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Firth of Forth

BESUCH AUS DEM SÜDEN

Heute ist es so weit, Möni und Yvan (wir nennen sie Myv oder Gotti und Böckli eh Böddi) werden mit uns ein paar Tage lang Edinburgh unsicher machen. Hierzu hat Benjoli-Travel bereits ein lockeres Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Nebst dem obligatorischen Besuch des Edinburgh Castle, steht gleich für heute eine Bootstour und Morgen eine Whisky Experience, sowie in zwei Tagen der Besuch des Hopetoune House an. Zusätzliche Aktivitäten und die zur freien Verfügung stehende Zeit dazwischen, können in Eigenregie oder über Benjoli-Travel organisiert werden. Benjoli-Travel empfiehlt ausserdem den Besuch von mehreren Pubs in der Stadt einzuplanen. Als Bier, Stout und Cider Sommeliers wissen wir über die breite Auswahl bestens Bescheid und helfen gerne in der Entscheidungsfindung des passenden Getränks. 

CRAMOND BEACH & SOUTH QUEENSFERRY

Aber eines nach dem anderen, es ist morgen früh, 8Uhr und fast zeitgleich mit dem Touchdown des Flugzeugs aus Genf, fahren wir los an den Flughafen, um unsere Gäste in Empfang zu nehmen. Wir sind gerade mal 15 Minuten vom Flughafen entfernt auf einem Campingplatz, was das Timing etwas vereinfacht. Leider ist das 30 Minuten--Gratis-Pick Up / Drop Off Parking höhenbeschränkt, weshalb wir uns kurzerhand einen Ausweichplatz suchen müssen und auch finden. Näher an den Ankunftshallen zahlt man hier zum kurz jemanden aufladen nämlich 1£/Minute. Nach einem kurzen Fussmarsch mit Hilfe der modernen Technik (Livestandort per Whatsapp) treffen Myv bei uns ein. Natürlich werden unsere Gäste von Benjoli-Travel mit einem Willkommenspaket an Board von Betty Blue begrüsst. Nach einem kurzen Vortrag zur Sicherheit und insbesondere Sauberkeit an Board geht es dann auch schon los. Da die Bootstour erst am Mittag losgeht, besuchen wir als erstes einen Strand, damit Möni trotz Städtetrip einen Strandbesuch abhaken kann (wenn auch definitiv kein Badewetter ist und das Wasser haben sie auch reingeholt (Ebbe)). Weiter geht es kurz danach nach South Queensferry an den Hafen. Nach einem kurzen Schlendern durch das hübsche Dorf und einen ausgiebigen Blick auf die Brückenarchitektur aus drei verschiedenen Jahrhunderten, gehen wir erstmal in Ruhe Frühstücken.

MAID OF THE FORTH & INCHCOLM ISLAND

Mit dem Boot des Tourenanbieters «Maid of the Forth» geht es dann auf eine 90 minütige Rundfahrt um die drei Brücken und auf die Insel Inchcolm. Das Boot hat eine kleine Bar und so gibt es hier die ersten lecker Bierchen, um das wechselhafte Wetter etwas zu übertünchen. Zwar gibt es ein kurzes Zeitfenster, um oben auf dem Deck die Aussicht zu geniessen, aber wesentlich trockener und windstiller ist es auf jeden Fall drinnen. Wir fahren als erstes die Insel an und sind schon nach 30 Minuten dort. Auf der Insel haben wir weitere 90 Minuten Zeit, um die Abbey Ruine zu besichtigen und die Insel etwas zu erkunden. Die Abbey ist ein richtiges Labyrinth und während die Jungs auf einer Bank sitzend die mitgebrachten Bierchen zwitschern, laufen die Mädels Treppchen rauf und Treppchen runter und erkunden die coole Ruine. Der Aufstieg auf den Aussichtsturm hat es in sich. Nach einer brutal engen Steinwendeltreppe (wäre auch ohne Frühstück eng geworden), kommt noch eine, gefühlt jahrhundertealte, Holz-/Stahltreppe, bis wir ganz oben sind. Beim Runterklettern kommt da schon etwas Höhenangst auf.

 

Viel mehr können wir von der Insel leider nicht erkunden respektive nur unter Einsatz unseres Wohlbefindens, denn die Seemöwen brüten aktuell und der Chef der Insel, der uns willkommen geheissen hat, meinte «In der Mitte der Insel seid ihr sicher, der Rest ist eigenes Risiko. Die Seemöwen sind schon sonst nie nett, aber jetzt sind sie richtig aggressiv! Eure Entscheidung!». Na, die Ruine hinter dem Visitor Centers wird ja wohl noch als Mitte der Insel gelten?! Wir schauen mal. Kaum losgelaufen kommt eine Möwe im Stutzflug aus dem Wald auf den Weg geschossen, setzt sich auf die Treppe und schreit uns an. Möni schreit zurück, aber es hilft nichts, wir kehren um. Ein zweiter Versuch glückt, da die Möwen aufgrund der Spanier, die sich gerade vor uns durchgewagt haben, abgelenkt sind. Aber viel zu sehen, gibt es nicht und die Möwen kreisen wie Geier um uns herum, also machen wir uns auf den Rückweg, aber nicht ohne unseren Jungs zuzuwinken, die es auch noch von der Bier-Bank auf den Aussichtsturm der Abbey geschafft haben (und hoffentlich wieder runter). Unsere Gäste empfinden den heutigen Tag übrigens als sehr windig und schauen etwas ungläubig als wir sagen, dass dies einem praktisch windstillen Tag in Irland gleicht…

 

Das Highlight der Insel sollte aber nicht etwa die Abbey bleiben, nein die Toilettenspülung auf dem Damen WC ist der Hit. Das Geräusch ist ohrenbetäubend und es hört sich an, als müsste ein Dinosaurier kotzen. Joli und Möni gehen immer wieder rein nur um zu spülen (keine Angst die Toilette nutzt Meerwasser, wir verschwenden also nix) und machen Videos und Audioaufnahmen, bis es uns alle fast «verchlepft» vor Lachen (für Videos siehe Polarsteps)!

Auf dem Rückweg via den drei Brücken zum Hafen giesst es zuerst in Strömen. Die Abbey ist vom Wasser aus plötzlich kaum mehr zu sehen und auch sonst ist alles grau in grau. Bei den Brücken angekommen, klart es zum Glück ein bisschen auf und wir bekommen doch noch unsere Fotos und die Info, dass diese drei Brücken alle in unterschiedlichen Jahrhunderten gebaut wurden. Die Forth Bridge (Eisenbahnbrücke) wurde im Jahr 1890 eröffnet. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe und eine der berühmtesten Auslegerbrücken der Welt. Die Forth Road Bridge (Hängebrücke) eröffnete im Jahr 1964 und führt den Autoverkehr über den Firth of Forth (Meeresarm). Die Queensferry Crossing (Schrägseilbrücke) ist die jüngste Brücke (2017) und über die sind wir gestern mit unserer Betty gefahren.

 

Während Möni und Joli dem Guide lauschen und dem Wetter trotzen, ergeben sich die Jungs unten bei lecker Bierchen ihren philosophischen Ergüssen (freie, oft unstrukturierte Flüsse tiefgründiger Gedanken). Wer sich auch schon gefragt hat, was die englische Abkürzung «lbs» bedeutet, hier haben Beni und Yvan die Übersetzung dazu. Das «lbs» ist eine unter Biertrinkern in Pubs, sehr verbreitete Masseinheit und gibt an wie viele «Liter»-«Bier»-«Stunde» getrunken wird. Cheers!

MORTONHALL CARAVAN PARK

Am späteren Nachmittag beziehen wir dann unser Quartier für die nächsten 4 Nächte auf dem Campingplatz in Mortonhall. Wir haben einen Stellplatz auf dem Rasen (sehr kuschlig nah an anderen Campern) und Myv haben ein Wigwam (künftig nur noch Wingham genannt) - eine kleine Hütte - in unmittelbarer Nähe zu uns. Das Wingham ist kein Luxuschalet, man ist dann schon eher froh wenn man wieder ausziehen kann, aber als Dach über dem Kopf ausreichend. Den Abend verbringen wir im Restaurant, welches gleich an den Campingplatz angrenzt. Das Abendessen schmeckt, die Bedienung ist freundlich und bei Spiel und Spass gibt es noch ein paar lecker Bierchen. Das Wingham wird in unserer beflügelten Fantasie aufgrund Bierchen und Müdigkeit noch kurzerhand umgebaut, hat neu 4 Räder und wird mit dem Salzstreuer des Restaurants gesteuert. So wollen wir Morgen nach Edinburgh. Bevor wir wirklich noch anfangen das Ding umzubauen, rollen wir dann doch besser alle ins Bett, denn Myv mussten um 2:30 aufstehen, um nach Genf zu fahren und Beni war solidarisch auch wach um diese Zeit. Nur Joli hat die ganze Nacht gepennt, wie immer, geht jetzt aber solidarisch auch ins Bett. Denn Morgen ist ein strenger Tag – Edinburgh erwartet uns. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Gotti Moeni (Dienstag, 26 Mai 2026 21:07)

    "Freie, oft unstrukturierte Flüsse, tiefgründiger Gedanken" sehr träffänd usdrückt! � Schönä erstä Tag gsi ufm Meer, mit öich! ♡

  • #2

    Benjoli (Freitag, 29 Mai 2026 19:21)

    Die offizielli Definition vo philosophiere lut Internet hihi. Aber ja sehr träffend.