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Scottish Borders

Das Wetter ist wechselhaft aber wir wollen etwas von der schönen Landschaft sehen und je nach Wetterlage eine kurze Wanderung zu einem Wasserfall einbauen. Also fahren wir die Strecke von Moffat durch das Yarrow Valley und entlang des St. Mary's Loch nach Selkirk. Die Strecke ist sehenswert und schon von weitem sehen wir, wo die Wanderung startet, denn die Menschenschlange, welche sich den Berg hoch schlängelt, ist nicht zu übersehen.

 

Wanderung abgeblasen! Wieso? Zu viele Menschen, einsetzender Regen und der Berggipfel, auf welchen alle zu laufen liegt in dichtem Nebel. Nääää, nur wandern um des Wanderns willen ist nicht so unseres. Wir haben noch genügend andere Optionen.

ABBOTSFORD HOUSE

Schon wieder ein anderer Pass. Nicht Nationaltrust, auch nicht Historic Scotland, neeeeeein; Historic Houses! Na, jetzt reichts aber mit den Pässen, wenn jede Hütte, dann über einen anderen läuft! Pah!

 

Das Haus des berühmten Dichters, Sir Walter Scott. Wir haben noch nie von ihm gehört und auch auf den Bildern von ihm, die in seinem Haus aufgehängt sind, kommt er uns nicht bekannt vor. Nun, wir sind mit unseren Blog Texten ja wahrlich keine dichtenden Poeten (dann schon eher ungehobelte Proleten).

 

Aber der dichtende Mann, man weiss nicht, ob er alles kann, hat sich hier ein wunderschönes Haus, wahrlich ein Augenschmaus, hingestellt, dabei sein Sparkonto geprellt und dabei, eine sehr beeindruckende Bibliothek angelegt, uns hats vor Begeisterung fast weggefegt. Die Sammlung, bringt uns in Wallung, umfasst über 9000 seltene Bücher, die meisten noch von «frücher», ist im Originalzustand und eine der komplettesten im ganzen Land. Auch die Regale aus dunklem Holz, wahrlich wohl sein ganzer Stolz, wie auch die weiteren Räume, ebenfalls richtige Träume, sind zwar dunkel, ganz ohne Gefunkel, aber wohnlich eingerichtet, so nun ist fertig gedichtet. Aber auch der Garten kann sich sehen lassen, das sagen wir, ohne zu spassen, Blumen hier und Blumen da, fidiri fidira fidirallallaa. Jetzt ist aber Schluss, du taube Nuss, denn der Abschluss macht auch hier das spezielle Zimmer mit den Waffen, da kann man richtig lange gaffen.

 

Jajaaaa ein bisschen dichten können auch wir aber zum Nationaldichter der Schweiz (Scott ist der Nationaldichter von Schottland) wird’s wohl nicht reichen.

MELROSE ABBEY

In der Kleinstadt Melrose schauen wir uns nicht Melrose Place (wer kennts noch?) sondern die gleichnamige Abbey an. Das Parkieren wird jedoch schon mal zur Herausforderung. Es ist Samstag und alle Schotten haben ein verlängertes Wochenende vor sich, die Stadt ist entsprechend völlig zu parkiert. Irgendwann erfinden wir, wie viele andere auch, einen Parkplatz wo eigentlich gar keiner ist, und erfreuen uns daran, dass die Abbey in unserem Historic Scotland Pass inkludiert ist. Das alte Kirchengemäuer muss früher mal ein riesiger Tempel gewesen sein. Von den im 14 Jahrhundert aufeinandergestapelten Steinen stehen noch einige Wände und Türme, welche erahnen lassen, wie gross und hoch die ganz Anlage mal war. Über eine Wendeltreppe geht es hoch aufs Dach der Ruine, wo sich uns eine herrliche Rundumsicht eröffnet. Unterwegs in die Ortschaft Lauder (wo wir Morgen ein Schloss anschauen wollen) legen wir noch zwei kurze Stopps ein. Einmal am Scotts Viewpoint, von welchem aus wir heute eine super Weitsicht haben und einmal halten wir noch am Leaderfoot Viadukt, welches sich über den Fluss Tweed spannt.

LAUDER

Wie heisst die Mutter von Niki Lauda? MAMA LAUDER – hahaha!

 

5 Minuten zu spät zum einchecken und bezahlen, was für ein Mist. Zum Gück haben wir reserviert und auf einer Tafel steht unser Name und die Pitch Nummer. Nur ärgerlich, dass wir jetzt frühestens um 10Uhr am nächsten Tag weiter können, da wir erst dann bezahlen können. Langschläfer die Schotten tztz. Dicke Regenwolken sind auf dem Weg zu uns, aber Joli macht sich noch auf, um das Schloss Thirlestane von aussen anzuschauen, dann können wir Morgen entscheiden, ob wir die Tour um 12:30 buchen wollen oder weiterfahren.

 

Auf dem Weg zum Schloss begegnet Joli unzähligen süssen kleinen Hoppelhäschen. Jööö! Schon von weitem steht auf einem Schild «closed, privat event». Ja das geschlossen ist, ist eh klar ist ja schon Abend. Einfach mal weiterlaufen, das Fussgängertor ist auf jeden Fall offen und im Abbots House hat uns ein Herr erklärt, dass in Schottland alles, was nicht eingemauert, umzäunt oder abgeschlossen ist, eigentlich frei zugänglich ist. Also beim Abbots House ist zum Beispiel das ganze Gelände (Wald, Wiesen, Wege) für jeden frei zugänglich ausser das Gelände mit dem Gebäude selbst und der angrenzende Wallet Garden, welche aber auch entsprechend abgeschlossen sind.

 

Also sind sicher auch hier die Wege um das Schloss frei zugänglich. Aber erst werden mal die zwei Highland Kühe freundlich begrüsst. Und dann einfach weiter den Weg hochschleichen. Das Schloss ist schon in Sicht, also ein Teil davon, nur noch ein paar Meter und ein paar Bäume stehen dem Foto im Weg. Und plötzlich eine Frau die entgegenkommt (die Hände voll mit weissen Tüchern…)! Mist! Ja dann fragen wir doch sicherheitshalber höflich, ob man weiterlaufen darf. Nö, privat event. Nicht mal die 2 Meter in die Ecke? Nö. Na, dann umkehren. Die bessere Variante wäre wohl grüssen und weiterlaufen gewesen, aber leider sind wir nicht so dreist. Zurück auf dem Camping und nach dem Essen, versucht es Joli noch auf dem Camping, da ein paar Bungalows mit «Castle View» angeschrieben waren. Denkste. Nix da. Also weiter (bereits im Trainer und nur in den Flipflops) der Hauptstrasse entlang, dort sieht man sicher über die Mauer. Nö! Zu hoch! Und wenn mal nicht, dann Bäume im Weg! Einmal ins Dorf und zurück gelaufen und nach einer Stunde erfolglos zurück. Aber immerhin beim Glacewägeli, das mit hübscher Melodie angefahren kam als Joli loslief und jetzt gerade erst wieder wegfahren will, für Beni noch ein riesen Softeis mit Nutella ergattert. Das Schloss kann uns gestohlen bleiben, wer sich dermassen weigert sich fotografieren zu lassen, kann uns mal!

DRYBOURGH ABBEY

Es ist Sonntag, das Wetter ist wieder echt mies gelaunt heute und wir lassen uns irgendwie auch gleich anstecken. Aber in unserer Umgebung gibt es einiges an alten Gemäuern zu entdecken was uns als erstes zur Dryburgh Abbey führt. Dabei fahren wir nochmals am Scott’s Viewpoint vorbei – zum Glück waren wir gestern hier – heute sieht man genau… Nix!

 

Das miese Wetter, genauer der leichte Nebel und der Nieselpiesel verleiht dem ganzen etwas Mystisches. Wir sind fast allein auf dem grossen Areal und staunen auch hier nicht schlecht aber der Grösse dieser Abbey respektive dem was davon noch übrig ist. Einer der Türme, respektive dessen saummässig schmale Wendeltreppe, kann noch erklommen werden. Die Frau am Eingang hat uns noch gewarnt, die Treppenstufen und der Gang seien sehr eng. Es ist wahrlich die kleinste je von uns begangene Treppe, zwar weniger steil als im Leuchtturm aber die Stufen sind Miniatur. Das wäre dann nix gewesen für die eine Sister Act Nonne (die mit dem dicken Fudi). Auch bei uns ist es knapp und mehr als eine Person, kann auch nicht auf der Aussichts«plattform» stehen. Völlig unerwartet entdecken wir auch noch das Grab des Dichters Sir Walter Scott, welcher sich hier seinen Rest in Peace Platz ausgesucht hat.  

JEDBURGH

Ein paar Kilometer weiter in Jedburgh gibt es auch noch eine Abbey, also nix wie hin, es ist Abbey Tag heute. Diese ist nicht ganz so hübsch aber alleine die schiere Grösse macht sie dennoch faszinierend. Nebenbei erwähnt, der Winter feiert sein Comeback. Die Kälte fährt uns heute sprichwörtlich in die Knochen und so bleiben wir auch hier etwa nur 30 Minuten.

Ebenfalls in Jedburgh befindet sich das Haus, in welchem Mary Stuart, Queen of Scots, vermutlich im Jahr 1544 ein paar Wochen gelebt haben soll. Beni findet das Museum furchtbar langweilig, Joli ist etwas faszinierter von den ganzen Monarchie Geschichten und somit auch vom Haus. Zumal wir vor einigen Jahren eine Serie zur Geschichte von Mary Stuart geschaut haben und doch die ein oder andere Erinnerung hochkommt, beim Lesen der Infos. Etwas makaber ist dann die Spendenkasse. Beim Einwurf der Münze kannst du wählen ob du der Meinung bist, dass Mary Königin von England hätte werden sollen, anstelle von Lizzy der Ersten. Wir sagen Ja und mit grossem Traraaa wird Mary ein Krönchen aufgesetzt. Auf die Frage, was bei einem Nein passiert, meint die Dame am Empfang – Mary wird geköpft. Wie makaber, da sie doch wirklich von Lizzy zum Tode durch Enthauptung verurteilt wurde. Das Video der makaberen Spendebox ist für interessierte auf Polarsteps zu sehen- hihi.

KELSO

Letzter Halt ist Kelso, die Marktstadt ist jedoch keinen Stopp wert, findet Beni, obwohl sie im Internet malerisch angepriesen wird. Vielleicht liegt es aber auch am Nieselregen und der schweinischen Kälte. Zum Glück finden wir immerhin noch ein Pub in dem wir unser erstes, schottisches Bier geniessen. Dabei lauschen wir den Männern an der Bar und hören, wie sie kurz diskutieren, ob denn nun Genf oder Bern die Hauptstadt of Switzerland sei und welche Währung den Japan hat. Wir lassen uns noch nichts anmerken und finden kurz darauf heraus, dass die Herren für die heutige Quiznight im Pub den Fragebogen durchgehen und üben. Beim Rausgehen kommen wir dann doch noch spontan ins Gespräch, als wir ihnen viel Glück beim Quiz wünschen. Wir sollen doch auch gleich mitmachen, worauf Beni meint wir wissen nur das Bern die Hauptstadt der Schweiz ist. Eins und eins ist schnell zusammengezählt und schon wissen alle, dass wir aus der Schweiz sind. Wir halten eine kurzen, lustigen Schwatz mit den Herren und erhalten sogleich noch einiges an Reisetipps zur Erkundung der Gegend.

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