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Edinburgh

DAY I

Harry Potter

Wir sind alle bereits vor 6Uhr wach (naja ausser Joli, die muss wieder geweckt werden…) und kurz nach 7Uhr serviert Benjoli den Kaffee vor dem Wingham. Im Doppelstöckerbus in der Front Row, also bei bester Aussicht, sind wir nach 40 Minuten mitten in der Stadt und blicken zum Edinburgh Castle hoch, welches wir am Sonntag noch besuchen werden. Edinburgh, also zumindest die Altstadt, kann wunderbar zu Fuss erkundet werden. Es geht zwar immer wieder hoch und runter, aber alles ist relativ nahe beieinander und schnell erreichbar. Nach einem kleinen Frühstück schlendern wir ein erstes Mal die High Street respektive die Royal Mile rauf (oder runter?!) und landen irgendwann auch in der Victoria Street. Die Victoria Street führt in einer steilen Kurve von der Grassmarket Street (nein dort gibt es kein Gras zu kaufen, weder zum Schafe Füttern noch zum Rauchen) zur High Street und ist gesäumt von bunten Hausfassaden und kleinen Läden, bei welchen man teilweise aufgrund der Menschenmassen draussen anstehen muss. Allgegenwärtig ist hier Harry Potter warum weiss Joli (ist dies eine Aufforderung für Joli dies hier zu erklären?!).

 

Na dann… Also… Hallo erstmal… Nein Spass bei Seite, von vorne… Wir laufen von der High Street erst einmal in die Grassmarket Street runter und kommen dabei an einem Hund vorbei (also dessen Statue) der offenbar 200 Jahre lang (diese Zahl kann nicht stimmen – ah es waren 14 Jahre – welch üble Streiche einem das Gedächtnis manchmal spielt…) am Grab seines Besitzers auf dessen Rückkehr gewartet hat. Alle Touristen fassen die Nase des Hundes an (das soll Glück bringen). Diese ist entsprechend schon ganz golden (und Beni krümmt sich vor Ekel ab all den Bakterien), während der Rest des Hundes noch schwarz ist. Joli checkt wieder mal keinen Meter, läuft an allen Menschen, die ihr im Weg stehen, vorbei, macht ein Foto von der Statue und schaut dann, ganz verblüfft aus der Wäsche als Beni lauthals loslacht… Also, wie? Ach sooo, die stehen alle an, um den Hund respektive sich und den Hund zu fotografieren? Den Spruch «5 Minuten dumm stellen erspart oft eine Menge Arbeit.» kennt und lebt Joli schon länger, aber offenbar hat sich das mittlerweile verinnerlicht und spart nun auch Zeit beim Anstehen. Blond sein hilft sicherlich auch noch dabei haha.

 

Zurück zur Victoria Street, hier soll sich J.K. Rowling (Autorin der Harry Potter Romane – wer die Romane nicht kennt, dem ist nicht mehr zu helfen – gehört heute ganz klar zur Allgemeinbildung…) die reale Inspiration für die «Winkelgasse» geholt haben. Wir laufen auch am Elephant House vorbei, wo sie den grössten Teil der Romane geschrieben haben soll. Wobei wir an zwei verschiedenen Elephant House vorbei laufen während der drei Tage, die beide das gleiche behaupten – na welches war es denn jetzt?

 

Wir suchen auf jeden Fall dank Yvan noch das Grab von Voldemort auf, also naja, das Grab desjenigen, der die Inspiration für den bürgerlichen Namen des bösen Zauberers gab. Tom Riddle. Auch die Figur des Aurors Moody entstand wohl aufgrund eines Grabsteins auf dem Greyfriars Kirkyard. Aber nun fertig mit Harry Potter – fürs erste.

WHISKY EXPERIENCE

Die Royal Mile, welche ziemlich genau 1 Meile lang vom Edinburgh Castle herunter in die Stadt führt, ist die Hauptschlagader der Stadt. Hier steppt der Bär oder passender gesagt, hier spielt der Dudler auf seinem Sack. Dem sogenannten Dudelsack! Es ist für jegliche Art von Bespassung und Unterhaltung etwas dabei, vom Shopping, über Whiskeytouren, zu Strassenkünstlern und auch einem Pub im Frankenstein Stil (Beni das war in einer anderen Strasse – aber Orientierung ist nicht jedermanns Sache…) – dass müssen wir, nach dem «Hundestatue-Pub» (Greyfriars Bobby’s Bar) natürlich besuchen. Übrigens war das Pub, dass nach dem Hund benannt wurde, scheinbar das Stamm-Pub des Besitzers des Hundes. Diese Story hat aber offenbar ein Mitarbeiter in Umlauf gebraucht, der erst einige Jahre nach dessen Tod dort eingestellt wurde… Spannend he? Haben wir so gehört… So entstehen Geschichten… Wer weiss schon was stimmt und was nicht, also glaubt nicht alles, was ihr lest – auch von uns nicht – wer weiss ob unsere Quellen immer korrekt sind?!

 

Das Frankenstein Pub ist jedoch cool. Super gemacht (wenn auch nur medium-gruslig) und während unserem Besuch, ging das Licht aus, eine Leiche wurde von der Decke runtergelassen (vermutlich Frankie), hat sich erhoben (ist dann wieder gestorben) und hat so für etwas Unterhaltung gesorgt. Meidet das Getränk Blood Red Martini – sieht zwar geil aus (mit einem Gummiauge im Glas) schmeckt aber scheisse, um es mal nett auszudrücken.)

 

Dann steht der Besuch der «The Scotch Whisky Experience» an, ein 45 Minuten Rundgang durch verschiedene Räume, in welchem uns die Herstellung von Whisky in ziemlich cooler Art und Weise veranschaulicht wird. Zum Schluss gibt es dann einen Whisky nach Wahl aus einer der fünf Hauptanbauregionen in Schottland. Zuvor haben wir ein Blatt bekommen, wo man beim drüber reiben riechen konnte, wie der Whisky etwa schmeckt und aufgrund dessen sein Probeglas ausgewählt hat. Gekostet wird der starke Tropfen im Tresorraum, der mit über 3300 Flaschen (gesammelt während 35 Jahren) die grösste Sammlung ungeöffneter schottischer Whiskys beherbergt. Ein ziemlich beeindruckender Ort, die älteste Flasche stammt übrigens aus dem Jahr 1897! Es ist eine coole Tour und auch wenn es die «Achterbahnfahrt» in den Whiskyfässern (die Beni im Internet gesehen hat und deshalb diesen Anbieter gewählt hat) seit Jahren nicht mehr gibt, das Geld wert. Und was Joli besonders gefallen hat, und ihr euch, falls ihr mal in Schottland in den Ferien seid, zu Herzen nehmen müsst: «Today’s rain is tomorrows Whisky» - der heutige Regen ist der morgige Whisky!

 

Viel Spass haben wir auch bei den verzerrten Spiegeln, welche ausserhalb des einen Museums angebracht wurden und mit Möni ist ein Besuch des ganzjährig geöffneten Nutcracker Christmas Shops ein Muss. Auch Yvan versucht sich als Strassenkünstler und balanciert etwas herum aber er ist nicht so erfolgreich, wie der Highländer der eine Fackel anzündet und dann nichts damit anstellt. Aber er hat Recht «Du musst nichts können, nur etwas Feuer und rumschreien und die Menschen kommen wie die Motten zum Licht und warten und schauen dir dabei zu wie du nichts machst!». Natürlich durften, bei den vielen gelaufenen Schritten, auch regelmässige Trinkpausen, in einem der vielen tollen Pubs, nicht fehlen. Das «The World’s End» ist auf jeden Fall mit dabei, denn es markierte früher das Ende der Stadt, also das Ende der (für die meisten Bewohner) bekannten Welt (einmal mehr).

DAY II

CALTON HILL

Im doppelstöckigen Bus nach Edinburgh erhalten wir von einer einheimischen Frau, ihren Platz im oberen Stock in der Frontreihe, sehr aufmerksam und freundlich. Also starten wir auch Tag zwei mit guter Aussicht. Wir bewegen uns heute etwas ausserhalb der Innenstadt, also naja nicht nur auf den zwei, drei Hauptstrassen. Auf dem Weg in die Stadt fährt unser Bus an einem Trottoir entlang, auf welchem eine riesige Menschenschlange, teilweise auf Stühlen und mit Decken und Getränken bewaffnet, offenbar auf etwas wartet. Zuerst dachten wir die warten bereits auf die Parade die Morgen stattfindet, falls die Hearts Meister werden, aber nach einigen weiteren Metern wird klar, die stehen hier tatsächlich an, um in einem Swatch Shop eine dieser Sonderuhren zu kaufen, welche ab heute erhältlich sind. Die haben doch einen Knall!

 

Wir laufen lieber auf den Calton Hill, von welchem man einen tollen Blick auf die Stadt hat, und zwei drei spannende Bauten bestaunen kann. Auch hier wimmelt es von Touristen, wie wir welche sind. Ja wobei, nein, wir sind irgendwie normaler, als die meisten anderen haha (auch wenn uns das niemand glaubt, der uns kennt). Aber im Gegensatz zu den meisten, müssen wir nicht auf alles raufklettern und Selfies machen und somit allen anderen das Foto der entsprechenden Bauten versauen. Wir sind kurz davor Wetten abzuschliessen ob der ältere Herr wirklich dort raufkommt, wo er rauf will oder ob er rückwärts wieder abstürzt, aber er schafft es tatsächlich. 

GO HEARTS

Am Mittag begeben sich die Herren in ein nettes Pub, um das entscheidende Spiel der schottischen Meisterschaft zu schauen. Die Hearts of Midlothian aus Edinburgh, so etwas wie der FC Thun in der Schweiz, spielt gegen das übermächtige Celtic Glasgow. Wir sind früh genug dran und ergattern einen Tisch mit Barstühlen. Nach einer Weile bekommen wir Gesellschaft von drei älteren Hearts Fan und kommen ins Gespräch über dies und das und dann geht es um die entscheidende Frage, ob wir Celtic Glasgow oder Hearts (Edinburgh) Fans sind. Heute natürlich Hearts, denn für Celtic sind wir in der falschen Stadt und wir möchten es zu gerne erleben, wie Edinburgh Meister wird und es hier eine riesige Party gibt (haben wir die Meisterfeier des FC Thun ja schon verpasst). Seit 41 Jahren geht die schottische Fussballmeisterschaft ununterbrochen an einen der beiden Vereine aus Glasgow, es wäre also eine Sensation. Und wir haben Glück gehabt, wir sind im richtigen Pub, die Celtic Fans findet man in der Hauptstadt offenbar in den Irish Pubs. Dann wird das Gespräch im Zusammenhang mit den Mannschaften irgendwie politisch und religiös aber da lassen wir uns dann nicht mehr drauf ein, interessiert uns zu wenig und wir sind da zum Fussball schauen. Schon bald geht es los. Ein unentschieden reicht und dann findet morgen eine riesige Meisterparty mit Parade durch Edinburgh statt.

 

Während die Herren also mit den Hearts mitfiebern und etliche Biere reinstellen, bummeln die Damen durch die Stadt. Zuerst wollen wir den Holyrood Palace anschauen, denn dies ist die offizielle Residenz des Monarchen in Schottland. Wie Joli bereits befürchtet hat (man konnte nicht buchen übers Internet) ist der Palast nicht zugänglich da irgend so ein Ponzius aus Pilatus gerade hier ist (keiner der Royals). Wegen eben diesem war gestern auch so viel Polizei in der Stadt. Den Eintritt für die Kings Gallery sparen wir uns entsprechend dann ebenfalls (ob die bis vor kurzem wohl noch Queens Gallery hiess?). Na, dann laufen wir halt gemütlich die Canongate Strasse rauf, erkunden noch einen oder zwei Drehorte von Outlander, gehen etwas shoppen und stossen dann kurz vor Ende der zweiten Halbzeit zu den Jungs. Zum Glück für Möni, ganz erschöpft fragt sie Beni, ob das immer so Laufe mit Joli – er meint nur «nimm das mal drei und du hast einen ruhigen Tagesablauf mit Joli». Dabei hat Joli das Programm drastisch reduziert, alleine in Edinburgh hätte sie wohl das 10fache gesehen in den drei Tagen haha!

 

Es ist ein dramatisches Spiel, aber es steht 1:1 und das reicht für die grosse Party. Die Stimmung so kurz vor Schluss und kurz vor dem Titel ist grossartig aber dann… NEIN! Ein Tor für Glasgow in der 87 Minute! Aber es zählt nicht. Grosser Jubel bricht aus. Aber was jetzt? VAR-Überprüfung. Das Tor zählt doch! NEIN! Die Hearts geben nochmals alles, aber Glasgow trifft in der Nachspielzeit noch ins leere Tor und aus ist der Traum der Meisterschaft, welche die Hearts zum letzten Mal im Jahr 1960 gewonnen haben. Auf dem Platz bricht die Hölle los, die Uhr des Spiels läuft zwar noch, es wurde noch nicht abgepfiffen, aber das interessiert keinen mehr. Die Stimmung im Pub ist auf dem Nullpunkt und das Lokal leert sich so schnell, dass wir gar nicht schnell genug austrinken können. Schade, wir hätten den Edinburghern und auch uns die Party gegönnt. 

HARRY POTTER 2.0

Übrigens, der Marketing-Gag in der Victoria Street. Man nehme einen Laden mit ganz vielen Harry Potter Sachen, stelle davor ein paar Pfosten, spanne ein Seil darum und schreibe ein Schild «Bitte hier warten!». Die Leute stehen Schlange und rennen dir die Bude ein (Joli & Möni). Man nehme einen anderen Laden gleich vis-à-vis (oder auch eine Strasse weiter oben oder eine weiter vorne), mit noch mehr Harry Potter Sachen und zusätzlich sonstigem Superhelden-Gedöns aber ohne künstliche Warteschlange und man geht einfach rein und hat seine Ruhe (Beni & Yvan). Also merket auf: «Museum biult Context Harry Potter» = flop und Zeitverlust im Vergleich zu «The Enchanted Galaxy»

 

Wir zwitschern noch ein, zwei Bier in einem anderen Pub, wo wir draussen die Sonne geniessen können, gehen eher teuer und zu wenig Abendessen und lassen den Abend dann im Camping Restaurant bei Dessert, Spiel und Spass ausklingen. Das Personal behandelt uns jedoch entgegen dem ersten Abend ziemlich abschätzig. Liegt vielleicht daran das der Chef heute nicht da ist und sie gehofft hatten früher Feierabend machen zu können, dann kommen noch die dummen Camper und bestellen ein Kaffeeschnaps nach dem anderen! Am Anfang gabs noch einen Keks dazu, bei der nächsten Runde schon nicht mehr und als zuletzt nur zwei statt drei gekommen sind und man nochmals hinter die Bar musste, gabs nicht einmal mehr Zucker dazu… 

DAY III

DEAN VILLAGE

Zu guter Letzt steht noch der Besuch des Edinburgh Castle an. Von aussen sieht es ja sehr beeindruckend aus, wie es oben auf dem Felsen thront und über die Stadt wacht. Und extrem gross. Das wird wohl Stunden dauern. Das Zeitfenster für den Eintritt aufs Gelände muss Tage im Voraus gebucht werden, ansonsten bleibt man eben draussen, da ausgebucht. Unser Zeitfenster beginnt erst um 13:30, wie immer sind unsere Gäste im Wingham aber schon früh wach. Nach Kaffee und Rührei, machen wir uns erneut mit dem Doppeldeckerbus auf in die Stadt. Es gibt ein Dorf in der Stadt – also so irgendwie auf jeden Fall – Dean Village. Das wollen wir uns anschauen. Sehr idyllisch an einem Fluss gelegen liegt es im schönsten Sonnenschein da. Ja es ist wahrlich hübsch und eine Augenweide. Auf der Suche nach einem stillen Örtchen, landen wir in einem Park mit einem Museum und einem Friedhof - spannend. Als wir auf dem Rückweg in die Stadt (die Damen spazieren dem Fluss entlang, die Herren nehmen den Shortcut und warten im Café) wieder im Dean Village vorbeikommen, ist dort die Hölle los. Massen von Touristen blockieren die kleine Brücke und jeder will ein Foto von sich und dem Flüsschen. «Verruckt» wie Beni aktuell häufig zu sagen pflegt. Als wir die Jungs im Café finden, fängt es gerade an zu regnen und zu hageln. Das nennen wir mal einen spontanen Wetterumschwung. Zum Glück schwingt es genauso schnell wieder zurück.

EDINBURGH CASTLE

Noch etwas rumschlendern, durch die Princess Street Gardens wieder in die Altstadt und noch die ein oder andere Gasse nehmen, die wir noch nicht kennen… Aber irgendwie landen wir immer wieder in der Grassmarket Street (wo die ganzen Pubs sind). Na, dann halt noch einen kleinen Snack und ein lecker Bierchen, bevor wir das Schloss unsicher machen, wenn wir schon mal hier sind.

 

Benjoli hat schon einiges an Schlössern gesehen und sind doch sehr überrascht über das hier Gebotene. Zwei Sachen vorneweg – unsere Phase, mit «closed», «not open», «not today», scheint anzuhalten. Die 13:00 Kanone wird heute nicht abgefeuert (Sonntag). Wobei wir sie auch in den letzten zwei Tagen nie gehört haben – aber Schiffe sollen sie bis zu 3.2 Kilometer weit gehört haben, um früher ihre Uhren und Schiffsinstrumente danach stellen zu können – wir sind wohl schwerhörig. Das Zweite, die Aussicht vom Castle ist schon mal genial!

 

Das Gelände ist mit einer Audiotour (die man auf dem eignen Handy hören kann) begehbar (wobei wir Mühe haben den Punkten der Reihe nach zu folgen, da wir einzelne einfach nicht finden) und sehr informativ gemacht. Fast zu informativ. Die einzelnen Informationen und Zusatzgeschichten je Punkt sind uns (mit Ausnahme von Yvan unserem Hörbuch-Fan) einfach zu lang und die vielen Menschen in den kleinen Räumen nehmen den Zauber. In den Museen muss man teilweise anstehen, so dass man entweder schon dreimal am Teil vorbeigeschoben wurde, welcher im Audioguide gerade erwähnt wird oder noch gar nicht dort angekommen ist. Viele Infos sind auch sehr auf das Militärische ausgerichtet, da das Schloss lange zu diesen Zwecken genutzt wurde.

 

Ah, hier kann man wohl endlich das Innere des Schlosses besuchen. Aber man steht dafür sicher 15 Minuten draussen Schlange, um überhaupt durch die schmale Tür reinzukommen. Naja, es ist nicht, was wir erwartet hatten. Das Highlight war der Raum mit den riesigen, funkelnden Eiern, den königlichen Kronjuwelen. Die Krone aus dem Jahr 1540 und ein nicht weniger hübsches Schwert, sowie ein Zepter sind hier ausgestellt. Fotografieren ist verboten und die nachfolgende Menge schiebt einem auch ziemlich schnell auf der anderen Seite wieder raus. Sonst sind die zwei, drei Räume zumindest für Benjoli doch eher enttäuschend. Draussen bemerkt Joli, dass sie das eben beschriebene winzig kleine Zimmer, wo James VI (der Sohn von Mary Queen of Scots) zur Welt kam nicht gesehen hat. Ohne Rücksicht auf Verluste sticht sie beim eben genommenen Ausgang mit dem grossen Zeichen «No Entry» wieder rein, durchquert mit schnellen und unaufhaltbaren Schritten die Räume und schaut sich das Verpasste an. Naja, ab wenn es schon so wenig zu sehen gibt und man dafür so lange anstehen muss, dann muss es auch gesehen werden! Im National War Memorial (Fotos verboten) wird gerade eine Figur sehr ausgeschmückt geschildert und Joli und Yvan blicken sich beide suchend um und an, können aber nichts entdecken. Wieder draussen und schon fast um die Ecke, sehen wir dann die Figur (die war über dem Eingang). Wie schon gesagt, es ist nicht einfach die Audiotexte mit dem gerade Sichtbaren zu timen, bei all diesen Leuten. Myv gefällt die Schlossbesichtigung zum Glück und Yvan hört sich alle Infos an den entsprechenden Stellen inklusive Zusatzgeschichten bis zum Schluss geduldig an, während der Rest von uns den Audioguide schon lange ausgeschaltet hat und darauf wartet, der Touristenflut zu entkommen.

 

Bei einem City-Trip oder einem Kurzaufenthalt in Schottland, vermutlich ein Must-See, für Benjoli ist das Schloss aber nicht wirklich Besuch wert, da haben wir sehr viele interessantere und schönere Schlösser gesehen. 

GRASSMARKET STREET

Joli und Möni müssen noch kurz etwas kaufen gehen und die Jungs haben den Auftrag ein sonniges Plätzchen und Bier zu finden. Und da wir schon wieder hier landen, soll die Strasse nun auch eine eigene Überschrift in dem Bericht bekommen, das ist wohl nur fair. Bei toller Strassenmusik und heiterem Sonnenschein (naja, mal mehr, mal weniger) geniessen wir noch ein paar lecker Bierchen auf dem ehemaligen Henkersplatz in der Innenstadt, der Grassmarket Street. Am Abend gibt es in Betty Blue einen Spaghetti Carbonara Plausch zum Abendessen. Schon zu zweit ist so ein Kastenwagen eine sehr kleine Wohnung und zu viert reicht es gerade noch so zum Abendessen (oder mal kurz von A nach B fahren). Beni ist heute übrigens besonders grosszügig und überlässt Möni den Schlafplatz im Camper, damit sie das auch einmal testen kann. Er verkriecht sich in voller Montur im kontaminierten (heisst von fremden Menschen zu oft benutzten) Wingham. Na dann gute Nacht!

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Kommentare: 1
  • #1

    Moeni (Freitag, 29 Mai 2026 21:29)

    � Mersi Beni für di gschänkti Übernachtig im Camper, nach 3 zimlch schlaflosä Nächt, hanis gschafft dert 5h am Stück herrläch z schlafä-winä Stei!!��