LOCH RANNOCH
Als erstes wird die Scheibe geputzt, denn wenn das Wetter schon mal schön ist und man keine Regentropfen auf den Fotos hat, hat auch ein Insektenfriedhof nichts darauf verloren.
Wir fahren heute mit einem Umweg durch einen Teil des Rannoch Moor Gebiets zurück zum Loch Lomond. Durch das Moor selbst kann man nicht fahren, jedoch am gleichnamigen See entlang und dort hofft Joli einen weiteren Drehort von Outlander zu finden. Den Craigh na Dun, den fiktiven Steinkreis. Der Steinkreis wurde nach dem Dreh zwar wieder abgebaut aber die Anhöhe mit den Bäumen und der Sicht auf den See gibt es, auch wenn diese nicht Craigh na Dun heisst (auch erfunden). Es ist gar nicht so einfach den Ort zu finden und wir geben sowohl was den Ort wie auch den Spaziergang angeht (keine Parkplätze) bereits auf, als Beni auf der Park4Night App den «Aussichtspunkt Craigh na Dun» entdeckt. Super dort fahren wir sowieso lang auf dem Weg nach Loch Lomond.
Craigh na Dun
Dort angekommen, kann man die Anhöhe bereits gut sehen, jedoch ist das eine Tor verschlossen und es hängen mehrere Schilder, dass die Filmlocation wegen der Lämmer aktuell nicht besucht werden darf. Das eine Tor ist zwar offen und man könnte einfach reinlaufen (es sind nur etwa 50 Meter) aber so ekelhaft korrekt wie wird sind, halten wir uns an das Verbot und bleiben draussen. So nah dran und doch unerreichbar. Schade. Als vier weitere Touristen anhalten und zwei, drei Meter durch das Tor gehen, bekommt Joli schon fast eine Krise. Aber die kehren dann auch wieder um. Dass sie nur gewartet haben, bis wir weggefahren sind, könnte natürlich auch sein, wir vermuten das sogar. Manchmal sind wir uns selbst im Weg mit unserer Korrektheit und regen uns ja auch regelmässig ab den unflätigen, ungehobelten und selbstsüchtigen Menschen auf, die uns leider zu regelmässig begegnen. Aber wie die wollen, wir ja auch nicht sein oder werden. Dann müssen wir halt in den sauren Apfel beissen. Und wenn der Besitzer sein Privatgrundstück für Fans schon zugänglich macht, muss man halt akzeptieren, wenn man dann doch mal nicht hin darf und für die kleinen Lämmchen machen wir das ja gerne (trotzdem ärgert es Joli auch heute noch – 10 Tage später – beim Bericht erstellen!).
LOCH LOMOND & REST AND BE THANKFULL PASS
Loch Lomond und Benjoli, dass passt irgendwie nicht, wir können uns für keinen Camping oder Ort entscheiden und beim letzten Mal hat uns ja das schlechte Wetter vertrieben. Heute nicht, aber es ist ein Feiertag und der erste sonnige Tag mit beinahe 20 Grad. Hier ist entsprechend überall die Hölle los, jeder noch so kleine Parkplatz, Park etc. ist total überlaufen. Alle sind draussen unterwegs und wir haben so gar keine Lust auf dieses Tohuwabohu. Wir überspringen den Loch Lomond, den grössten See in Schottland somit einfach und ziehen gleich weiter in Richtung Dunoon. Allerdings fahren wir immerhin noch eine Weile dem See entlang, aber häufig sieht man ihn nicht, da er meistens von Bäumen gesäumt ist. Unterwegs überqueren wir den Rest and Be Thankful Pass, an welchem wir einen kurzen Halt machen und dankbar das Wetter geniessen. Auf dem Weg fahren wir an einigen weiteren Seen vorbei bis wir auf unserem Camping kurz vor Dunoon unseren Platz einnehmen. Sofort die Stühle und den Tisch rausholen und die Sonne geniessen. Das Cider landet dieses Mal nicht auf Stuhl sondern da, wo es hingehört, cheers.
PUCK'S GLEN
Da es Joli aber schon schnell wieder langweilig wird, will sie noch einen Abendspaziergang machen. Es gibt drei Rundwege. Zwei kurzen und einen langen, aber sie will nur kurz die Schlucht rauf und runter laufen, also den Teil machen, welchen beide Wege, die beim Camping starten gemein haben. Ahaaa, der Teil mit der Schlucht? Der ist gesperrt meint die Besitzerin des Camping. Man kann nur eine Kombi von allen drei Wegen machen (also einen noch längeren) aber die Schlucht nicht. *Grummel*! Na, dann halt den extra langen Weg. Der erste Teil durch den Wald ist schön, aber steil, der lange Teil obenrum auf einer (nicht befahrenen) Strasse ist eher staubig, langweilig und nicht sehr aussichtsreich und als der dritte Weg, welcher beim Botanischen Garten eine Schlaufe durch den Wald macht, auf Jolis Weg trifft, nimmt sie diesen kurzerhand als Abkürzung. Nur 10 Minuten gespart aber die eher unspektakuläre Strecke muss man nicht künstlich in die Länge ziehen. Lieber nach Hause und schauen, was Beni Gutes zum Abendessen macht.
EIN SOMMERTAG AM LOCH ECK
Ein Sommertag, ist das, was Benjoli mag, also die Badehose eingepackt und rauf auf die Drahtesel. Wir haben spontan um eine weitere Nacht verlängert und wollen heute einmal rund um das Loch Eck radeln, es gibt einen Loch Eck Loop. Der Spass dauert 33 Kilometer und führt etwa 20 Kilometer davon über eine reine Schotterpiste, was sich irgendwann mal sehr anstrengend anfühlt und man muss höllisch aufpassen, dass man auf den grossen Steinen oder in dem tiefen Kies nicht zu schnell fährt und auf die Schnauze fliegt. Der Weg ist jedoch sehr schön und wir sind ganz alleine. Naja also bis auf das eine Schaf. Das steht plötzlich am Rande des Schattens mitten auf dem Weg und schaut uns schon fast hypnotisierend an. Manno sind wir erschrocken, haben wir es doch wirklich erst kurz vorher entdeckt. Der Blick des Schafs verfolgt uns noch lange (fast so wie die Sherif-Kuhl damals in Irland, die sich sogar um die eigene Achse gedreht hat, um uns mit ihren Blicken zu verfolgen). Wahrscheinlich sehen Menschen auf Fahrrädern für die Tiere einfach urkomisch aus? Also wir dann am Ende des Sees bei einer Barriere ankommen, die von der anderen Seite mit «Road closed» & «No Acces on this route to Loch Eck» angeschrieben ist, staunen wir nicht schlecht. Hö? Da sind wir doch aber eben hergekommen. Komisch…
Wir fahren weiter und finden zum zweiten Mal ein Schild, das mit Loch Eck Loop angeschrieben ist. «Mir nach!» ruft Beni und düst davon. Der Weg wird immer schlammiger, ist voller Furchen und irgendwie auf der gleichen Seeseite wie wir schon hergekommen sind. Komisch… Wir wissen aber, dass wir kurz an der Hauptstrasse lang müssen, um auf die andere Seite zu kommen und auch das der Rundweg einmal um den See herumführt. Hmmm…
Vermutlich sind wir jetzt auf dem Weg, denn wir eigentlich hätten nehmen sollen. Bevor die mühsame, breite mit grossen Kiesbocken übersäte Strasse oben am See nämlich angefangen hat, kam die einzige andere «Strasse» (die wieder nach unten führte), aber die sah so scheisse aus (also ungefähr so wie die wo wir uns jetzt drauf befinden) und hatte kein Schild, so dass wir einfach geradeaus weitergefahren sind. Wir kehren um und sind kurz darauf auf dem richtigen Weg. Nach ein paar hundert Metern auf der Hauptstrasse kommt, der Veloweg (es wird gegen Ende der gleiche sein, welcher Joli gestern gelaufen ist). Aber HALT! Unzählige Schilder machen darauf aufmerksam, dass der Weg gesperrt ist, da unter der Woche Waldarbeiten gemacht werden (welche voraussichtlich im April fertig werden – also ältere Schilder). Von der anderen Seite haben wir die Motorsägen aber gehört und auch den grossen Lastwagen mit den Baumstämmen gesehen, die Arbeiten sind also knapp einen Monat im Rückstand. Na, dann nehmen wir halt die schön geteerte Hauptstrasse ohne Velostreifen. Vom Belag her eine Wohltat zum Fahren, vom Verkehr, der mit 100km/h neben einem durchrast, eher ungemütlich aber zum Glück ist es heute ruhiger als gestern noch.
Wir geniessen die Fahrt und sind dennoch froh, als wir an einem Pub vorbei kommen (das haben wir gestern bereits entdeckt und waren schon traurig, als wir bemerkt haben, das der Veloweg nicht daran vorbei führt. Wie gut das er geschlossen ist.). Hier geniessen wir - ihr wisst schon was - und packen unsere Badehosen aus. Der See ist irgendwo zwischen 10-13 Grad (laut Internet & Barfrau 10, laut den Damen, die gerade rauskommen 13), jedenfalls ziemlich kalt. Das Bad im kühlen Nass ist entsprechend kurz, aber sehr erquickend. Den zwei Bier zum Mut antrinken folgt noch ein drittes zum Aufwärmen und dann geht es den kurzen Rest zurück zum Camping. Den restlichen Tag verbringen wir zu Hause an der «heissen» Sonne vor unserer Betty, der Sommer ist nun definitiv eingeläutet. Wir aber auch langsam Zeit. Am nächsten Morgen aber dann das schmerzhafte erwachen. Beni ist übersät mit irgendwelchen Stichen. Entenflöhe können es bei diesen Wassertemperaturen ja wohl nicht gewesen sein. Die Lösung ist schnell gefunden. Joli sitzt nämlich draussen am Laptop und wird von hunderten von winzig kleinen Fliegen umschwirrt. Die tun nix, meint sie, ich sitze jetzt ja schon über eine Stunden hier. Oh doch, die tun was! Das sind keine Fliegen sondern Mini-Mücken (1.5-2mm) und sie fressen Beni auf. Die kleinen Biester heissen Midges (gesprochen Mitches) und wir nennen sie ab sofort Bitches – Mistviecher das.































































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