CULROSS
Culross ist wie eine Zeitreise ins 16. und 17. Jahrhundert und deshalb ein sehr beliebter und gut besuchter Ort. Er ist zum Glück auch einfach zu finden, aber es ist fast so schwierig hinzukommen, wie wenn man wirklich eine Zeitreise machen würde. Jede Abzweigung, welche in das Dorf führt, hat eine 3Tonnen Beschränkung - Cancale lässt grüssen – nur regelt man es hier statt mit Camperverboten mit Gewichtsbeschränkungen, clever. Wir irren rund um das Dorf umher, bis wir wieder an eine Zufahrtsstrasse mit einer 3T Beschränkung heranfahren, aus welcher uns aber gerade ein Reisebus entgegenkommt. Kann ja nicht sein, was der dicke kann, können wir auch. Und tatsächlich, eine Meile später kurz vor dem Ort gibt es einen grossen Parkplatz, welcher auch für Busse und Camper zugelassen ist, da soll noch einer mitkommen. Wobei, wenn man das Schild dann genau betrachtet, sind Coaches 12+ und kleine Camper erlaubt… Macht null Sinn. Busse 100 Pfund. Scheiss drauf jetzt sind wir schon hier, also laufen wir los. Wie üblich laufen wir falsch, respektive Google Maps zeigt uns an, dass wir auf dem Uferweg, dann doch nicht ins Dorf kommen (was unlogisch ist und sich später auch tatsächlich als falsch erweist). Wir kehren trotzdem um, um auf dem direktem Weg ins Dorf zu laufen und Beni nutzt die Gelegenheit sich gleich wieder im Camper zu verkriechen statt mit zukommen.
Das Dorf wirkt wie aus der Zeit gerissen und ist wirklich einen Besuch wert. Im 16. und 17. Jahrhundert war es eine wohlhabende Hafenstadt und ein wichtiges Zentrum für den Kohlebergbau und die Salzproduktion. Es wurde 1588 in den Status eines Royal Burgh erhoben. Dies ist eine historische schottische Gemeinde oder Stadt, die durch eine königliche Urkunde (Royal Charter) gegründet wurde. Solche Gemeinden oder Städte hatten im Mittelalter das Monopol auf den internationalen Handel, durften eigene Zölle erheben, hatten ein hohes Mass an Selbstverwaltung und waren direkt dem König unterstellt. Nebst dem Reichtum, welcher der Handel einbrachte, war die Stadt im 16. und 17. Jahrhundert aber auch ein Ort intensiver Hexenverfolgungen. Über 30 Frauen aus der Gegend wurden im Town House inhaftiert und viele hingerichtet.
Kein Wunder ist der Ort auch für Filmemacher interessant, bietet er doch eine gut erhaltene Kulisse. Klar, dass auch Outlander teilweise hier gedreht wurde. Der Culross Palace kann besichtig werden. Es ist ein historisches Kaufmannshaus (erbaut 1597 bis 1611) und beamt einem auch im inneren in der Zeit zurück. Richtig kuhl! Joli schlendert durch den Ort, Treppen rauf, Treppen runter, in diese und jene Gasse und geniesst die Ruhe, denn es hat zwar schon ein paar Touristen hier aber noch nicht viele. Das Zeitfenster für die Besichtigung des Palace hat sie sogar ganz für sich alleine. Juhuuuui! Nach etwas mehr als einer Stunde kommt, dann das Erbarmen mit dem wartenden Ehegatten (dabei geniesst Beni die Ruhe doch) und der Rückweg wird angetreten. Bevor Beni noch mitsamt Betty abgeschleppt wird.
Aberdour Castle & Dysart Harbour
Heute sind wir unterwegs nach St. Andrews. Dazwischen schauen wir uns noch zwei weitere Outlander Drehorte an, die Beni wie folgt zusammenfasst: «Aberdour Castle wie auch Dysart Harbour sind schnell angeguckt. Der Hafen ist anscheinend bekannt für eine Szene aus Outlander (ein Hafen wie jeder andere auch), ok cool.». Ja unrecht hat er ja nicht, man erkennt den Hafen zwar, wenn man die Serie geschaut hat, aber es wurde noch so viel digital nachbearbeitet, dass man die Folge wirklich noch sehr gut vor Augen haben muss. Aberdour bekommt noch den gleichen Eintrag wie Culross – unmöglich zu parkieren, da die Parkplätze auf Autos und Lieferwagen unter 1.5 Tonnen beschränkt sind (gibt es das überhaupt?). Also haben wir am Strassenrand direkt vor so einem Parkplatz parkiert… Unlogisch aber legal.
FALKLAND
Weiter nach Falkland. Ein Muss für Schottlandreisende (nicht nur für Outlander Fans, aber für die umso mehr). Hier wollen wir den Falkland Palace anschauen. Das Dorf ist klein und die Strassen eng, auch hier ist das offizielle Parkieren nicht ganz einfach. Etwas ausserhalb finden wir einen Platz, an welchem wir nicht stören sollten. Das ehemalige Jagdschloss der Könige (welche auch immer) ist hübsch anzusehen. Bei weitem fehlt hier gänzlich jeder Prunk in Form von Gold und Silber. Dafür dominiert hier Holz in allen Farben und vor allem Formen. Decken, Wände, Möbel und Betten aus dem 16. Jahrhundert sind genauso faszinierend anzusehen. In allen Räumen brennen Freiwillige darauf den Besuchern die bekannten Geschichten aus der damaligen Zeit und dem was es im Raum alles zu sehen ist, zu erzählen. Wir finden es immer wieder schön wie motiviert, diese Leute sind, das ist sehr schön, aber manchmal auch anstrengend, wenn man eigentlich nur gucken und nicht zuhören möchte. Trotzdem besser als alles nachlesen zu müssen.
In einem der Zimmer hängt ein Porträt von Charles II. Joli’s Gesichtsausdruck und die Aussage «guck der sieht aus wie Mr. Bean» lässt die ältere Dame, welche hier die Infos weitergibt, laut und herzlich lachen. Sie hat sicher nur Mr. Bean verstanden und Joli’s verdutztes Gesicht gesehen, aber ganz genau erkannt was gemeint war. Sie meint dann auch noch ergänzend, dass das Porträt die meisten Leute an Captain Hook aus Peter Pan erinnere.
Ein weiteres Highlight ist sicher auch die fast komplett in Holz verkleidete Schlosskapelle und der älteste noch bespielbare Real-Tennisplatz der Welt, welcher sich im Garten befindet. Der Platz wurde zwischen 1539-1541 für König Jakob V erbaut. Real-Tennis ist der historische Vorläufer des modernen Rasentennis und gilt als das älteste Schlägersportspiel der Welt. Es entstand im 12./13. Jahrhundert in Frankreich (als «Jeu de Paume») und wurde im Mittelalter als «Sport der Könige» populär.
Auch ausserhalb des Palastes ist Falkland ein ansehnliches Städtchen und die Outlander Drehorte sind nicht zu übersehen. Einzig die Bäckerei konnte uns nicht überzeugen, der Mocha war zu süss und die Gebäcke eiskalt, geschmacksneutral und pfluddrig. Auf die Frage ob man es erwärmen kann, kommt nur «it comes as it is» - «nice»!
Wir fahren nicht auf den Campingplatz, welcher fussläufig zu St. Andrews liegt, da wir sowieso zu müde sind, um die Stadt heute noch zu besuchen. Stattdessen meiden wir den Stadtverkehr zu Feierabend und nehmen einen Platz etwas vor St. Andrews. Er ist verhältnismässig sehr teuer, hat kein Wifi aber dafür zwei Badewannen. Häää? Also auf einem Campingplatz würde ich mir wohl kein Bad einlassen, spannend. Dafür haben wir Glück und der grosser schwarze Foodtruck, hat genau heute geöffnet (kommt etwas drei Mal im Monat vor). Wir bestellen Schweinebauch im Pizzabrot (dafür wurden die Herren ausgezeichnet) und Burger mit Pommes. Lecker!


























































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renate (Donnerstag, 21 Mai 2026 21:05)
schweinebauch mit pommes !! gloub i mues id chuchi ga luege ,was der chüeuschrank no so häregit !!!