. Man lege es aber auch nicht auf den Tisch in die Sonne, da es dort austrocknet. Dies beuge man mit dem zuziehen der Vorhänge vor. Cheers!












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