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East- & Midlothian

PRESTON MILL

Nach zwei Tagen in England sind wir zurück in Schottland angekommen, genauer gesagt in Preston bei der Preston Mill. Die Mühle, welche in der Region noch am längsten in Betrieb war (bis 1959) ist sogar in einem unserer Pässe enthalten und kostet normalerweise 22Pfund für beide. Heute aber ist sie nicht nur gratis, sondern sie ist auch geschlossen, respektive gleicht einer kleiner Baustelle. Aber übermorgen ist dann wieder geöffnet… Tja dann sind wir aber schon längst auf und davon. Wir schauen uns die alte Mühle (inklusive Bauarbeiter) halt nur von aussen an und sind nach einer Viertelstunde auch schon wieder weg. Immerhin hat Joli den ersten Outlander Drehort gefunden und sogar wiedererkannt. Hui!

TARANTINO SCHLOSS

Na gut, es heisst Tantallon Castle, ach was für Scherzkekse wir doch sind. Es ist im Historic Pass mit dabei also wollen wir es auch sehen. Wir machen übrigens 3 Listen mit unseren Pässen und den besuchten Orten damit wir schlussendlich einen Überblick haben werden ob sich das Ganze gerechnet hat (Spoiler-Alarm: nach nicht einmal zwei Wochen haben wir ALLE DREI rausgeholt).

 

Irgendwie sollten wir die vielen Schlösser, Häuser, Abbeys, Kirchen oder Kapellen mal kategorisieren. Zum Beispiel mit den Kategorien: Erhaltener Steinhaufen (Bewohnt oder zumindest voll ausgestattet), halber Steinhaufen (teilweise oder noch ganz erhalten aber nicht ausgestattet - sozusagen Rohbau), loser Steinhaufen (einzelne übriggebliebene Steine, teilweise aufeinandergestapelt).

 

Dann wäre das Schloss hier in der Kategorie halber Steinhaufen. Aber immerhin ein ziemliche beeindruckender, halber Steinhaufen. Die einzige Mauer, welche noch steht und im Inneren über eine Wendeltreppe bis ganz nach oben begehbar ist, macht doch schwer Eindruck. Das Teil ist echt hoch und wirkt von oben noch viel höher. Beim Runterschauen wird einem fast etwas mulmig. Wir zählen ganze fünf Stockwerke, wovon jedes einige Meter hoch sein muss. Von hier aus hat man auch eine tolle Sicht auf die «Vogelschissinsel», ein von Vögeln verschissener eh bewohnter Felsen im Meer. Ganz schön viel Kacka muss der arme Felsen erdulden, er ist auch schon ganz weiss und zugekleistert, igitt. Trotz der Kälte ist es ein toller Zwischenstopp. Das macht Lust auf mehr, also weiter gehts.

DIRLETON CASTLE

Ein komplett anderes Schloss ist Dirleton Castle. Das mit drei Türmen ausgestattete Schloss wurde einst auch von drei Familien gleichzeitig bewohnt. Der Weg hinein führt durch den grossen Innenhof, in welchem wir an einem Runden Steingebäude vorbeikommen. Es sieht aus wie ein überdimensionaler Bienenstock. Im inneren gibt es unzählige viereckig Löcher bis hoch hinauf zur Decke. Ein Schild an der Wand offenbart, was es mit diesem Gebäude auf sich hatte. Es ist ein sogenanntes «Doocot», schottisch für Taubenschlag. In diesem hier gab es Platz für 2000 Brutstätten, also Vogelnester. Diese wurden nicht etwa zum Spass oder aus Nächstenliebe zu den Tauben oder gar zu Naturschutzzwecken hier reingelockt und zum Brüten verleitet, nein neeeeiiiin!!! Die Tauben waren hier herzlich Willkommen, jedoch zu einem ganz anderen Zweck. Eine miese Falle war es! Denn wenn in der Burg mal die grosse Festtafel gedeckt (wäge di Ässenszit) und viele Gäste erwartet wurden gab es hier mehr als genug Futter, damit auch alle satt geworden sind. Verspiesen wurden dann die jungen Tauben (laut Joli, welche das in ihren Historischen Romanen gelesen hat, wurden diese so durchgebraten, dass sie mit Kopf und Knochen und allem drum und dran verspeist wurden!). Das Schloss der Kategorie halber Steinhaufen ist noch relativ gut erhalten obwohl auch hier neben der Inneneinrichtung einiges an Mauern fehlt. Dafür gibt es in allen Räumen eine kleine Infotafel mit einem Bild wie das ganze mal ausgesehen haben könnte. Das finden wir cool gemacht. Das Highlight ist die Küche mit den beiden gigantischen Feuerstellen. Wow! Hier muss gebrutzelt worden sein, was das Zeug hält. Als kleiner Vergleich das Bild und dann Beni zwischen den beiden Feuerstellen. Da haben einige Schafe, Schweine und gar Ochsen platz.

ROSENKRIEG IN ROSLIN & SCHAF DOLLY

Nein ganz so schlimm ist es nicht mit dem Rosenkrieg, aber wir gehen uns heute gewaltig auf die Nerven. So nach über 3 Monaten und 24 Stunden am Tag, meistens auf gerade mal 12 Quadratmetern, kann das schon mal vorkommen.

 

Joli guckt sich das Gosford House (von aussen) und den Park bei einem schönem Morgenspaziergang alleine an, während Beni im Auto bleibt. Auf dem Weg nach Roslin gibt es dann nicht nur eine Schweigeminute nein gar eine ganze Schweigestunde, jajaaa das können wir auch.

 

Nach einem vermurksten Spaziergang im Roslin Glen (keiner hatte Lust und die Hälfte der Wege waren gesperrt und auf der anderen Hälfte haben wir uns wie so oft verlaufen) beschliessen wir bereits am Mittag hier auf dem Campingplatz zu bleiben. Eigentlich sind wir nebst dem Roslin Glen wegen der Rosslyn Kapelle gekommen, welche über einige der schönsten Steinmetzkunstwerke in Europa verfügen soll und scheinbar ein absolutes Muss ist. Da aber eigentlich fast alles ein absolutes Muss ist und hier einmal mehr keiner unserer drei Pässe gültig ist, lassen wir die Kapelle sausen. Wir stellen dafür auf dem Camping Tisch und Stühle an der Sonne auf und trinken ein lecker Bierchen. Nach 10 Minuten ist nur noch das Bier lecker nicht aber die Temperatur, die aufgrund der mittlerweile wieder fehlenden Sonne drastisch gesunken ist. Beni spielt Sommer und bleibt einfach im T-Shirt sitzen, «lecks mi doch oam Arschl.» Nach zwei Stunden frieren, beschliessen wir auf ein paar Bier in das 10 Minuten entfernte Pub zu gehen, da der Platzwart nun auch noch beschlossen hat, dass es der perfekte Tag zum Rasen mähen ist, cheers.

 

Übrigens, Dolly das Schaf, wer kennt es noch und kann sich daran erinnern? Dolly das Schaf (5. Juli 1996 - 14. Februar 2003) war, etwas vereinfacht gesagt, dass erste geklonte Tier der Welt und entstand genau hier in Roslin. Das wurde damals in allen Zeitungen (darin konnte man früher die Nachrichten lesen, diese wurden damals aus Papier gefertigt, die Seiten waren ganz dünn und mit Buchstaben bedruckt) gross vermeldet. Eingeschläfert wurde es, etwas pietätslos, an einem Valentinstag pfuui!

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Kommentare: 2
  • #1

    Urs und Erika (Samstag, 16 Mai 2026 13:00)

    Wünderschöne Bilder. Interessante Gegend. Wir verfolgen öich laufend. Heute läuft auf SRF 2 ein Film über Irland. Gegenden wo Ihr auch ward. Lg. Erika

  • #2

    Benjoli (Freitag, 29 Mai 2026 19:20)

    Hey dir zwöi Liebe. So schön das zghöre. Ja dasch aube luschtig, Dokus luege u chönne sägä "dert bini gsi". Liebs Grüessli